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Entstehung des Hirtennomadismus


 
 

Entstehung des Hirtennomadismus

 
Der historische Ausgangspunkt für die Herausbildung des Hirtennomadismus waren Wirtschaftstypen wie die Almwirtschaft und die Transhumance - Wanderschäferei - und die Kombination beider Typen. Die Viehhaltung der Bodenbauern - speziell die Haltung von Rindern, Schafen und Ziegen, so haben Forschungen der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart eindeutig erbracht, sind älter als das Nomadentum. Die älteste Form des Nomadismus sind die Rinden- und Kleinviehnomaden, die sich durch Verselbständigung des einen Wirtschaftszweiges von den anderen wirtschaftstypen lösten.

Einige Steppennomaden betreiben heute eine sogenannte Ergänuzungswirtschaft, in dem sie in begrenzten Umfang Feldfrüchte anbauen. Dies ist kein überbleibsel aus vergangenen Zeiten der kombinierten Wirtschaftsführung, sondern eher ein Neuerwerb. Erst einige hundert Jahre besteht der reine Hirtennomadismus der kuschitisch- und nilotischsprachigen Völker Ostafrikas - ebenso der der Fulbe in Westafrika. Weitaus älter ist der Hirtennomadismus der Hottentotten und ihrer vorfahren.

Wann der Hirtennomadismus entstand, ist nicht genau zu sagen. Diese Wirtschaftsform spaltete sich von Typen der kombinierten Wirtschaftsführung nicht einmalig in Afriks und Asien ab, sondern wiedeholte sich an verschiedenen Stellen und zu verschiedenen Zeiten mehrfach. Auch von Datierungen der Knochenfunde mit Domestikationsmerkmalen erhält man keine Angaben vom Alter des Nomadismus, sondern sie geben nur das Alter der Tierhaltung an. In westasien sind Rind, Schaf und Ziege seit dem 6. Jahrtausend v. u. Z. und das Pferd seit dem 3. Jahrtausend v. u. Z. Haustiere. Vielleicht ist der Nomadismus mit Schafen und Ziegen auch noch älter - gesicherte Erkenntnisse liegen aber darüber nicht vor. Einige Bevölkerungsgruppen können im Laufe der Geschichte unter dem Einfluß von Klimaänderungen und Bevölkerungsverschiebungen ihre Wirtschaftsform mehrfach gewechselt haben.

Die Vorfahren der Bedja, die in der Wüste zwischen Rotem Meer und Nil bereits um 2600 v. u. Z. ansässig waren, gehören zu den ältesten Nomaden.

Im Altaigebirge und seinem vorgelagerten Taiga- und Steppenland sind verschiedene Formen der kombinierten Wirtschaftsform auch schon sehr alt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind neben der Jagd, dem Bodenbau auch die Haltung von Rindern und Kleintieren, auch die Rentier- und Maralzucht. Der eine oder andere Wirtschaftszweig stand während der historischen Entwicklung mal im Vordergrund und bestimmte in dieser Zeit ganz entscheidend die Lebensweise. Im Altaigebirge begann der Bodenbau im 3. Jahrtausend v. u. Z. Einzug zu halten, die kombinierte Wirtschaftsform und das Hirtennomadentum entwickelten sich Ende des 2. oder im 1. Jahrtausend v. u. Z.
 
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