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Die Völker in Indonesien |
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Auf Djawa entdeckte Dubois 1890 den wohl bedeutendsten archäologischen Fund der
Menschheitsgeschichte - den sogenannten «missing link» = «das fehlende
Bindeglied» zwischen Affen und Menschen. Mit ihm konnte die immer von Wissenschaftlern
angezweifelte These vom gemeinsamen Vorfahren des Menschen und des Affen nachgewiesen werden.
Dubois hatte Skelettreste vom Pithecanthropus erectus - dem Affenmenschen mit aufrechtem
Gang - gefunden, die ein Alter von 600.000 bis 800.000 Jahren aufweisen.
Schon seit Menschengedenken ist der Mensch auf dem Malaiischen Archipel heimisch. Geräte
und Werkzeuge aus Knochen, Stein und Muscheln belegen dies. Schon im Paläolithikum bis
hinein in das Neolithikum sind Spuren vom Menschen auf den indonesischen Inseln nachweisbar.
Das sogenannte Vierkantbeil - benannt nach dem rechteckigem Querschnitt - war das typische
Werkzeug, dass fast auf allen Inseln in Indonesien gefunden wurde. Vermutlich zogen Menschen
aus der südchinesischen Provinz Yünnan über Hinterindien und durch die
Halbinsel Malakka in die Inselwelt von Indonesien. Austronesier könnten dies gewesen sein,
die die indonesischen Sprachen in diesem Kulturraum brachten.
Zwischen 2500 und 1500 v. u. Z. erreichten neolithische Einwanderer die Inseln.
Die Dongson-Kultur - wird der Bronzezeit zugerechnet, die im 1. Jahrtausend v. u. Z.
sich hier ansiedelte. Ihr einstiges Siedlungsgebiet war das südliche China und das
nördliche Hinterindien. Die Blütezeit dieser Kultur wird von Experten in die Zeit
von 7. bis ins 1. Jahrhundert v. u. Z. gelegt.
Nach der Zeitenwende kamen die indonesischen Inseln unter den Einfluss von Indien. Es entstanden
an den Küsten von Djawa, Kalimantan, Sumatera und an der Malaiischen Halbinsel indische
Handelsniederlassungen, was auch dazu führte, dass sich in ost- und südostsiatischen
Gegenden sich der Seehandel ausweitete. Somit konnten sich die indischen Lebensformen immer
mehr verstärken, dass auf Djawa und Sumatera sich indonesische Feudalstaaten entwickelten.
Die Fürsten der Reiche bekannten sich zum buddhistischen oder zum hinduistischen Glauben.
Nach 650 u. Z. konnte das erste große Feudalreich - das buddhistische Reich der
Shrividjaja - entstehen, welches im 10. Jahrhundert seine größte Ausdehnung erreichte.
Ihm gehörten Kalimantan, Sulawesi, die Philippinen, Sumatera, Teile der Halbinsel Malakka
und Teile von Djawa an.
Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts kam es auf Djawa unter einflussreichen Fürstengeschlechtern
immer wieder zu Machtkämpfen um die Vorherrschaft, ehe sich das Reich Madjapahit mit dem
sogenannten schiwaistischen Hinduismus als Staatsreligion etablieren konnte. Fast alle
existierenden Fürstentümer auf den indonesischen Inseln wurden unterworfen, kamen unter
eine Zentralverwaltung und hatten Tributleistungen zu entrichten. Der Buddhismus und Hinduismus
bestanden im Reich Madjapahit nebeneinander. Selbst der Handel im Archipel wurde durch das
Reich gelenkt. Die Stadthalter der im Norden von Djawa entstandenen Hafenstädte und die
Feudalherren der Küste waren durch den Seehandel wohlhabend geworden und hatten Interesse
an ihrer Selbstständigkeit. Seit dem 13. Jahrhundert auf Sumatera und Kalimantan und ab 1450
war von Indien und von vorderasiatischen Ländern her der Islam nach Djawa gekommen, den nun
zahlreiche Feudalherren als ihre Religion annahmen. Das Reich Madjapahit wurde 1521 von Islam
bekennende Vasallen gestürzt, womit der Islam im Inselreich Indonesiens außer auf
Bali die Vorherrschaft gewann. Handwerk und Handel erlebten einen Aufschwung, dass selbst Indonesier
sich dem Handelsgeschäft zuwandten, der zuvor in fremder Hand gelegen hatte. Mit dem Eindringen
der Europäer in Indonesien verloren die Küstenreiche ihre Vorherrschaft im Handel, was
dazu führte, dass sich in den Küstenstaaten die feudale Landwirtschaft als wesentlicher
Wirtschafts- und Gesellschaftsfaktor durchsetzte. Die Portugiesen bekamen im 16. Jahrhundert
einige Landesteile von Timor, Malakka und den Molukken unter ihre Kontrolle. Die nächsten drei
Jahrhunderte - 17. bis 19. Jahrhundert - wurde die heutige Republik Indonesien durch die Niederlande
unterworfen. Die an Spaniern gegangenen Phillipinen übernahmen die Vereinigten Staaten im Jahre
1898. Malaya und Nord-Kalimantan erwarb Großbritanien im 19. Jahrhundert.
Von den am weitesten verbreiteten Indonesiern unterscheiden sich in anthropologischer wie
auch in sprachlicher Hinsicht nur wenige Gruppen mit wenigen Personen. Sie werden als Nachkommen
weitverbreiteter Bevölkerung angesehen. Zu ihnen gehören die kleinwüchsigen
dunkelhäutigen mit Kraushaar versehenen Negritos, die auf der Halbinsel Malakka
vorkommenden Semang der Mon-Khmer-Sprachgruppe, die , die eine eigene
Sprachgruppe bilden, die auf den Phillipinen lebenden Aëta der indonesischen Sprachgruppe
und auch weddoide Gruppen. Dieser weddoiden Gruppe angehörenden die Senoi im Innern von
Malaya an, die der Mon-Khmer-Sprachgruppe zugerechnet werden, und heute noch weitgehend ohne
äußere Einflüsse leben. Weitere Völker der Weddoiden haben sich im Laufe der
Zeit mit den Indonesiern vermischt. Zu ihnen zählen die Sakai auf Sumatera lebend, die
Kubu ebenfalls auf Sumatera beheimatet und die Toala auf Sulawesi - alle genannten
Völker sprechen indonesische Sprachen. Mongolide und weddide Gesichtszüge weisen die
Moken, deren Heimat die Inseln des Mergui-Archipels sind, oder die Selung - auch
als Selon bezeichnet - auf.
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