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Geschichte Asiens - Japan


 
 

Japan - Nippon, Nihon, Land der Wa - Land der Harmonie


Japan - Karte, siehe Lizenzbedingungen unten auf dieser Seite Den Begriff "Wa" benutzten die Japaner um sich selbst zu bezeichnen bzw. Dinge japanischen Ursprungs oder Stils zu benennen. Eigentlich stammt die Bezeichnung aus China und Korea. Vor dem 1. Jahrhundert verwendete man das Wort Wa bereits in den historischen Chroniken der chinesischen Han-Dynastie.

In Japan gibt es noch ein anderes Wort, welches "Wa" ausgespochen wird. Mit diesem ist eine zusätzliche positive Vorstellung verbunden, die Frieden und Harmonie ausdrückt. Das ist auch die Grundeinstellung dieses Volkes, auf die alle sozialen Beziehungen in Familie und Gemeinschaft selbst in den Glaubensvorstellungen, religiösen Bräuchen und der Entwicklung der Künste gerichtet sind. Das Wort "Wa" steht für Harmonie, Kooperation, Vertrauen, Teilen, Moral, Wärme und Güte. Dies ist das Grundprinzip dieses Systems - dieses Volkes - und wenn das nicht mehr geht auf Versöhnung mit einem anderen Menschen - einer Gemeinschaft - hinläuft.
Nippon, Nihon heißt Japan auf japanisch


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Bis heute ist noch nicht eindeutig geklärt, ab wann Japan von Menschen besiedelt worden ist. Erste Funde stammen aus einer Zeit vor 30000 Jahren. Dabei handelte es sich bereits um Menschen des Homo sapiens, deren Überreste aber keine Spuren einer Entwicklung zeigen. Die eigentliche Besiedlung, so zumindest lassen Untersuchungen vermuten, fand während des Paläolithikums - der Altsteinzeit - vor etwa 10000 Jahren statt. Auch diese Menschen werden wie in anderen Kulturen anfangs von der Jagd, vom Fischfang und den Sammeln von Früchten gelebt haben.

Die Hauptinsel Honshu war während der Eiszeit im Innern von Eis bedeckt, nur an der Küste und an den Gebirgshängen war das Leben möglich. Auf drei Routen konnte wegen des niedrigen Merresspiegels die Besiedlung erfolgen. Menschen könnten versucht haben aus dem Norden von Sibirien und Sachalin, aus dem Westen von China und Korea und von den Inseln Okinawa und Ryukyu nach Japan zu gelangen. Die japanischen Inseln waren während der Zwischeneiszeit nicht erreichbar, aber Landwege wurden gegen Ende der letzten Eiszeit vor 10000 Jahren durch Seewege ersetzt und machten so eine Besiedlung möglich. Die Epoche der ersten Besiedlung bis zur Anpassung an das nacheiszeitliche Klima wird wegen der Anfertigung von Keramiken als Präkeramik bezeichnet.


Die Jomon-Zeit von 10000 bis 300 v. Chr.


Die Lebensweise der Jomon-Zeit ist vom Jagen und Sammeln geprägt. Sie umfasst eine Zeitspanne von 10000 bis 300 v. Chr. - eine Zeit in der die Temperaturen wieder anstiegen und die Vulkantätigkeit allmählich abnahm.

Während der kälteren Periode waren einige Tierarten ausgestorben, das jetzt mildere Klima ließ wieder neue Pflanzen- und Tierarten entstehen. Hauptsächlichste Neuerung dieser Periode war die Einführung der Keramik. Dabei handelte es sich um rötliche Keramik, die man mit Flechtungen und verschiedenartigen Knoten verzierte. Diese drückte man in den feuchten Ton.

