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Kulturareal Japan


 
 

Die Völker in Japan und ihre Lebensweise: Ainu, Japaner


Kimono Die Bevölkerung auf den japanischen Inseln ist relativ einheitlich. Als Völker sind vor allem Japaner und im Norden von Hokkaido noch die alte Urbevölkerung der Ainu anzutreffen. Beide Völker verwenden eine Sprache, die mit keiner anderen in Verbindung gebracht werden kann. Die Japaner benutzen eine moderne japanische Schrift, die aus chinesischen Schriftzeichen und aus einer japanischen Silbenschrift, die im 9. Jahrhundert aus alten chinesischen Schriftzeichen gebildet wurde, besteht.

Besiedlung und Geschichte - siehe Geschichte Japans.

15 bis 20 Prozent der Bodenfläche Japans kann nur als landwirtschaftliche Nutzfläche verwendet werden. Der Rest besteht aus vielen Gebirgen. Ihre intensive Bodennutzung gewährleistet aber mehrere Ernten im Jahr, womit die Existenzgrundlage der Japaner aber gesichert ist. Die einzelnen Bauern selbst verfügen nur über sehr kleinen Bodenbesitz. Von der nutzbaren Fläche sind über die Hälfte bewässerte Reisfelder, die die Hauptnahrung der Japaner liefern. Zahlreiche Reisfelder sind an den Berghängen terrassenförmig übereinander angelegt. Auf den Trockenflächen kultivieren sie im Wechsel Gerste, Hafer, Mais, Weizen, Zuckerrohr, Bohnen und Gemüse. Für die japanische Wirtschaft spielt die Fischerei eine sehr große Rolle, für manchen von ihnen ist sie Haupterwerbsquelle. Neben Gemüsebeilagen stellt Fisch zur Reismahlzeit oft eine Zukost dar.

Die Viehzucht ist in Japan nur im geringen Maße vorhanden, da die Milch- und Fleischproduktion für Buddhisten gegen die Vorschriften ihrer Religion verstoßen.

Zahlreiche der von den Bauern verwendeten Geräte kamen aus China oder Korea zu ihnen. Die Seidenraupenzucht beispielsweise übernahmen sie von den Chinesen. Neben dem Tauchen nach Perlen, Seetang und eßbaren Muscheln stellt sie für die Bauern einen wertvollen Nebenerwerb dar.

Das japanische Haus ist charakteristisch eine leichte auf Erdbeben angepaßte Holzkonstruktion, bei der auch Papier zum Einsatz kommt. Im Haus lassen sich die Innenwände teilweise auch die Außenwände verschieben, so dass nach Wunsch die Größe und die Anzahl der Zimmer verändert werden kann. In den Städten sind die Häuser meist mehrstöckig, in ländlichen Gegenden eher einstöckig und sind meist von einem Garten umgeben. Im Winter kommen als Wärmespender transportable Holzkohlenfeuer zum Einsatz. Einrichtungsgegenstände sind in traditionellen japanischen Häusern nur wenig vorhanden. Wandschränke und kleine tragbare Tische, die zu den Mahlzeiten erst hineingebracht werden, bilden meistens das einzige Mobilar. Binsenmatten bilden die Deckschicht auf dem Fußboden, die niemals mit Schuhen betreten wird. Weder Sitz- noch Schlafmöbel verwenden die Japaner. Man sitzt auf dem Fußboden und zum Schlafen werden wattierte Matratzen ausgebreitet.

Samurai Bei den Japanern ist das traditionelle Kleidungsstück für beide Geschlechter der Kimono. Dabei handelt es sich um ein langes, vorn offenes Gewand aus Baumwolle oder Seide, dass nicht durch Knöpfe, sondern durch einen Gürtel geschlossen wird. Die Stoffenden tragen die Frauen zu einer auf dem Rücken gebunden Schleife. Selbst heute ist der Kimono immer noch eine bequeme Haustracht, die einst die eigentliche chinesische Hoftracht zur Zeit der Tang-Dynastie (618 - 906) war. Als häufigste Schuhbekleidung verwendete man Schuhe oder Sandalen aus Gras oder Stroh, jedoch die typischste Fußkleidung waren sehr hohe Holzschuhe - die sogenannten geta. Der bäuerlichen Bevölkerung dienten als Wetterschutz Mantel und Hut aus Stroh, Blättern oder Gras. Privileg der Krieger waren lackierte Holzhüte. Ergänzt wurde die Kleidung durch Schirme aus Ölpapier und Faltfächer aus Papier oder Bambus. Die japanischen Frauen trugen ihre Haare in hohen Frisuren, die mit Haarnadeln aus Holz, Horn oder Elfenbein gehalten wurden und oft mit eingesteckten Blumen ein prächtiges Gebilde ergaben.

Auf dem Wasser bei der Binnen- und Küstenschifffahrt verwendete man als Transportmittel meist Dschunken. Menschen und Karren trugen die Lasten auf dem Lande. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderte erfand man die personenbefördernde Rikscha oder Jinrikisha. Sie wurde früher von Männern und heute meist von Fahrrädern gezogen. Im Winter kamen im schneereichen Nordjapan Schlitten oder Schneeschuhe zum Einsatz.

An der Spitze der Sippen, die teilweise weitverflochtene Abstammungsgemeinschaften darstellten, stand als alleiniger Herrscher, der Kaiser. Ihre Abstammung führten die auf Vaterrecht basierenden traditionsbewußten Sippen und Familien auf die Sonnengöttin Amaterasu zurück. Die Mitglieder standen unter dem Schutz der Sippen, die auch für die Eheschließung zuständig waren. Früher konnte ein Mann eine Frau und mehrere Nebenfrauen besitzen und heute ist die Ehe monogam. Bis in die Gegenwart hielten sich in abgelegenen Gegenden die ursprünglichen Formen des gesellschaftlichen Lebens wie beispielsweise Junggesellen- und Mädchenvereinigungen und die feierliche Einsetzung einer weiblichen Schamanin.

Die Ideale der Samurai sind in Richtung der Wahrung der Selbstbeherrschung und Achtung traditioneller Formen im Verhalten bis heute erhalten geblieben. Vom Oberbefehlshaber bis zum einfachen Soldaten gehörten alle Krieger zum Kriegerstand der Samurai. Aber vor allem die Vasallen der Shogune (= japanischer Militärtitel für Anführer aus dem Kriegeradel, der Samurai) und Daimyos (= lokaler Fürst im feudalen Japan) wurden als Samurai bezeichnet. Sie leisteten Kriegsdienste für ihren Herrn, dem sie nach strengen Ehrenkodex - dem Bushido - die Treue geschworen hatten. Für hervorragende Dienste erhielten sie belehntes Land, Sonderrechte und andere Auszeichnungen. Zahlreiche dieser Samurai wählten nach dem Tod ihres Herren einen ehrenvollen Freitod durch Harakiri (Aufschlitzen des Bauches). Vernachlässigte er seine Pflichten oder verletzte er die Ehre seines Herrn konnte diese Art auch als Bestrafung gewählt werden. Als Waffen verwendete ein Samurai ein kurzes und ein langes Schwert und trug eine aus Holz- oder Metallplätzchen gefertigte Rüstung.
 
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