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Geschichte Asiens - China: Frühe Kulturen


 
 

China - Yangshao, Longshan, Hemudu, Liangzhu


Beginn der archäologischen Ausgrabungen im Bereich der Zentralebene, Mittel- und Südchina


Bereits zur Songzeit - 960 bis 1279 - fanden chinesische Gelehrte Interesse an Bodenfunden aus längst vergangenen Zeiten. Jedoch konnten sie die Zusammenhänge ihrer Kenntnisse nicht exakt einordnen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten sich begründete wissenschaftliche Kenntnisse durch das Wirken von Li Ji gewonnen werden.

1921 entdeckte der Schwede Johan Gunnar die nach ihrem Fundort in Henan benannte Yangshao-Kultur aus dem 5. bis 3. Jahrtausend v. Chr. Damit begann die systematische Erforschung von Bodenfunden der prähisorischen Kulturen in China. Über 7.000 Grabungsstätten sind heute aus der Jungsteinzeit - dem Neolithikum - registriert und dazu kommen noch zahlreiche Fundorte aus der Alt- und Mittelsteinzeit. Möglich machte diese Grabungstätigkeit die Gründung der Volksrepublik China 1949 und die ausländische Beteiligung bei dieser Arbeit.

Die Anstrengungen der Ausgrabungen konzentrierten sich nach 1949 vor allem auf das nördliche China, da hier der Auffassung der Experten nach im Bereich des Hwangho die sogenannte Wiege der chinesischen Kultur lag. Die archäologischen Funde bestätigen das und die nachfolgenden ältesten Dynastien als Erbe der nordchinesischen neolithischen Kulturen aufzufassen sind.

Aber in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts mußte man feststellen, dass neu entdeckte Steinzeitkulturen in Mittel- und Südchina durch Wanderungen oder Kulturentfaltung diese Thesen nicht aufrechterhalten konnten. Zeitberechnungsuntersuchungen ergaben, dass in ganz unterschiedlichen Regionen kulturelle Zeugnisse unabhängig voneinander zeitgleich entstanden waren. Einige dieser Errungenschaften verbreiteten sich erst im Süden, ehe sie in den Norden kamen. Zudem hatten mehrere unabhängige und eigenständige Lokalkulturen lange Entwicklungsphasen durchlaufen.


Die frühen Kulturen - Yangshao, Longshan, Hemudu, Liangzhu


Die Yangshao-Kultur


Die Yangshao-Kultur soll nach der Auffassung der Archäologen in der Entwicklung zu den Dynastien der Beginn gewesen sein. Im Jahre 1953 fand man in Banpo nahe Xi'an Überreste einer Siedlung dieser jungsteinzeitlichen Kultur, deren Alter auf das 5. Jahrtausend v. Chr. datiert wurde.

Diese Menschen lebten bereits in Dörfern, in deren Mitte ein Großgebäude stand, um das - zumindest in Banpo - 45 kleinere rechteckige oder runde, leicht in den Boden vertiefte Hütten gruppiert liegen. Der Eingang aller Hütten war nach Süden gerichtet. Und rings um diese Hütten hatten die Bewohner einen ovalen bis zwei Meter tiefen und zwei Meter breiten Wehrgraben angelegt.

Außerhalb dieses Grabens legten die Wissenschaftler ein umfangreiches Gräberfeld frei, in deren Gräber man Schmuck, Waffen und einfaches Werkzeug fand.

Als Nahrungsgrundlage bauten sie bereits Hirse an, beschäftigten sich mit der Jagd und hielten Schweine und Hunde als Haustiere. In einem der Dorfviertel betrieb man das Töpfereihandwerk, auf deren rotbemalter Keramik schwarze schriftähnliche Piktogramme zu sehen sind, die als Vorläufer der chinesischen Schrift zugeordnet wurden.


Die Longshan-Kultur


China - Gefäßder Hemudu-Kultur Der Yangshao-Kultur folgte die der Longshan. Ihre Verbreitungsgebiete sind am Gelben Fluss und seiner Nebenflüsse zu finden. Benannt wurde diese jungsteinzeitliche Kultur nach der Landschaft Longshan in der Provinz Shandong am Unterlauf des Hwangho. Die klassische Phase dieser Kultur lag zwischen 2.500 und 1.900 v. Chr.