Diese Technik gab der Zeit ihren Namen, denn Jomon heißt "Abdruck von Schnüren". Mit der Einführung der Keramik war man in der Lage Behältnisse und Gefäße herzustellen. Sie ermöglichten den Menschen nun das Kochen von Nahrung, eine verbesserte Aufbewahrung von Nahrung und Gebrauchsgegenständen und vor allem die Aufbewahrung von Wasser, was nun wiederum bedeutete, nicht mehr in unmittelbarer Nähe von Quellen siedeln zu müssen.

Tongegenstände aus der Fukai-Höhle bei Nagasaki und aus anderen Orten zählen zu den ältesten Keramiken der Menschheitsgeschichte. Während der mittleren Phase der Jomon-Periode wurden die Formen der Keramik stattlicher und eher mit Zeichnungen versehen. Die Darstellungen zeigten Flammen, Schlangen und Spiralen, die auf eine rituelle Verwendung der Gegenstände schließen lassen. Im Laufe der Zeit wurde die Keramik dünnwandiger und der Formenreichtum und Verwendungszweck immer größer und wies regionale Unterschiede auf.


Die Yayoi-Zeit von 300 v. Chr. bis 300 n. Chr.


Die Stetigkeit der Entwicklung zur vorherigen Periode ist besonderes Merkmal der Yayoi-Periode. Sie währte 600 Jahre von 300 v. Chr. bis 300 n. Chr. Dies wird in der Weiterentwicklung der Keramiken, ihrer Bauten und Grabarten verdeutlicht. Trotz alledem gab es während der Kultur der Yayoi-Zeit auch wesentliche Neuerungen.

Die wesentlichste Neuerung der Zeit war die Einführung des Reisanbaues auf bewässerten Feldern. Einst kam die Reispflanze aus Zentralchina über Umwegen auf den nördlichen Teil der im Süden von Japan gelegenen Insel Kyushu, wo dann der Reisanbau seinen Anfang nahm. Damit konnte sich die Lebensweise erheblich verbessern. Der Reisanbau gab aber der Kultur nicht den Namen, sondern eine bedeutende Fundstelle von Keramiken in einem Stadtteil Tokios.

Von hier breitete sich der Reisanbau sehr schnell bis in Gebiete um Kinki und Chubu auf der japanischen Insel Honshu aus, während im übrigen Japan die Ausbreitung langsamer voranging. Grund dafür könnte die schwierige Anpassung der Reispflanze an das Klima gewesen sein. Die Yayoi-Kultur verdrängte hier auch die Jomon-Kultur nicht - beide vermischten sich. Zwischen der Yayoi-Kultur und dem Reisanbau muss deshalb eine enge Bindung bestanden haben, da Hokkaido die Kultur niemals erreicht hat.

Für den Reisanbau müssen die Menschen jener Zeit auch entsprechende Kenntnisse für die Kultivierung, die Ernte, Zubereitung und Lagerung gehabt haben. Archäologische Relikte beweisen zusätzlich, dass bei der Einführung des Reisanbaues alle notwendigen Techniken bereits bekannt waren. Wie ferner herausgefunden wurde, muss eine Wanderung von Korea nach Kyushu erfolgt sein, da in beiden Regionen sich die Knochenfunde sehr ähneln. Die bedeutendste Fundstelle wurde an der Flussmündung des Abe nahe Toro gemacht. Hier konnten Wohnhäuser, Kornspeicher und die Spuren der angelegten Reisfelder nachgewiesen werden.

Der Erfolg der Yayoi-Kultur und ihrer Techniken könnte der Verwendung von Metallwerkzeugen aus Eisen und Bronze zuzuschreiben sein.


Die Kofun-Zeit von 300 bis 593 n. Chr.


Während der Kofun-Zeit von 300 bis 593 n. Chr. kam es wegen der Kultivierung des Reises und der Metallurgie in der Vorgängerperiode zur kulturellen Revolution. Die Wirtschaft entwickelte sich, es wurden größere Gräber errichtet, was für die Existenz einflussreicher Personen kennzeichnet ist. Das japanische Wort für Grabhügel ist "Kofun", ein Begriff, der der Periode den Namen gab.

