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Entstehung des Menschen


 
 

Die Entstehung des Menschen - des Homo sapiens sapiens

VOR 6 MIO. JAHREN
Beginn der Trennung der Stammlinien der Menschenaffen von denen der Hominiden
 
Beispiel: Orrorin tugenensis oder Millennium-Man
 
VOR 3,75 - 3,5 MIO. JAHREN
Australopithecinen-Fund in Laetoli in Tanzania
 
VOR 3,3 - 2,9 MIO. JAHREN
Australopithecinen-Fund bei Hadar in Äthiopien
In diesem Zusammenhang gleich Eintrag direkt hier darunter
 
VOR 3,2 MIO. JAHREN
Das Skelett von "Lucy" wurde auf diese Zeit datiert.
 
VOR 2,5 MIO. JAHREN
Allererstes Exemplar von Homo in Chemeron am Baringo-See
 
VOR 2,5 MIO. JAHREN
Erneut Trockenheit: Im Evolution-
prozeß entstehen zwei neue Zweige Australopithe-
cinen mit robusten Kauwerkzeug und Homo rudolfensis
 
vor Mio. Jahren
 
VOR ETWA 1,5 MIO. JAHREN
Der Homo erectus hatte sich entwickelt, er verwendete erstmals den Faustkeil und nutzte das Feuer
 
vor Mio. Jahren
 
VOR 100.000 BIS 40.000 JAHREN
Homo sapiens sapiens löst seine Vorgänger ab
 
VOR 25.000 JAHREN
Asien wird vom Menschen besiedelt
 
 
Die Wiege der Menschheit liegt in den Savannen des afrikanischen Kontinents. Hier richteten sich vor Millionen Jahren erste Primaten auf, um zweibeinig neue Lebensräume zu erschließen. Im November 2000 fand man in den Tugen-Bergen in Zentralkenia Kiefer- und Knochenreste und Funde von Zähnen von fünf schimpansengroßen Individuen. Die Skelettreste wiesen ein Alter von 6 Millionen Jahren auf und gehören zweifellos zu den ältesten menschenähnlichen Wesen. Der wissenschaftliche Name des Fundmaterials trägt die Bezeichnung «Orrorin tugenensis», was in der Sprache der hiesigen Bevölkerung «ursprünglicher Mensch» bedeutet. In der Öffentlichkeit setzte sich aber der Name Millennium Man durch. An den Oberschenkelknochen konnten die beiden Wissenschaftler Brigitte Senut und Martin Pickford, die die Forschungen durchführten, zweifelsohne feststellen, dass bereits vor 6 Millionen Jahren sich der aufrechte Gang zu entwickeln begann. Es muß die Zeit gewesen sein als sich die Stammlinien der Menschenaffen von denen der Hominiden - also dem Menschenartigen - trennten.

Grabungen in den letzten 30 Jahren haben weitere immer ältere Hominidenarten zu Tage gefördert, die die Verwandtschaftsverhältnisse der verschiedenen Stammlinien erschweren.

Die Gattung Homo, welche sich bis zum modernen Menschen dem Homo sapiens sapiens entwickelte, gehört wie die Gattung Australopithecinen - also der sogenannte Südaffe, die sich in weitere Unterarten gliedert, wie Millennium Man, die 4,4 Millionen Jahre alte Gattung Ardipithecus und die 2001 gefundene ca. 3,5 Millionen Jahre alte Gattung Kenyanthropus - zur Familie der Hominiden.

Alle Hominide haben ein und dasselbe Kennzeichen - den aufrechten Gang. Warum sich aber Affengruppen im Laufe der Evolution auf den Hinterbeinen aufrichteten, ist bis heute Spekulation und es gibt auch zahlreiche Theorien. Globale Klimaänderungen und tektonische Bewegungen vor rund 10 bis 8 Millionen Jahren in der Zeit des Miozän haben die Kontinentalplatten der Erdkruste verschoben, so dass in Afrika die Erde auf 4.000 Kilometer aufriss und das ostafrikanische Grabensystem des Great Rift Valley entstand. Der Graben bildete für die Primatenpopulation eine unüberwindbare Barriere und verursachte eine räumliche Aufspaltung der gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschenaffe.

Das Klima änderte sich - es wurde kühler, so dass sich an den Polkappen Vereisungen bildeten, die riesige Wassermassen banden. Der Tropenwald, der Afrika bedeckte, wurde immer lichter, Grasland mit Bauminseln und kleinere Wälder breiteten sich aus, auch saisonale Regen- und Trockenzeiten entstanden. Der Graben bildete eine Wetterscheide - westlich regnete es und östlich breitete sich eine Monsumzone mit anhaltenden Trockenzeiten aus.