Diese Menschen lebten meist mit einem Wall umgebenen Dörfern, betrieben Ackerbau und gingen der Züchtung von Schafen, Schweinen, Rindern und Pferden nach. Für die Herstellung ihrer Keramikwaren verwendeten sie bereits eine Töpferscheibe, mit der sie graue bzw. schwarze polierte, feinste Gefäße herstellten.

Ein besonderes und für diese Kultur kennzeichnendes Merkmal sind die Vorkommen von Kupfergegenständen wie beispielsweise kleine Anhänger, Ahlen, Zeremonialwaffen und -werkzeuge, Scheibenringe etc.

Heute wird die Longshan-Kultur als Vorreiter der Shang-Dynastie, deren Kultur im 16. Jahrhundert v. Chr. beginnt, angesehen.


Die Hemudu-Kultur


China - Liangzhu-Kultur Die in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckte Hemudu-Kultur, die zwischen dem 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. lebte, ist ein typisches Beispiel für eine sogenannte Südkultur. Ihre Verbreitung lag südlich der Hangzhou-Bucht in der Provinz Zhejiang.

Hier kultivierten sie bereits die heute noch wirtschaftlichste und wichtigste Reisart Oryza sativa aus der Pflanzengattung der Familie der Süßgräser.

Zudem verstanden die Menschen der Hemudu-Kultur fortgeschrittene Zimmermannstechniken wie Verzapfungen und Überplattungen einzusetzen. Ihnen waren auch Verfahren bekannt, die Holzgefäße vor Feuchtigkeit oder aggressiven Flüssigkeiten schützten. Dazu trugen sie mehrere Schichten von Lacken auf, die 100 Grad Celsius und mehr aushalten konnten.

Diese Techniken kamen erst viel später in die Zentalebene von China.


Die Liangzhu-Kultur


Die Liangzhu-Kultur ist eine chinesischen Kultur des späten Neolithikums an der Südostküste von China. Im Gebiet des Tai-See im unteren Jangtse-Tal in China entdeckten in den 70er und 80er des 20. Jahrhunderts Archäologen spätneolithische Gräber, die der Liangzhu-Kultur zugerechnet werden.

Die Menschen dieser Kultur lebten in einer Zeit zwischen 3.400 und 2.000 v. Chr. In ihren Gräbern fand man mehr als 5.000 Jadestücke, darunter perforierte Scheiben und Röhren.

In der Zeit der Liangzhu-Kultur sollen auch die sogenannten Cong- und Bi-Jaden ihren Ursprung haben. Mit ihrer Ausbreitung in der Interaktionssphäre wurden auch die damit verknüpften Vorstellungen und Zeremonien weitergegeben und damit ein Beitrag geleistet, in der die religiös-rituelle Gemeinsamkeiten entstanden, die heute so typisch für China angesehen werden.


Bildquellen:
English: Jade Disk
Liangzhu Culture
Neolithic Period (3300 - 2200 B.C.)
Excavated at Yuhang, Zhejiang Province. National Museum of China.
Exhibition "Treasures of China", canadian Museum of Civilisation, 2007.
Symbolizing heaven, such disks were ritual objects - this particular disk
is a symbol of weath, military power, and religious authority.
Most such disks have been found in tombs belonging to high officials and aristocrats,
and required much skill and patience to produce;
this disk's rough shape suggests it was hastily produced for burial purposes.
Datum 25. Oktober 2007
Quelle Eigenes Werk
Urheber Editor at Large
Genehmigung
(Weiternutzung dieser Datei) Own work, share alike, attribution required (Creative Commons CC-BY-SA-2.5)
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Beschreibung English: Black Pottery Cauldron
Hemudu Culture
Neolithic Period (ca. 5000 - 3000 B.C.)
Excavated at Yuyao, Zhejiang Province, 1973
The Hemudu Culture, which was located along the lower reaches of the Yangzi River, formed these cooking
cauldrons from built-up layers of clay flakes, which were decorated with an overlapping rope pattern.
They were placed over open fires.
Datum 25. Oktober 2007
Quelle Eigenes Werk
Urheber Editor at Large
Genehmigung
(Weiternutzung dieser Datei) Own work, share alike, attribution required (Creative Commons CC-BY-SA-2.5)

 
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