Aus einer Grabkammer, in der der Tote seine letzte Ruhe fand, entstanden regelrechte Grabkonstruktionen mit Gängen und größeren Grabkammern. Ab dem 4. Jahrhundert wurden die sogenannten Schlüssellochgräber errichtet, die mehrere 100 Meter erreichen konnten und von einem Graben umgeben sind. Die größte von mehreren 1000 Kaisergruften ist die Grabstätte des Kaisers Nintoku mit sieben Stufen, um die Terrakotta-Figuren, die sogenannten Haniwa = "Ring aus Stein", aufgestellt wurden. Sie konnten die Gestalt von Menschen, Tieren und anderen Gegenständen aufweisen und dienten der Festigkeit, der aus Erde errichten Gräber. Bis ins 7. Jahrhundert wurden die Figuren angerfertigt und sind heute die wichtigesten Zeugnisse aus dieser Zeit.

Halsketten, Armreifen, landwirtschaftliche Werkzeuge und vieles andere mehr wurde den Toten beigegeben. Auffälligstes Zubehör waren jedoch Spiegel, die die Macht und die Autorität des Verstorbenen symbolisierten sollten. Während der Zeit der Kofun-Periode hatte einer der Regierenden die Macht über andere übernommen, womit der erste Kaiser von Japan geboren ward. Laut einer Überlieferung war der Kaiser der Nachkomme der Sonnengöttin Amaterasu und der Spiegel einer der drei Juwelen, die sie ihm übergeben hatte. Der Kaiser musste den Wünschen seiner Ahnen und anderer Gottheiten Folge leisten, hatte die alleinige Macht über allen anderen Sterblichen und war Hohepriester und Oberfehlshaber der Nation.

Dieser Zeit fügte sich dann die Asuka-Periode an, in der der Buddhismus eingeführt wurde und sich die Zentralisierung und die Bürokratisierung der politischen Macht entwickelte.


Asuka-Zeit - Periode der Übernahme des Buddhismus in Japan


Halle des Großen Buddha im Todai-ji-Tempel in Nara - wichtiges Gebäude deer Anlage Der Beginn der historischen Zeitrechnung in Japan ist auch der Anfang der Asuka-Zeit - Das war im Jahre 593. In dieser Periode fängt auch die Regierungszeit von Kaiser Suiko (554 - 628) an, der mit der Errichtung seiner Residenz im Palast von Toyura in Asuka beginnt, das heute die Präfektur Nara ist und einst Provinz Yamato war. Asuka ist ein Tal auf der Insel Honshu eingerahmt vom Yamato-Gebirge und durchflossen vom gleichnamigen Fluss.

522 soll das offizielle Jahr der Einführung des Buddhismus aus Korea sein, so zumindest steht es in den ersten japanischen Chroniken den Nihon Shoki schriftlich festgehalten. Der koreanische König des Paekche-Reiches suchte gegen den König seines Nachbarstaates Silla verbündete, weshalb er eine diplomatische Vertretung beladen mit Geschenken nach Japan sandte.

Unter den Geschenken waren ein Bild des Buddhas Sakyamuni (= Der Weise der Sakya) aus vergoldetem Kupfer und mehrere Lehrreden des Buddha - die sogenannten Sutren. Gleichzeitig luden die Koreaner zur Ehrung von Sakyamunis ein, was die Bewohner Japans Schutz bringen würde.

Nicht alle führenden Familien waren mit der Einführung des Buddhismus einverstanden, so beispielsweise die der Mononobe und Nakatomi, die dabei an die Verletzung der einheimischen Götter dachten. Anders war die Familie der Soga überzeugt, die glaubten, dass Japan von der Übernahme des Buddhismus profitieren würde. Mit dem politischen und militärischen Sieg der Soga über die Mononobes führte man den Mahayana-Buddhismus ein. Von der Soga-Familie erhielten Suiko, die Witwe des verstorbenen Kaisers, und der Prinz Shotoku als Regent (574 - 622) - als Mitglied der Siegerfamilie - die Macht. In der Regentschaft des Prinzen bekam der Buddhismus volle Anerkennung und breitete sich im 7. Jahrhundert weiter aus. Prinz Shotoku wird als Schutzherr des Buddhismus in Japan angesehen und verehrt.

