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Die Völker der Balkanhalbinsel |
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Nachkommen einer der ältesten Kulturvölker sind die Griechen,
die im Mittelalter noch kein einheitliches Volk der Griechen bildeten. Es gab nur sprachlich
wie auch kulturell verwandte Völkerschaften, die heute unter den Namen Achäer,
Äolier, Dorier und Ionier bekannt sind. Als sogenannte Hellenen wurden
alle Völker erst seit dem 7. Jahrhundert v. u. Z. gemeinsam bezeichnet. Sie
begannen als Bodenbauern und Viehzüchter und widmeten sich später dem Handel, Gewerbe
und ganz besondere Aufmerksamkeit erhielt die Seefahrt.
Während ihrer Ausbreitung im 8. bis 6. Jahrhundert v. u. Z. verbreiteten sie sich
über fast alle Mittelmeerländer. Durch die Feldzüge von Alexander von Mazedonien
kam die hellenistische Kultur sowie die griechische Allgemeinsprache - Koine - im 4. Jahrhundert
v. u. Z. nach ägypten, Iran, Syrien und Baktrien - historischen Landschaft um die
Hauptstadt Baktra im heutigen Afghanistan. Selbst im Röischen Reich war im gesamten
östlichen Mittelmeergebiet Griechisch die Amtssprache. Während des Byzantinischen Reiches
gab es immer noch die griechische Sprache selbst Griechen außerhalb von Griechenland. Erst
mit dem arabischen Kalifats im 7. Jahrhundert und durch den Einfall der türkischen
Seldschuken im 11. Jahrhundert aus Innerasien wurde erst der Siedlungsraum eingeschränkt
bevor sie in Vorderasien und den Großteil Kleinasiens aufgeben mußten. Griechenland
selbst wurde im 7. bis 9. Jahrhundert von südslawischen Bauern und Viehzüchtern besiedelt.
Ihnen folgten im 13. und 14. Jahrhundert die Albaner. Sowohl die südslawischen Bauern
als auch die Albaner wurden später das griechische Volk. Die osmanischen Türken eroberten
zwischen 1393 und 1471 gesamt Griechenland und im Jahre 1571 auch noch Zypern. Zur Zeit der
mehrhundertjährigen türkischen Fremdherrschaft fielen auch noch Albaner nach Griechenland
ein. Nach der Unabhängigkeit Griechenlands zwischen 1822/29 bildete sich das neugriechische Volk
wie auch die neugriechische Sprache heraus. In der Aussprache unterscheidet sie sich vom Altgriechischen,
hingegen die altgriechische Schrift erhalten blieb.
Die Einflüsse der eingefallenen Völker und der langen Fremdherrschaft hinterließ in
der griechischen Volkskultur erhebliche Spuren. So ist die griechische Männerbekleidung - die
Fustanella - auf albanische Tradition zurückzuführen, Bräuche, Gesang, Mythen und Tanz
auf den Einfluss der slawischen und albanischen Kultur. Als die die Türken gegen die Griechen
den Krieg von 1921/22 gewannen, verjagten sie die Griechen aus der Türkei.
Shkipetaren ist die Selbstbezeichnung der Albaner. Sie sind die Nachkommen der Illyrer. Trotz
römischer, byzantinischer, normannischer und venezianischer Fremdherrschaft konnten die Albaner
ihre tradinelle Volkskultur erhalten, jedoch die Sprache wurde beeinflußt. Unter Skanderbeg
wehrten sich die Albaner von 1443 bis 1968 gegen das Vorrücken der Türken, besaßen
aber nicht die Möglichkeiten die türkische Herrschaft zu verhindern. Bis 1912
beeinflußten die Türken die Albaner, was Stillstand der gesellschaftlichen Entwicklung
bedeutete. Unter der türkischen Herrschaft wurde Mittelalbanien der Islam aufgezwungen.
In zwei kulturelle und sprachliche Gruppen teilt man die Albaner: Im Norden des Shkumbiflusses leben
die sogenannten Gegen und im Süden die Tosken, die auch Albanien die Schrift gaben. Die
Fremdherrschaft hatte das Land ökonomisch wie auch gesellschaftlich in der Entwicklung stark
gebremst. Sie betrieben in den Ebenen Ackerbau mit Mais und Weizen und in den Bergen Viehzucht, die
auf periodisch geführten Nomadismus beruhte. Die im Norden lebenden nichtislamisierten Stämme
stützten ihre Gesellschaft auf die Blutsverwandtschaft mit einer patriarchaischen Sippen- und
Stammesverfassung - auf der der Vater den Vorrang hatte - basierte. Damit konnten sie ihre Volkskultur
schützen.
Bis in die Gegenwart werden noch traditionelle Trachten getragen - die Fustanella ist Tradition in
Südalbanien. Besonders in Nordalbanien aber auch in anderen Landesteilen Albaniens sind steinerne
Wehrbauten - sogenannte Kubas - anzutreffen, die Sicherheit gegen bis fast in heutige Zeit ausgeübte
Blutrache, die nur die Männer austrugen, boten. Deshalb haben meist die Frauen die Feldarbeit und
Weidewirtschaft neben der Hausarbeit verrichtet. Der Hakenpflug ist noch in den Ebenen verbreitet.
Die Braut wurde gekauft oder geraubt.
Die Albaner leben heute in Albanien, in angrenzenden Berggebieten des einstigen Jugoslawiens, in
Süditalien und auf Sizilien, deren Nachkommen die Flüchtlinge der türkischen Herrschaft
sind. |
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