Suche  |  Webseite  empfehlen  |  Zu  Favoriten  hinzufügen
Die Völker der Erde auf www.voelker-der-erde.de
 
Sie sind hier:  
Kulturareal Britische Inseln


 
 

Die Völker der Britische Inseln

 
Zwei indoeuropäische Sprachengruppen bewohnen die Britischen Inseln. In den fruchtbaren, industrialen Landesteilen leben germanischsprachige angelsächsische Völker - die Engländer und Schotten, und in den abgelegenen oder unwirtschaftlichen Gebieten sind Reste der keltischen Völkergruppe vorzufinden. Dabei handelt es sich um die Iren, Gälen und Waliser.

Vom 6. bis 1. Jahrhundert v. u. Z. wanderte keltische Bevölkerung auf den Britischen Inseln ein und unterwarf die mit den Iberern verwanderte Urbevölkerung. Zur Zeit der römischen Eroberung um 43 unserer Zeit besaßen die Kelten eine Art Klassengesellschaft. Die mittleren und südlichen Kelten Englands wurden von den Römern als Briten bezeichnet, die Bewohner von Wales als Kymrer und die keltischen Bewohner von Schottland als Kaledonier oder Pikten. Die keltische Bevölkerung Südostengland wurde romanisiert - es fand eine Übernahme der römischen Sprache und Zivilisation durch eroberte Völker statt. Die allgemeine Verwaltung zerfiel im 5. Jahrhundert als die römischen Truppen die Britischen Inseln verließen. Die Kelten wurden erneut unterworfen, als von 449 aus östlichen Küstengebieten und von der Nordsee her germanischen Angeln, Sachsen und Jüten einfielen. Wer nicht in die Berge fielen konnte, kam in die Gewalt der neuen Eroberer. Die Folge war, dass im 6. Jahrhundert in England der Feudalismus Einzug hielt, was dazu führte, dass einige angelsässige Staaten entstanden, die vom 8. bis 11. Jahrhundert wiederum in den Einflußbereich der Dänen fielen.

Die französische Sprache und Kultur wurde mit dem Einfall der Normannen 1066 verbreitet, die sich bis ins 13. Jahrhundert halten konnte. Dies wirkte sich nachhaltig auf die englische Nationalkultur aus. Bei der Formierung des englischen Volkes hatte aber der angelsächsische Einfluß noch eine größere Wirkung hinterlassen.

Zum westlichen Zweig der germanischen Sprachen wird die englische Sprache gerechnet. Synonym für die Engänder ist die Bezeichnung «Angelsachsen». Mit dem Wort «Briten» wird das Staatsvolk Großbritanniens gemeint. Als Anfang des 17. Jahrhunderts das englische Kolonialreich entstand, wanderten zahlreiche Briten aus verschiedenen Gründen nach Nordamerika, Neuseeland, Südafrika, Rhodesien, Kenia, Indien aus oder wurden nach Australien deportiert. Die Mehrheit der Bevölkerung Großbritanniens wird als Engländer bezeichnet, nicht dazu zählen die englischsprechenden Nordirländer.

Keltische Skoten siedelten im 5. und 6. Jahrhundert von Irland nach Schottland über, wo sie mit den hier ansässigen Pikten verschmolzen - Gälisch heißt ihre Sprache. Ursprünglich war die Gesellschaft in patriarchalischen Lehensverbänden mit Resten einer urgesellschaftlichen Verfassung organisiert, von denen immer eine Sippe oder ein Clan in einem schottischen Tal lebte. In Südschottland fielen ab dem 6. Jahrhundert Angelsachsen ein und die vorgelagerten Inseln wurden von norwegischen Normannen besiedelt. Die keltischen Clane erhoben sich gegen beide Eindringlinge.

Die Trachten der Schotten bestehen aus einem Kilt - ein knielanger buntkarierter Faltenrock, einer Weste, einer kurzen Jacke, einem über der linken Schulter getragenen Plaid - dessen Muster die Clanzugehörigkeit symbolisierte, und einer Mütze. Der größte Teil Schottlands wird heute von englischsprachigen Schotten besiedelt, hingegen auf den unwirtschaftlichen Gebieten Nordschottlands und auf den Hebriden heute noch keltische Schotten leben. Sie werden als Hochländer oder Gälen bezeichnet. Sie selbst nennen sich Gael oder Cael und ihr Land Caeldoch. Bis heute bewahrten sie Reste ihrer alten Clanverfassung, die charakteristische Männertracht mit Kilt und den Dudelsack und einiges andere mehr.

Die Briten und Kymrer zogen sich seit dem 5. Jahrhundert vor den Angelsachsen nach Wales zurück. Hier konnte sich ihre Sprache erhalten. Kymrisch sprechende Waliser leben heute in Wales. Ebenso ist die Halbinsel Cornwall ein sogenanntes Rückzugsgebiet keltischer Völker. Bis 1800 wurd Kymrisch gesprochen.

Das Keltentum hat am besten von allen Völkern der Britischen Inseln die Iren bewahrt. Nur sehr gering war der Einfluß der Röer. Durch Vereinigung keltischer Stämme entstand im 5. Jahrhundert das Volk der Iren. Heldendichtungen wurden im 7. Jahrhundert aufgezeichnet. Im 8. Jahrhundert kamen die Iren unter normannischen Einfluß und seit dem Jahre 1167 unter englische Aggression. Sprache und Nationalkultur wurden besonders im 17. Jahrhundert unterdrückt. Zwischen 1845 und 1848 kam es durch Mißernten zu Elend, was eine Massenauswanderung nach Nordamerika bewirkte. Etwa 2 Millionen Menschen ließen ihre irische Heimat im Stich. Dies verringerte die Bevölkerung auf etwa die Hälfte. Durch die siebenhundertjährige Fremdherrschaft der Engländer sprechen heute die Mehrzahl der Iren Englisch.
 
Europa-Info-Box



Copyright © - All rights reserved


Werbung