Diese klimatischen Veränderungen hatten zur Folge, dass sich die Tierwelt auf der Ostseite des Grabens rasch an die neuen Gegebenheiten anpassen mußte.
Die ersten Hominiden stiegen von den Bäumen und übernahmen den aufrechten Gang. Hochaufgerichtet konnten sie die mit mannshohen Gras bewachsenen Ebenen überschauen und die Distanzen zwischen den Bauminseln sicher überqueren. Funde der ältesten Australopithecinen wurden auf etwa 4,2 Millionen Jahre datiert. Sie konnten bereits aufrecht gehen, waren aber auch noch auf ein Leben in den Bäumen angepaßt.

Vor mehr als 3,6 - bei anderen Quellen 2 - Millionen Jahren entstand in der afrikanischen Ebene der sogenannte «Südaffe» (lat.: Australopithecus - besser Australopithecus afarensis). In Nordäthiopien fand man das besterhaltene Fossil dieser Art. Sein Entdecker nannte sie «Lucy» (siehe Info-Kasten 2). Bei Gefahr wird er sich auch weiterhin in die Baumkronen gerettet haben. Die Bedingungen in der Savanne waren gefährlicher geworden, was eine Veränderung des sozialen Leben der frühen Hominiden zur Folge hatte. Sie begannen sich zu größeren Gruppen - etwa 20 Personen - zusammenzuschließen. Eine noch größere Gruppe bot zwar noch mehr Schutz, benötigte aber ein weitaus größeres Territorium zur Nahrungsbeschaffung. Neben vegetarischer Kost standen Reptilien, Jungvögel und Termiten auf dem Speiseplan. Einfache Hilfsmittel wie Stöckchen und Steinchen dienten dem Zugänglichmachen durch Ausgraben und Aufschlagen der Nahrung. Schnittspuren auf Knochenresten deuten jedenfalls auf Werkzeuggebrauch hin.

Erneut änderten sich vor 2,5 Millionen Jahre die Lebensbedingungen - Trockenheit in Afrika und auf dem Nordteil der Erdkugel begann die Eiszeit. Die Natur regierte mit zwei Evolutionstypen: einmal ein robuster Zweig der Autralopithecinen, mit mächtigen Kauapparat, um Nüsse und hartschalige Früchte zu beißen, und einen Zweig der auf Vielseitigkeit setzte, den Homo. Der älteste Urahn des Menschen ist der Homo rudolfensis - benannt nach dem gleichnamigen See in Kenia. Beide Spezies lebten zur gleichen Zeit - Unterschied lag darin, dass letztgenannte ein größeres Gehirn besaßen und den Gebrauch von Steinwerkzeugen begannen, was das Nahrungsspektrum wesentlich erweiterte.

Lucy besaß ein Gehirn eines Schimpansen, hingegen das des Homo rudolfensis wesentlich größer war:
Gehirn des Australopithecinen   320 -  480 cm3
Gehirn des Homo rudolfensis   750 cm3
Gehirn des Homo sapiens sapiens 1200 - 1700 cm3
Der Homo rudolfensis konnte durch neue Überlebensstrategien entwickeln. Um an eine nährstoffreichere wie auch porteinhaltige Kost zu gelangen, aß er auch Aas, was für das Wachstum des Gehirnes unbedingt benötigt wurde. Geier wiesen ihm den Weg,. der schnell zurückgelgt werden mußte, um diesen Aasfressern und wilden Tieren die Beute streitig machen zu können. Da das Allfressergebiss des Homo rudolfensis nicht ausgerichtet war, die Beute zu zerreißen, waren Werkzeuge erforderlich. Die Kadaver zerschnitt er deshalb mit scharfkantigen Steinschabern in Stücke, danach galt es die Beute in Sicherheit zu bringen. Mit größeren Steinbrochen war der frühe Mensch in der Lage Knochen zu zerschlagen, damit kam er an das nahrhafte Knochenmark heran.

Mit Werkzeugen war es einfacher geworden, zu überleben. Der Homo erectus beherrschte schon vor 1,5 Millonen Jahren die Fähigkeit Faustkeile zielgerichtet herzustellen, was den Menschen weniger von der Natur abhängig machte und sogar unter widrigen Lebensbedingungen ein Überleben zu ermöglichen. Das Feuer lernte er zu zähmen und für sich nutzbar zu machen, so konnte er wilde Tiere verjagen, Essen zu bereiten und es spendete sogar Wärme. Planmäße Jagden fanden statt und die Beute wurde zu festen Rastplätzen gebracht, wo sie zerlegt und verteilt wurde. Spezialisten für einzelne Aufgaben, Zusammenhalt und Solidarität in der Gruppe wurde überlebensnotwendig und immer wichtiger. Ein Grund dafür war, dass durch die Evolution der Nachwuchs immer früher kam. Deshalb benötigten die Frauen nun viel mehr Zeit für den Nachwuchs.

