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Kulturareal Apenninenhalbinsel


 
 

Die Völker der Apenninenhalbinsel

 
Auf der Apenninenhalbinsel und vorgelagerten Inseln leben Menschen von einer relativ einheitlichen Bevölkerung der romanischen Sprach- und Völkergruppe. Im 1. Jahrtausend v. u. Z. war die Bevölkerung der Halbinsel ziemlich zersplittert. Der Nordteil der Halbinsel wurde von Ligurer bewohnt, Mittelitalien von Etrusker, im Bereich der Adria lebten Illyrer und der Süden war die Heimat der Griechen und Phönizier.

In Mittelitalien ließen sich um 1000 v. :u Z. indoeuropäische Bauern- und hirtenvölker nieder, wie die Italiker, Latiner, Sabeller, Umbrer und andere. Gallo-keltische Gruppen kamen im 4. Jahrhundert v. :u Z. nach Norditalien. Die Italiker ließen das Römische Reich entstehen, und aus ihrer Sprache entwickelte sich das Latein, die die Umgangssprache im westlichen Teil des Reiches wurde. Die Ausbreitung der römischen Macht führte zur Verschmelzung und Romanisierung der ethnischen Gruppen der Halbinsel. Nur die Griechen im Süden haben bis in Neuzeit ihre Sprache und Kultur erhalten können. Zur Zeit der Völkerwanderung kamen die Bewohner Italiens auch unter die Herrschaft germanischer Völker, wie den Westgoten um 410, den Ostgoten von 489 bis 555 und den Langobarden um 568. In Norditalien siedelten sich die Germanen an, die keine tiefgreifenden ethnischen Spuren hinterließen, später aber zahlenmßig in der romanischen Grundbevölkerung aufgingen. Auf der Grundlage des Lateins entstand im Mittelalter auch die italienische Sprache. Regionale Unterschiede sind allerdings vorhanden, trotz der Einheitlichkeit der Italiener. Die Lombarden - abgeleitet von den Langobarden - im Norden Italiens sind hochgewachsen und blond, hingegen die schwarzhaarigen Sizilianer im Süden kleiner und dunkelhäutiger sind - zwischen beiden Volksgruppen gibt es mehrere Zwischenformen. Der Dialekt der Sizilianer besitzt zudem einen fremdartigen Lautbestand, der den der Griechen und Araber ähnelt.

Die fortgeschrittene gesellschaftliche Entwicklung in Italien hat auch zwischen Nord und Süd in Siedlung und Kultur Unterschiede hervorgebracht. So hatte sich in Norditalien bedeutende Kultur- und Wissenszentren gebildet - so zum Beispiel Venedig, Genua, Mailand und florenz. So blieben auch vor allem in Süden Italien die Volkstrachten erhalten. Es handelt sich dabei um eine Gamaschentracht der Männer dunklen Mützen und Jacken mit geschlitzten Ärmeln. Volkslieder - besonders auf Sizilien erhalten - und Volkstänze wie Saltarella, Tarantella, Monferina sind teilweise noch erhalten. Auf Sizilien und Sardinien haben sich vom Italienischen abweichende ethnologische Sonderformen entwickelt.

Die Sikuler lebten im Altertum auf der großen Mittelmeerinsel Sizilien, sie sollen die vorfahren der heutigen Sizilianer sein. Trotz der Fremdherrschaft - wie den Phöniziern, Griechen, Römer, Araber, Spanier, Normannen, Katalonen - haben sie das traditionelle Kulturgut bewahren können.

Eine zu den Italienern zurechende Bevölkerung sind die Sarden oder Sardinier. Mit den Korsen verwandt, sind sie eine mit röischen und arabischen Bevölkerungselemente vermischte iberische Bevölkerung. Ihre Kultur haben sie bis in die Gegenwart bewahrt. Dazu gehören neben dem Pflugbau auch der Hackbau, den Gebrauch des Erdofens sowie die festungsartigen Höfe, die nach außen keine Fenster besitzen und sich das Leben auf den geschlossenen Hof mit säulengestützten Vordächern abspielt.

Die Bewohner der Insel Korsika sind sprachlich und kulturell mit den Italienern nahe verwandt. Die Korsen sind die Nachfahren der Iberer und Ligurer, ihr Dialekt ist Italienisch, Französisch ist jedoch die Amtssprache auf Korsika. Ihre Abgeschiedenheit von Frankreich und Italien hat ihre traditionelle Lebensführung vor allem in der ursprünglichen Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau weiterbestehen lassen. Fischerei und halbnomadische Schaf- und Ziegenzucht war Aufgabe der Männer und Haus- und Feldbau das Aufgabengebiet der gesellschaftlich unterdrückten Frauen. Auch gab es weiterhin patriarchalische Sippen. Diese befehdeten sich durch Blutrache (= Vendetta), die auch heute noch nicht ganz beendet wurde.

Das rätoromanische Sprach- und Kulturgebiet liegt im Norden Italiens. Die Räter, deren Kultur bis zur Donau reichte, sind die Vorfahren der Rätoromanen. Die Stellung der Räter in ethnologischer hinsicht ist umstritten. Eine sprachliche Verwandschaft mit den in Italien lebenden Etruskern ist wahrscheinlich. Die Rätoromanen wurden unter römischer Herrschaft völlig romanisiert - es fand eine Übernahme der römischen Sprache und Zivilisation durch eroberte Völker statt. Die Völkerwanderung teilte das Verbreitungsgebiet auf drei voneinander getrennte Teile: Eigentlich leben die Rätoromanen im oberen Inntal der östlichen Schweiz und betreiben Almwirtschaft - Hirtendasein. Ihre Volkslieder, Mythen, Sagen, Volkspoesie und Märchen konnten sie bewahren. Ihr rumantscher Dialekt ist vierte Amtssprache der Schweiz seit 1938. Eine zweite Gruppe sind die Ladiner. die im Dolomitengebiet von Südtirol wohnen und ihre rätoromanische Sprache zu Gunsten der italienischen aufgaben. Die Friauler - auch Furlaner - leben in Friaul in Nordostitalien. Ihre rätoromanische Sprache bewahrten sie, aber kulturell haben sie sich dem Italienertum angepaßt.

Die Malteser sprechen ein Italienisch vermischtes Arabisch. Sie stehen kulturell den Sizilianern nahe, was aber unter komplett anderen Bedingungen von Fremdherrschaften entstand. Die Fremdherrschaften waren die Araber, Byzantiner, Engländer, Johanniter, Karthager, Normannen, Ostgoten, Phönizier, Römer und Wandalen.
 
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