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Kulturareal Arabien


 
 

Die Völker in Arabien

 
Arabien - auch bekannt unter arabischer Halbinsel - ist das Gebiet zwischen den Randgebirgen des Iran und dem Roten Meer und in Nord-Ost-Richtung zwischen dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean. Hier liegen die Länder Syrien, Libanon, Jordanien, Irak, Jemen und Oman. Der größte Teil dieses Territoriums ist Steppe und Wüste. Nur in wenigen Gebieten wie im westlichen Syrien, Jemen und kleinen Teilen des Oman fällt ausreichend Niederschlag für den Anbau von Kulturpflanzen. In Syrien, Palästina, in Mesopotamien - Das Land am Euphrat und Tigris und im Südlichen Arabien gibt es Flüsse, die ständig oder periodisch Wasser führen und damit eine künstliche Bewässerung ermöglichen. Alle drei beschriebenen Regionen sind Besiedlungszentren schon seit altersher. Dazu kommen noch einige wenige Oasen. Der restliche Teil - also die Wüsten und Steppen werden für die Viehzucht von Kamelen, Schafen und Ziegen genutzt oder dienen der Jagd.

Schon im Alten Orient gehörten die arabischsprechende Bevölkerung zur semitischsprachigen Gruppe. Wo einst die Semiten herkamen, zu denen die zahlenreichstenen Vertreter die Araber und Juden sind, gibt es keine gemeinsame Meinung. Zu den ältesten uns heute bekannten Völker zählen die Akkader und die . Sie sind die Schöpfer zahlreicher Kulturdenkmäler, die zu Beginn des 3. Jahrtausend v. u. Z. entstanden, im Zwischenstromland. Vor ihnen lebten die Sumerer, die aber nicht der semitischen Sprachgruppe angehören. Ebenfalls semitische Völker sind die Juden und Phönizier, die erstmals im 2. Jahrtausend v. u. Z. in Erscheinung treten.

Die arabische Sprache mit ihren abweichenden Mundarten wird heute in ganz Nordafrika gesprochen. Grund für ihre Ausbreitung ist die islamische Expansion und die Eingliederung dieses riesigen Gebietes in den arabisch-islamischen Einflußbereich. Etwa um die Mitte des 7. Jahrhunderts begann um die Städte Medina, Mekka und um die weitere Umgebung diese Expansion und breitete sich über die ganze arabische Halbinsel - über Mesopotamien, Ägypten, Syrien und Teile Nordafrikas - aus. Etwa 732, 100 Jahre nach dem Tod von Mohammed - ~570 in Mekka; 8. Juni 632 in Medina - überschritten arabische Heere die Pyrenäen und fielen in Südfrankreich ein.

Zwischen Oman und dem Persischen Golf gab - vielleicht auch heute noch - nahe von Beduinen und Bauern Bevölkerungsgruppen, die sich durch ihre dunklere oder dunkelgelbere Hautfarbe von den anderen Bewohnern abweichen, die noch bevorzugt der Jagd nachgehen. Vermutlich sind sie mit der alten Bevölkerung von Indien - den Weddiden - verwandt. In gesamten Territorium fand große Kulturgeschichte statt, dessen Kenntnisse Aufschlüsse über fast ganz Arabien aufzeigen würde.

Die alten Kulturen in Mesopotamien entwickelten sich in einem der ältesten Gebiete hochentwickelter Kultur. Ihre Wirtschaft beruhte auf dem Bau von Bewässerungsanlagen, die eine planmäßige Zusammenarbeit vieler Menschen benötigte und somit eine relativ hohe Produktion von Nahrungsmittel ermöglichte. Dies begünstigte wiederum die Entstehung von Staaten.

In Südwestarabien dehnte sich die bereits entwickelte Bewässerungskultur gegen Ende des 2. Jahrtausends v. u. Z. wesentlich aus. Anders als im Zwischenstromland - Mesopotamiens - war die Art der Bewässerungsanlagen, sie waren den geographischen Gegebenheiten mit gewaltigen Dammbauten angepaßt und stauten das periodisch auftretende Hochwasser der Flüsse, die in der Trockenzeit kaum oder kein Wasser führten und leiteten es auf die Felder. Zudem sammelte man in riesigen Zisternen Regenwasser. In niederschlagsreichen Randgebirgen kam der Terrassenanbau zur Anwendung. Die Karawanen nach Norden - die bereits im 10. Jahrhundert v. u. Z. stattfand, die Bewässerungskultur und Seehandel bildeten die Grundlage der Wirtschaft im Reich von Saba. Karawanenstraßen durchzogen die Wüste, so dass Mesopotamien, Südwestarabien und Syrien-Palästina Verbindung hatten. Vor der Umsegelung von Afrika wurde der Handel zwischen Indien und Europa über Arabien abgewickelt, an dessen Knotenpunkten Handelszentren entstanden.

Für die Wirtschaftsführung waren die wichtigsten Elemente die Fellachen - also seßhafte Bauern - und Städter als auch Nomaden - die Beduinen. Im gesamten Vorderen Orient ist auch die Wirtschaftsform des Halbnomadismus verbreitet, eine Wirtschaftsform die schon sehr alt ist. Zum einen betreibt man Viehzucht mit Schafen und Ziegen, die mit kleinen Wanderungen verbunden ist, zum anderen wird auf geeigneten Plätzen Getreide angebaut. Da die Niederschlagesmenge und -verteilung in diesem Klima nicht vorhersehbar und unsicher ist, besteht kaum eine Aussicht einer höheren Kulturentwicklung. Die Fellachen haben trotz kleiner Unterschiede im materiellen Kulturbesitz, in der politisch-historischen Entwicklung sowie in der gesellschaftlichen Organisation eine weitgehend ausgeglichene Lebensweise. Ihre Dörfer sind von unterschiedlicher Größe. Die Häuser sind aus Lehmziegeln - in Südarabien vorwiegend aus Stein - gebaut und haben gewöhnlich ein flaches Dach.