Die Regierung sah im Buddhismus ein nützliches und zugleich notwendiges Instrument in ihrer Politik. In ihm entstanden zwei Klassen: die der Gebildeten, die die Sutren lesen konnten, ihr gegenüber stand das einfache Volk, die weiterhin an ihre shintoistischen Ahnengötter beteten.

Als Prinz Shotoku an die Macht kam, stärkte er die Rolle als Kaiser und seiner Hoheitsrechte, übernahm die Philosophie des Konfuzius und wurde Schutzherr des Buddhismus. Jahrhunderte später wurde er zur offiziellen Inkarnation (Verkörperung eines geistlichen oder göttlichen Wesens) Buddhas erklärt.

Info: Konfuzius wurde 551 v. Chr. in der Stadt Qufu im chinesischen Staat Lu in der heutigen Provinz Shandong unter dem Namen Kong Qiu geboren. Als Sohn eines Heerführers - Familie entstammte dem verarmten Adelsgeschlecht der Kong an - genoss er eine gute Erziehung. Schon früh zeigte er ein großes Interesse an den geistigen Traditionen Chinas. Er war als Lehrer und Berater, zeitweilig auch als Minister des Staates Lu tätig, verbrachte lange Jahre im Exil. Zog ab 496 v. Chr. 13 Jahre lang mit seinen Schülern durch die Lande, studierte unter anderem Musik und alte Bräuche. Soll auch Laozi, einen bedeutenden Philosophen des alten China, getroffen haben, der als Begründer des Daoismus gilt. Konfuzius starb vermutlich im Jahr 479 v. Chr. in seiner Heimat. Nach dem Tod erlangte er höchste staatliche Ehren. Seine Lehre sind in neun antiken chinesischen Werken zusammengefasst.
Die fünf Tugenden sind Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Ethisches Verhalten, Weisheit und Güte.
Daraus werden 3 soziale Pflichten abgeleitet: Loyalität, Verehrung der Eltern und Ahnen und Wahrung der Riten.


622 starb Shotoku. Seine als Staatslenker erreichten Ziele ging an die Soga-Familie. Rivalisierende Familien nahmen gegen die Soga-Familie den Kampf wieder auf. Als kaiserlicher Prinz Naka no Oe (626 - 676) zusammen mit dem Oberhaupt der mächtigsten Familien Nakatomi no Katamari (614 - 669) einen Putsch unternahmen, töteten sie das Oberhaupt sowie den Nachfolger der Soga-Familie. Prinz Naka wurde später zum Kaiser Tenji und Katamari nahm den Namen Fujiwara an, dessen Familie zu einer der einflussreichsten in Japan wurde, die jahrhundertelang zur kaiserlichen Dynastie Kontakte hatte bzw. sie beherrschte.

710 verlegte man die Regierungsgeschäfte von Fujiwarakio nach Heijokio - dem heutigen Nara, wo nun ein ständiger Regierungssitz entstand, womit auch die Nara-Zeit eigentlich erst begann. 84 Jahre später wurde er nach Heiankio - dem heutigen Kyoto - verlagert. Die Nara-Zeit war geprägt von politischen Machtkämpfen auf der einen Seite die Fujiwara-Familie und auf der Gegenseite rivalisierende Familien. Mit dem Beginn dieser Epoche war Fujiwara no Fuhito (659 - 720) der Regierungschef. Er verheiratete seine Tochter mit dem Kaiser, deren Sohn zum Erbprinzen wurde. Auch er heiratete eine Tochter von Fujiwara, womit der Einfluss der Fujiwara-Familie auf die kaiserliche Regierung andauern konnte.

