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Kulturareal Frankreich


 
 

Die Völker in Frankreich

 
Die Mehrheit der in Frankreich lebenden Personen gehören der französischen Nation und anderen romanischen Völkern - wie Italiener, Spanier, Katalanen, Wallonen - an. In der Bretagne leben Reste der einst weit verbreiteten Kelten - die Bretonen, in den Pyrenäen leben noch Basken, im Norden Flamen und in den gleichnamigen nordostfränzösischen Landschaften Elsässer und Lothringer, die der germanischen Sprachgruppe angehören.

Die Iberer im Südwesten, die Liguren von der Rhône bis zum Alpengebiet, vor allem aber die keltischen Gallier und die mit germanischen Stämmen vermischten Belger im Norden sind die ältesten nachweisbaren ethnischen Gruppen in Frankreich. Das seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. existierende griechische Kolonisationszentrum Massilia besaß besonderen Einfluß auf die Südgallier und Ligurer.

Cäsar unterwarf 58 v.  u. Z. ganz Gallien - wie Frankreich einmal bezeichnet wurde - für Rom. Zu dieser zeit war die Urgesellschaft in Frankreich längst in Auflösung. Starke Veränderungen unter der römischen Herrschaft waren in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und geistiger Hinsicht die Folge für die gallische und ligurische Bevölkerung, es fand also eine umfassende Romanisierung - es fand eine Übernahme der römischen Sprache und Zivilisation durch eroberte Völker - statt. Die lateinische Sprache überstand alle diese Wirren, sie wurde die Grundlage der sich im frühen Mittelalter entwickelnden französischen und provenzalische Sprache.

Zur Zeit der Völkerwanderungen fielen zahlreiche germanische Völker in Frankreich ein, wie zum Beispiel die Sueben, Wandalen und Westgoten, aber keins dieser Volksgruppen brachte einen solchen Einschnitt wie die germanischen Franken im 3. bis 5. Jahrhundert. Es entstanden in Nordfrankreich bis zur Seine - später bis zur Loire - bäuerliche Siedlungen.

Trotz alledem, dass die Franken politisch herrschten, kamen sie in den Einfluß der Romanisierung. Die resultierende Folge war die Angleichung der Franken an die gallo-romanische Bevölkerung und es entstand das französische Volk. Die Franzosen unterscheiden sich aber zwischen Nord und Süd. Die sogenannten nordfranzosen sind größer vielfach blond, hingegen die Südfranzosen kleiner und etwas dunkler sind. Etwa entlang der Loire verläuft die Trennungslinie - hier ist auch seit dem 6./10. Jahrhundert die Trennungslinie zwischen der Langue d'iol = dem Altfranzäsischen im Norden und dem Langue d'oc = Provenzalischen im Süden. Der altfranzösische Dialekt Île de France erlangte die größte Bedeutung und wurde die Grundlage des Mittelfranzösischen etwa um 1350. Das Neufranzösische beginnt etwa Ende des 16. Jahrhunderts. Die einheitliche französische Nation wurde durch die frühe staatliche Einigung Frankreichs gefördert. Jedoch führte die hohe wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung fast zur Zerstörung der ursprünglichen französischen Volkskultur. Seit der französischen Revolution sind alte Bräuche und traditionelle Trachten verschwunden.

Im 17. und 18. Jahrhundert wanderten viele Franzosen nach Nordamerika aus. Die französisch sprechende Bevölkerung lebt heute in Ostkanada - es sind die sogenannten Franko-Kanadier.

Im Westen Frankreichs leben die Bretonen, deren Sprache zur britannischen Gruppe der keltischen Sprachen gehört. Sie sind die Nachkommen der im 5. und 6. Jahrhundert aus England geflüchteten Kymrer. Ihre Heimat, die Bretagne, wurde im 13. Jahrhundert durch Frankreich einverleibt, ihre Kultur und Sprache haben sie jedoch erhalten. Die Bretonen waren wagemutige Seefahrer und Fischer. Bräuche der vorchristlichen Zeit sind heute noch lebendig und zu feierlichen Anlässen werden die traditionellen bretonischen Volkstrachten zur Schau gestellt.

In Nordfrankreich leben die Elsässer und Lothringer in den gleichnamigen Landschaften. Beide Volksgruppen führen ihre Existenz auf ansässige Vorfahren aus dem 3. bis 5. Jahrhundert - die Elsässer auf die germanischen Alemannen und die Lothringer auf die Franken - zurück. Unter deutscher Herrschaft lebten sie im Mittelalter bis ihre Gebiete im 17. Jahrhundert von Frankreich 1681 erobert wurden. Die deutschsprachigen Elsässer und Lothringer fühlen sich seit der Französischen Revolution zu Frankreich gehörige Bürger.
 
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