Als Vieh halten die Fellachen Esel, Ziegen, Rinder und Maultiere, auf den Feldern werden Gerste, Mais Weizen, daneben auch Gemüse, Bohnen und Linsen angebaut. Zur Bodenbearbeitung dient ein einfacher Pflug. Die meisten Gegenstände des Haushaltes fertigt der Fellache eigenhändig an.

Typisch für die Fellachen sind große Familienverbände, die heute noch teilweise in Stämme organisiert sind und sich auf mehrere Dörfer aufteilen. Urspr&uumL;nglich gehörte das Land dem Stamm oder der Gemeinde, jedoch hatte auch jede Familie Anspruch auf ein Stück Land von bestimmter Größe, was bis heute noch so ist bzw. teilte man das Land neu auf. Der Scheikh ist das Oberhaupt eines Dorfes, dessen Aufgabe es war, die Gemeindeangelegenheiten zu regeln und Streitigkeiten zu schlichten.

Wann sich die ersten Beduinengruppen herausbildeten, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall wurde bereits im 2. Jahrtausend v. u. Z. das Dromedar zum Haustier und erst dann entwickelte sich über einen längeren Zeitraum die Beduinenkultur. Regen bestimmt die Wanderungen der einzelnen Beduinenstämme. Im Januar und Februar begeben sich die Beduinen ins Wüsteninnere. Den Sommer verbringen sie am Rande der Wüsten oder in Oasen, wo ausreichend Wasser und Futter für die Tiere zur Verfügung steht. Der Winterniederschlag fällt im Dezember, wo kurze Zeit in den Wüsten die Vegetation erblüht. Milchprodukte, Brotgetreide, welches sie eintauschen, und Datteln sind die Hauptnahrung der Beduinen. Als Behausung dient das sogenannte schwarze Zelt, dessen Hülle aus zusammengenähten Stoffbahnen besteht, die man aus ziegenhaaren gewebt. Die Größe der Zelte ist unterschiedlich, jedoch haben alle zwei aus einer Ziegenhaardecke getrennte Räume. Im vorderen halten sich die Frauen auf, die hier auch das Essen zubereiten, im zweiten Raum leben die Männer, die hier auch die Gäste empfangen.

In größeren Familiengruppen leben die Beduinen, an dessen Spitze ein patriarchalisches Oberhaupt steht. Mehrere Gruppen bilden einen Stamm und mehrere Stämme können sich zu einem Verband zusammenschließen. Angeführt wird ein solcher Verband von einem einzuflußreichem Oberhaupt, dessen Autorität über die Gebietsgrenze des Verbandes bekannt ist. Die Kontrolle des Karawanenhandels ist die wirtschaftliche und zugleich politische Quelle der Macht der Beduinen. Der Besitz ist unterschiedlich groß. Beduinenscheikhs sind Landbesitzer, welche ihr Land von Landarbeitern bestellen lassen oder an Fellachen verpachten. Handel und Handwerk, das hoch entwickelt ist, bestimmt das Bild einer Stadt. Zahlreiche Angestellte und Diener, welche vor allem im Libanon einen beachtlichen Teil der Bevölkerung bilden, arbeiten für reiche Handelsherren. Die Häuser in älteren Stadtteilen sind meistens zur Straßenseite ohne Fenster, verfügen aber über einen Innenhof. In Südarabien sind hingegen mehrstöckige Häuser mit Fenstern und flachem Dach typisch.br />
Die Araber sind meist Anhänger des Islam. Die Kaaba - das islamische Heiligtum in Mekka - sollte mindestens einmal im Leben ein Mohammedaner aufsuchen. Der größte Teil der Libanesen bekennen sich zum Christentum - Maroniten.

Im gesamten arabischen Orient haben sich im Laufe der Geschichte vorherrschend feudale Besitzverhältnisse entwickelt. Zu Pächtern auf Land von Großgrundbesitzern und auf Staatsland wurde der überwiegende Teil der Fellachen, deren Lage sich durch hohe Pacht- und Steuersummen sehr verschlechterte. Dies zu überwinden, sind die wichtigsten Aufgaben der arabischen Länder in der Gegenwart wie auch in der Zukunft. Erste Schritte in dieser Richtung waren die Bodenreformen 1958 in Irak und Syrien.

Auf Beschluss der Vereinten Nationen und gleichzeitiger Aufhebung des britischen Mandats wurde 1948 der Staat Israel auf einem Gebiet von Palästina gegründet. Israelis sind die Bevölkerung, von denen die meisten Juden sind. Aus vielen Ländern wanderten die Juden in ihre ursprüngliche Heimat des jüdischen Volkes zurück. Bis 1948 bestand der überwiegende Teil der Bevölkerung aus Arabern, die während des Krieges, den Israel zwischen 1948 und 1949 führte, nach Jordanien und auf ägyptisches Territorium flüchteten. Eine gemeinsame Sprache fehlte den eingewanderten Juden. Das Iwrit - eine modernisierte Fassung des Althebräischen - wurde die offizielle Sprache, die heute jeder Einwanderer lernt. Die Industrialisierung Israels entspricht in etwa den Ländern in Europa.
 
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