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Kulturareal Äthiopien


 
 

Die Völker in Äthiopien

 
Afrika Äthiopien - alte Bezeichnung Abessinien - ist in mehrere Höhen und Vegetationszonen gegliedert: Die heiße Zone unter 1.800 Meter ist die Kolla, zwischen 1.800 und 2.500 Meter liegt die kühle Zone - Woina Dega genannt und über 1.800 und 3.600 Metern liegt die Dega-Zone.

Äthiopiens größter Bevölkerungsteil wird der äthiopiden Rasse zugeordnet, in den äußeren Randgebieten leben Völker der negriden Rasse - genauer Niloten. In Nord- und Mitteläthiopien siedelt das zahlenmäßig größte Volk der semitischen Sprachgruppe - die Amharen. Sie siedeln in Bauerndörfern unterschiedlicher Größe in allen Landesteilen Äthiopiens. Die Tigre sind beheimatet in Norderitrea, die Tigrai in Nordäthiopien und die Gurage im südlichen Zentraläthiopien - alle drei genannten Gruppen sind kulturell und sprachlich mit den Amharen verwandt. Die kuschitisch-sprachigen Galla haben ihre Wohnsiedlungen im Westen und Süden sowie im benachbarten Kenia, sind hier auch die stärkste Gruppe. Ihre Gruppe besitzt mehrere Untergruppen, die als Bodenbauer und viehzüchter mit kombinierter Wirtschaftsführung. Hingegen sind die Borana-Galla, die in Süden A¨thiopiens und in Nordkenia leben, Rindernomaden. In Nordostäthiopien leben in üstenhaften Flachlandgebieten die kuschitisch-sprachigen Danakil und die Saho, die kulturell den Somali nahestehen und Hirtennomaden sind.

Das Siedlungsgebiet der Somali liegt im Südosten äthiopiens, wo das Bergland in eine Hochebene übergeht. Ihre Wirtschaftsordnung ist das Hirtennomadentum, die rinder- und Schafherden als auch Kamele züchten. Altansässige Bauernvölker siedeln im Süden und Südwesten in der Nachbarschaft der Galla, so die kuschitisch-sprachigen Sidamo, die auch in der Landschaft Kaffa vertreten sind. Am Stepaniesee ist ein kleinwüsiges Jägervolk beheimatet. In der Umgebung des Tanasee und in Norderitrea sind unter den Amharen und Tigre kuschitische Stämme der Agau zu finden, die bereits im 1. Jahrtausend v u. Z. vor der Einwanderung semitscher Völker aus Südarabien das gesamte äthiopische Hochland besiedelten. Zwei Drittel der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, so die Amharen, Tigre und Tigrai. Andere Stämme haben den islamischen Glauben bzw. Religionen deren Ausbreitung vor dem Islam und Christentum lagen.

In einem langen historischen Prozeß bildete sich die heutige Kultur und Gesellschaftsstruktur heraus, die heute nicht vollständig rekonstruiert werden kann. Vor der Zeitrechnung entstand in Nordäthiopien und Eritrea das Reich von Aksum. Eng verbunden mit seiner Geschichte ist die historische Entwicklung von Südarabien - exakt mit Saba. Auf Steinsäulen sind Inschriften der Könige von Aksum erhalten geblieben. Die Vorfahren der Amharen, Tigre und Tigrai waren das Staatsvolk von Aksum. Im 4 Jahrhundert unserer Zeit breitete sich das Christentum aus. Mit der Expansion aus Arabien endeten die regen Handelsverbindungen Aksums auf einmal. Erst mit der Entstehung des Äthiopischen Reiches im 13. Jahrhundert ging die Entwicklung weiter, so das sich in den folgenden Jahrhunderten ein typischer Feudalstaat etablierte. Die äthiopischen Herrscher leiteten ihre Herkunft laut einer Überlieferung von Menelik ab - von der Königin von Saba und dem Sohn des Königs von Salomon. Völlig isoliert von der übrigen Welt existierte die sogenannte christlich-koptische Kirche. Eigenwillig einheimische Architekt weisen die errichten Klöster auf.

Mönche schrieben seit Beginn des 16. Jahrhunderts die Geschichte des Landes auf. Etwa zur gleichen Zeit sind die Küstengebiet von den Türken besetzt. Auch das Eindringen der seit dem 15. Jahrhundert bringt äthiopien in eine schwierige Lage. Auch kommt es im 16. Jahrhunderten zu Kontakten mit den Portugiesen, die auf der Suche nach dem Reich des Erzpriesters Johannes sind. Als die Portugiesen die christliche Lehre verbreiten wollen und sich in die Politik des Landes einmischen, werden von Äthiopien aus im Jahre 1632 die Beziehungen abgebrochen. Mit dem Zerfall der Zentralgewalt im 18. Jahrhundert machen sich die Stadthalter - die Ras - der einzelnen Provinzen selbständig. Machtkämpfe brachen aus, aus denen 1853 der Ras Kasa - der spätere Kaiser (Negus) Theodoros II. siegreich hervorging. Der Kaiser einigte das Land und brachte ein umfangreiches Reformwerk auf den Weg. Unterbrochen wurde dies, durch den 1867/68 von Großbritannien begonnenen Interventionskrieg. Zudem hatten sich Italiener der Küste von Eritrea bemächtigt und nun mit allen Mitteln eine Eroberung Äthiopiens zu erreichen suchten.