Die Männer sicherten durch Nahrungsbeschaffung den Fortbestand der Gruppe. Da die Aufgaben der Gruppe immer komplexer wurden, war es unbedingt erforderlich, dass man sich verständigten konnte - so entwickelte sich allmählich die Sprache. Wann der Mensch mit Sprechen begann, ist bis heute nicht genau bekannt. Der Homo erectus dürfte bereits eine verkümmerte Sprache besessen haben.

Alle Voraussetzungen für die kulturelle Evolution waren erfüllt. Damit konnte der frühe Homo erectus vor 2 Millionen Jahren seine Heimat Afrika verlassen und der Homo sapiens sapiens breitete über die gesamte Erdkugel aus.

Weiter geht es bei Sprache und Ausbreitung
 
Literatur:
Zauber und Schönheit unserer Erde, Verlag Das Beste, Stuttgart 1992
Biologie in Übersichten, Volk und Wissen, 8. Auflage, Berlin 1975
Die Entstehung unserer Zivilisation, Reader's Digest, Verlag Das Beste GmbH, 1. Nachdruck 2007
 
 
Info-Kasten 1 - Die Stellung des Menschen im System der Tiere
Stamm

Chordatiere

Unterstamm

Wirbeltiere

Klasse

Säugetiere

Ordnung

Primaten

Unterordnung

Affen

Teilordnung

Schmalnasenaffen

Überfamilie

Menschenähnliche

Familie

Menschenartige

Gattung

Mensch (Homo)

Art

Homo sapiens

 
Info-Kasten 2 - Lucy
Lucy, die Urahnin der Menschheit Weltbekannt werden meist nur wenige Menschen. Diese Ehre kommt erst lange nach dem Tod. Lucy war schon mehr als 3 Millionen Jahre tot als man ihre sterblichen Überreste bei Hadar in der Afarsenke südlich von Tenhado am Rand des äthiopischen Hochlandes fand. Die dritte internationale Afar-Expedition im Jahre 1974 brachte diese wissenschaftliche Sensation, die von den beiden Franzosen Maurice Taieb und Yves Coppens sowie dem Amerikaner Donald Johanson organisiert war, zutage. Etwa 50 Knochenreste wurden am Fuß eines Sandhügels gefunden, die D. Johanson auf eine Sperrholzplatte in ihrer anatomischen Lage anordnete. Da Forscher bestrebt sind, ihre Funde zu benennen - ließen sie sich vom Beatles-Titel Lucy in the Sky with Daimond inspirieren. Anhand von Körnern der Minerale Epidot, Quarz und Zirkon, die aus vulkanischen Gesteinen der Afarsenke stammten, konnte das Alter der Sandschicht, in der Lucy lag, ermittelt werden. Die Schicht lag zwischen einer 3,1 Millionen Jahre alten Basaltdecke und einer 2,8 Millionen Jahre alten Schicht vulkanischer Aschen. Der Sand war wahrscheinlich an einem sumpfigen Ufer eines Sees abgelagert worden. Ganz nahe der Fundstätte hatte D. Johanson Nester mit Krokodileiern und Knochen von Säugern, die längst ausgestorben sind, gefunden. Wenn uns Lucy heute begegnet würde, käme uns unser ältester Vorfahr wie ein Affe vor.

 
Info-Kasten 3

Merkmale des Menschen,
die mit anderen (1)...
Merkmale des Menschen,
die sich von anderen (2)...
(1)
Säugern übereinstimmen
(2)
Primaten
unterscheiden
Zentrales Nervensystem Aufrechter Gang
Wirbelsäule und 2 Paar Gliedmaßen hohe Entw. des Zentralnerven-
systems, Sprache, Denken, Bewußtsein; vorausschauen-
des, zielstrebiges und planmäßiges Arbeiten...
stark gekammerte Lungen
2 Vor- und 2 Herzkammern bestehendes Herz, doppelter, geschlossener Blutkreislauf, gleichwarme Körper-
temperatur
Leben in der Gesellschaft: weitgehende Unabhängigkeit von natürlicher Umwelt; Schöpfer von Wissenschaft, Technik und Kunst; Erkennen von Vorgängen in Natur und Gesellschaft; Anwendung der Erkenntnisse abhängig von der Gesellschafts-
ordnung...
innere Befruchtung und Keimling im Mutterleib, Säugen des Neugeborenen
 



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