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Kulturareal Hinterindien


 
 

Die Völker in Hinterindien

 


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Weder anthropologisch, noch kulturell und auch nicht sprachlich bilden die Jäger und Sammler Hinterindiens und auf den benachbarten Inseln eine Einheit. Inmitten der hinterindischen Bodenbauern leben die Jäger und Sammler der Khon Pa, deren Bevölkerung aus mehreren hundert Menschen besteht. Ihr Lebensraum ist der Dschungel zwischen Laos und Thailand östlich der Stadt Nan. Wahrscheinlich sprachen die palämongoliden Khon Pa einst eine austroasiatische Sprache - heute sprechen sie einen Thai-Dialekt.

Als Nahrung dient ihnen vorwiegend Knollen, Früchte, Blätter sowie Kleingetier. In ihrem Territorium suchen sie in kleinen Gruppen von wenigen Familien ständig nach Nahrung. Mit zugespitzten Stöcken graben sie die eßbaren Knollen aus dem Boden aus. Ihre Gerätschaften fertigen sie aus Holz und Bambus, die eisernen Gegenstände werden durch Tausch bei den Lao und Meau erworben, ebenso die Genußmittel wie Tabak und Betel.
Erläuterung:
Die Betelpalmen (Areca catechu), auch Arekapalmen genannt, sind in Südostasien von Thailand über Malaysia, die Philippinen bis nach Taiwan verbreitet. Die einstämmigen Fiederpalmen können bis zu 25 Meter hoch werden. Ihre hühnereigroßen roten Früchte sind die Betel- oder Arekanüsse, die das faserige Fruchtfleisch und den harten Kern umschließen.

Gegen Honig, Wachs und Flechtmatten erwerben die Khon Pa Reis und Schweine.

Der sogenannte aus pflanzlichen Material hergestellte Windschirm ist ihre Behausung, die gegen die Witterungseinflüsse eine einfache Schutzvorrichtung darstellt. Als Schlafstätte dienen auf Bambus ausgebreitete Blätter. Unbekleidet waren sie früher, heute tragen sie zumindest eingetauschte Stoffstücke als Schambedeckung. Ursprünglich besaßen die Khon Pa keine Waffen. Heute fertigen sie drei Meter lange Speere und beherrschen die Metallverarbeitung. In ihrer Religion kommen gute wie auch böse Geister vor.

Vorherrschend ist bei den Stämmen der Bergregionen Hinterindiens - also in Laos, in Vietnam, in Thailand und Burma - als traditionelle Wirtschaftsführung der Brandrodungsfeldbau ohne Pflug und künstliche Bewässerung verbreitet. Die meisten Stämme sind Angehörige der Mon-Khmer-Sprachen wie beispielsweise die Lamet in Nordlaos, deren Siedlungsgebiete seit der Zeitenwende immer weiter nach Süden sich ausdehnen, die Bergreisbauern der Katschin und Tschin in Burma, die beide Mitglieder der tibeto-burmanischen Sprachgruppe sind und ebenso die Karen in Südburma. Die Jao und Meau - die in China als Miao bezeichnet werden, leben in Nordvietnam und Laos und sind Angehörige einer eigenen Sprachgruppe der sino-tibetischen Sprachfamilie. Als Vertreter der indonesischen Sprachgruppe zählen die Djarai, die Raglai und die Radé in Südvietnam.

Die Bergstämme bauen Trocken- oder Bergreis als ihre Hauptnahrungsquelle an. Wo es die Bedingungen zulassen, wird auf Hochflächen und in Bergtälern Bewässerungsreisanbau betrieben, der wegen seines doppelt so hohen Ertrages immer mehr Anwendung findet. Der Grabstock - bei einigen Stämmen mit eiserner Spitze - ist das herkömmliche, verbreitetste Bodenbearbeitungsgerät, das in Hanglagen besonders geeignet ist. In heutiger Zeit hat auch der Pflug Einzug gehalten. Neben Reis hat Hirse und der eingeführte Mais an Bedeutung gewonnen und nimmt eine weitere beachtliche Fläche des Ackerbodens ein. Zweitrangige Kulturpflanzen sind Bohnen, Gemüsepflanzen, Gurken, Kürbisse, Maniok, Südkartoffeln, Taro, Yams und Zuckerrohr. In tieferen Lagen sind Mangobaum, Brotfruchtbaum, Orangenbaum und Bananenstauden die wichtigsten Vertreter der Fruchtbäume. Dieses Nahrungsangebot wird durch die Jagd, den Fischfang und durch Einsammeln von Knollen und weiterer eßbarer Pflanzen ergänzt. Zudem werden Rinder, Schweine, Büffel, Hühner und Hunde gehalten. Bei den Karen fängt man wilde Elefanten ein, die gezähmt werden und dann als Arbeitstiere dienen. Auch eine Reihe von Genußmittel gehören zur Nahrung wie beispielsweise das Reis- oder Hirsebier, das Kauen der Betelfrüchte und der Tabak.

Würden nach dem Brandrodungsfeldbau Bodenaufwertungsmethoden angewendet, könnten die mit Feuer eingeebneten zur Landwirtschaft nutzbar gemachten Flächen über einen längeren Zeitraum brauchbares Ackerland bieten. Ohne solcher Methoden ist das Land nach 10 Jahren ausgemergelt, was eine Verlegung der Siedlungen notwendig macht. Die Karen und Tschin sind Gruppen die in sogenannten Dauerdörfern leben. Die Häuser sind sorgfältig und stabil errichtet und bestehen aus leicht zu errichteten Baumaterial - dem Holz oder auch aus Bambus. In höheren Lagen, so beispielsweise bei den Katschin wird Bambus und Blätter für die Bedeckung des Daches verwendet. Ebenerdige Häusern - die eine beträchtliche Länge erreichen können, aber auch Pfahlhäuser werden errichtet. Auf chinesischen oder indischen Einfluss stammen wahrscheinlich die Stein- oder Lehmhäuser...

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Einst fertigte man die Kleidung aus Pflanzenfasern oder Rindenbaststoffen. Heute ist mit der Einführung der Baumwolle, sie der meist verwendete Kleidungsstoff. Die Männer tragen einen durch die Beine hindurchgezogenen Schurz, die Frauen hingegen ein rockähnliches Hüfttuch und von beiden Geschlechtern wird ein ärmeloses Hemdgewand angezogen. Bei den Bergstämmen ist das vorteilhafteste Kleidungsstück die Hose. Turbane ist ein Kleidungsstück der Männer.
 
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