Die italienischen Truppen erhielten aber unter Kaiser Menelik II. 1895/96 eine entscheidende Niederlage. Äthiopien, dass einst aus Nord- und Zentralä,thiopien bestand, wurde zur Zeit Kaisers Meneliks II. immer weiter nach Süden ausgedehnt - 1897 Eingliederung des im 15. Jahrhunderts entstandenen Staates Kaffa. Ein erneuter Eroberungsfeldzug Italiens unter Mussolini endete mit der Unterwerfung ähiopiens im Jahr 1936. Im zweiten Weltkrieg besetzten britische Truppen mit Unterstützung der Bevölkerung die Hauptstadt Addis Abeba. Ein unabhängiger Staat wurde nun Äthiopien wieder.

Die Bevölkerung lebt zu 90 Prozent in bäuerlichen Familien, die Bodenbau betreiben und Tiere züchten. Neben verschiedenen Hirsearten, wie Durra werden Weizen und das einheimische Brotgetreide Teff angebaut. Bohnen, Linsen, Lein und anderes, die nach einer bestimmten Fruchtfolge kultiviert werden, sind weitere Feldfrüchte. Dazu kommt noch in der Provinz Kaffa und Harrar Kaffee, der als wichtigstes Ausfurhrpeodukt des Landes gilt. Bewässerte Terrassenfelder sind in einigen Landschaften anzutreffen, im Norden und Zentraläthiopien dagegen ist seit langer Zeit der hölzerne oder Eisenpflug bekannt, der von einem Stier gezogen wird. Weitere Arbeitsgeräte der Bauern sind Hacke und Sichel. Viehzucht wird von allen Bauern in größerem oder kleineren Umfang betrieben. Die Amharen, Tigre und Tigrai halten sich Galla Rinder, Ziegen, Pferde und Schafe. Letztere Tierart dient als Schlachtvieh. In Zentralgebieten werden die Tiere nahe der Dörfer gehalten, während im Osten und Südosten die Borana-Galla, Somali und Danakil für halb- oder vollnomadische Viehzucht charakeristisch ist.

In Äthiopien haben sich mehrere Formen des Landeigentums herausgebildet. Es gibt Staatsland, Land des Kaisers, Boden im Norden gehört der Kirche, Besitz des Adels und Besitz der freier Bauern - vor allem im Kernland in Nord- und Mitteläthiopien. Die meisten Bauern sind Pächter auf Land von Großgrundbesitzern, oft diese Bauern noch einwenig Gemeindeland. Der Süden wurde erst später dem Reich angeschlossen, Truppen auf Befehl des Kaisers stationiert wurden. Eine bestimmte Anzahl an Bauern versorgte eine dieser Truppen - dies wurde aber 1942 durch Gesetz aber abgeschafft. Das Land der Großgrundbesitzer wurde nur teilweise bestellt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde eine Landsteuer eingeführt, die auch das unbebaute Land erfaßte. Diese gaben nun die Grundbesitzer an den Staat oder Kaiser zurück, der Bauerngemeinden auf diesem Land anstrebte.

Während im Norden und im Zentrum geschlossene Dorfsiedlungen vorherrschen, ist im Süden das einzeln stehende Gehöft und nur wenige Dörfer charakteristisch. Rundbauen mit Kegeldach sind in der Mitte und Südäthiopien typisch, wo mehrere HÜtten von einem Zaun oder einer Mauer umgeben sind, die ein GeHöft bilden. Öfen meist aus gebrannten Ton, Bänke, hölzerne Betten, viele Matten und große Gefäße, in denen die Nahrungsmittel aufbewahrt wurden, sind die Gegenstände der Inneneinrichtung. In der Mitte christlicher Dörfer steht die Kirche, in Dörfern mit islamischer Bevölkerung eine Moschee.

Als Kleidung, die kunstvoll bestickt war, gehört eine lange Hose, ein langes Hemd und ein Umhang - die Schama.

Seit alters her ist das Handwerk hochentwickelt. Neben der Weberei mit Webstuhl ist das Schmiedehandwerk, die Lederverarbeitung, die Korbmacherei, die Töpferei und weiteres Handwerk auf einem hohen Niveau. Der Großteil der Handwerker lebt in kleineren Städten und Marktsiedlungen, die als Handelszentren der umliegenden Gemeinden dienen. Der Staat hat großes Interesse diese Handwerkssiedlungen zu erhalten, in dem er die Errichtung von Handwerksschulen fördert.

Eine größere Bevölkerungszahl haben nur wenige Städte, wie die Hauptstadt Addis Abeba, Asmara usw. Während im Zentrum der Städte Gebäude nach europäischen Vorbild stehen, weisen die Bauten der Randbezirke auf die ländliche Bauweise hin. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges bemüht sich Äthiopien eine eigene Industrie aufzubauen.
 
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