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Die Geschichte von Australien |
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Die Ausbreitung des Menschen in Australien
Der sogenannte Afrika-Mensch, der vor 200.000 Jahren lebte, zog vor 100.000 Jahren in
einer zweiten Auswanderungswelle nach Europa und Asien und verdrängte damit den
Homo erectus. Der heutige Mensch (Homo sapiens sapiens) entwickelte sich vor 40.000
Jahren. Er war erstmals in der Lage durch Geschick spezialisierte Werkzeuge und
Geräte aus Stein und Knochen zu fertigen.
Durch die Wanderungen nach Norden wurde die Haut nach und nach immer heller und konnte
sich so der verminderten Sonneneinstrahlung anpassen. Dadurch konnte sich der Mensch nach
Eurasien und sogar bis nach Australien ausbreiten. Der Meeresspiegel lag damals viel
niedriger als heute und Neuguinea sowie viele Inseln waren miteinander verbunden. Eine
ganz besondere Leistung wagten sich die zukünftig ersten Australier, die mit Booten
über ein unbekanntes Meer fuhren und nicht einmal eine Küste sahen, auf welche
sie zu steuerten.
Der australische Archäologe Robert Bednarik vertritt die These, dass bereits vor
60.000 Jahren die Vorfahren der Australier und Tasmanier per Floß oder Boot das
australische Festland bzw. Tasmanien erreicht haben. Sie kamen wahrscheinlich aus
Polynesien. Um dies zu beweisen, unternahm er mit 5 Begleitern auf einem Floß aus
Bambus, Teakholz und Palmblättern, dass mit Seilen aus Pflanzenfasern zusammengebunden
war, eine Reise im Dezember des Jahres 1998. Sie segelten von der Insel Timor in 13 Tagen
nach Australien.
Das Skelett des sogenannten Mungo Man, welches im Südosten von Australien gefunden
wurde und 62.000 Jahre alt ist, stützt diese Theorie. Mungo Man konnte nur übers
Meer nach Australien gelangen, da es zum fünften Kontinent keine Landverbindung gab.
Er könnte von Indonesien her mit einem Floß oder Boot das australische
Festland erreicht haben.
Die Entstehungsgeschichte einer Bevölkerung - Ethnogenese - ist ein kompliziertes
Gebiet in der Völkerkunde, das auf die Hilfe der Anthropologie, Urgeschichtsforschung
und der Sprachwissenschaft angewiesen ist.
Die Australier und Tasmanier, so konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden,
unterscheiden sich von anderen Rassen in ihren bestimmten Eigentümlichkeiten der
Körperbeschaffenheit. Festgestellt konnte auch werden, dass der australide Mensch
nicht seinen Ursprung in Australien hat.
Die Sprachen der Die Australier und Tasmanier lassen nicht auf einen gemeinsamen
Ursprung schließen. Von den 500 Stammesdialekten und -sprachen ist der Wortschatz
benachbarten Stämme ähnlich. Die untereinander verwandten tasmanischen Stämme
können aber nicht den australischen Sprachen zugeordnet werden.
Wo kamen die Australier und Tasmanier her? Die Frage nach der Herkunft und der
Zeit ihrer Einwanderung ist heikel, da doch die Australier und Tasmanier
sprachliche, kulturelle und physische Unterschiede besitzen. Dadurch Australien schon
frühzeitig von der übrigen Welt isoliert war, kann der Kontinent nicht am langen
und komplizierten Prozeß der Menschwerdung teilgenommen haben. Menschen des australiden
Typs betraten den kleinsten Erdteil im dritten Jahrtausend vor der Zeitrechnung, so konnte an
Hand von Ausgrabungen festgestellt werden. Sie gelten als direkte Vorfahren der heutigen
Ureinwohner. Steinwerkzeuge, die gefunden wurden, sind mesolithisch. Außerhalb
Australiens wurden auch Gegenstände mesolithischer Jäger gefunden. Diesen
Jägern werden die prähistorischen Felsmalereien zugeordnet. Bis heute vertreten
die Australier das Jägertum, wie es vor 8.000 Jahren in der Kultur des Menschen
vorhanden war.
Als die Australiden den fünften Kontinent von Asien her besiedelten, war der
Südosten des Kontinents bewohnt von Menschen, die den Tasmaniern ähnlich sind.
Diese Ähnlichkeit besteht in der Körperbeschaffenheit dieser paläolithischen
Bevölkerung. Wie man hieran erkennen kann, war Australien wie auch Neuguinea,
Neukaledonien und Neubritanien von einer anthropologisch nahestehenden Gruppe besiedelt
wurden, als eine ältere Besiedlungsschicht Ozeaniens anzusehen ist. Wie diese
Menschen Australien, Tasmanien und die benachbarten Inseln mit ihrer kulturellen
Primitivität erreichen konnten, stellt die Völkerkundler vor ein Problem.
Der Fünfte Kontinent - Australien - ist der menschenscheue, menschenfeindliche
Kontinent. Es gibt noch viele andere solcher Redewendungen über diesen Erdteil.
Von Europa wurde der Erdteil erst 1788 von den Engländern erschlossen. Die
voreuropäische Bevölkerung war in ihrer Hautfarbe, Rasse, Sprache wie auch in
ihrer Kultur von altertümlicher Einfachheit wie es sie nirgends auf der Welt wieder
anzutreffen ist.
In Australien lebten schätzungsweise 300.000 Menschen - eine Urbevölkerung, die
an keinem Ort des australischen Kontinents eine höhere und produktivere
Wirtschaftsform angestrebt hatte, wie es in anderen Gegenden unserer Erde passierte, um
die Urgemeinschaftsform zu verlassen. Es gab keine noch so geringe - primitivste -
Bodenbearbeitung, was man in anderen Breiten als Ackerbau deklariert. Auch Viehzucht
wurde nicht betrieben. Es gab allerdings Versuche den Dingo in gewisser Weise zu
zähmen. In der Gegenwart blieben die Australier Jäger, Sammler und Fischer.
Die Waffen und Werkzeuge, welche sie auch noch heute verwenden, sind Speer, Speerschleuder,
Wurf- und Handkeulen, Pfeil- und Bogen, Steingeräte wie auch den Grabstock. Die
Weberei und Metallbearbeitung war unbekannt.
Die australische Urbevölkerung - die Aborigines - besitzen bis in die jüngste
Gegenwart noch ein intaktes frühes Stadium der Urgemeinschaft.
Auflösungstendenzen sind nicht zu erkennen. Sie sind also bis heute noch Jäger
und Sammler. Einzelne Gruppen in Asien, Amerika und Afrika lebten zwar bis in die Neuzeit
hinein in Splittergruppen, aber das ein ganzer Kontinent die gleiche Wirtschaftsform
besitzt, ist einmalig. Die Einfachheit und Einheitlichkeit gibt es nur in Australien,
deshalb ist für Völkerkundler dieser Kontinent, der Erdteil der
Steinzeitjäger - selbst bis in die jüngste Gegenwart hinein. |
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