Für die Gründung einer ständigen Hauptstadt schien es dem Regierenden bis zum Ende des 7. Jahrhunderts keine Notwendigkeit zu geben. Denn solange er lebte, regierte er an einem Ort seiner Wahl. Sein Nachfolger errichtete sowieso eine neue Residenz an anderer Stelle oder gar an einem anderen Ort, um die Geister der Ahnen seines Vorgängers nicht zu stören.

Als sich dann eine Regierung nach den strengen chinesischen Modellen endlich gefestigt hatte, bestand auf einmal die Notwendigkeit, einen zentralen Regierungsitz mit entsprechenden Regierungsgebäuden zu errichten. Die Ämter besetzte man mit den Mitgliedern der höfischen Aristokratie. Auch buddhistische Tempel wurden unter der Förderung und dem Schutz der Regierung errichtet, ihnen Land übereignet und Freiheiten gewährt, um so ihre Gewalt bei Regierung und bei Hofe zu stärken. Die Regierung schuf die Gesetze - die sogenannten Ritsuryo, und herrschte so vom 7. bis zum 10. Jahrhundert in Japan.


Die Heian-Zeit von 794 bis 1185


Phönixhalle des Byodo-in-Temples in Uji bei Kyoto Die Heian-Zeit umfaßt die Zeitspanne zwischen 794 und 1185. Im Jahr 1185 besiegte die Minamoto-Familie die der Taira und festigte so die Herrschaft des Shogun Minamoto in Kamakura.

784 hatte Kaiser Kammu (737 - 806) die Hauptstadt nach Nagaoka im Nordwesten von Nara verlegt, um den Einfluss der buddhistischen Geistlichen auf Regierungsangelegenheiten zu verringern. Es könnte aber auch durch den Skandal um die Liebe der Kaiserin Shotoku (718 - 779) zum Mönchen Dokyo gewesen sein. Neben der Verlegung der Hauptstadt wurde das Verbot des Umzuges des Großen Tempels von Nara (siehe Bild unten) sowie die Gründung von Vertretungen ausgesprochen. Alle weiteren Kaiserinnen bis auf Ausnahme von zwei, die aus eigenem Recht regierten durften, verloren alle anderen durch diesen Skandal den Anspruch auf den Thron.

794 entschied sich der Kaiser Kammu die Hauptstadt nach Heiankio, der Hauptstadt der Ruhe und des Friedens, dem heutigen Kyoto, zu verlegen.

In der vorangegangenen Periode war die wichtigste Aufgabe der Regierung diplomatische Beziehungen mit den angrenzenden Staaten zu unterhalten, nun lag das Hauptaugenmerk der Heian-Zeit auf der Innenpolitik.

In zwei Phasen teilt man die 400 Jahre währende Heian-Periode. Vom Ende des 9. Jahrhunderts und zu Beginn des 10. Jahrhunderte dauerte die erste an, die von der Wiederbelebung des einst aus China eingeführten Ritsuryo-Systems geprägt war. In der zweiten Hälfte dieser Phase ab dem 10. Jahrhundert hatte man die Absicht die Privatisierung des Grundbesitzes - dem Shoen - in Provinzen einzuführen, in denen die kaiserliche Kontrolle geschwächt war. Folge dieses Machtkampfes war den Einfluss bestimmter Familien in den Provinzen und am Hofe zu stärken. Die zweite Phase der Heian-Periode im 11. und 12. Jahrhundert fiel wegen der schweren Durchsetzung von Erlassen an die Anführer der Krieger, die nun ihrerseits die gesamte Macht an sich reißen wollten.

Während der Regierungszeit von Fujiwara no Michinaga (966 - 1028), dessen Fujiwara-Familie 30 Jahre lang am Kaiserhof in ihrer Hand hatten, kam es Mitte des 12. Jahrhundert zum Widerstand gegen die Kaiser-Familie. Die Kriegerfamilie der Taira stürzten die Fujiwara. Mit dem sogenannten Genpei-Krieg, der von 1180 bis 1185 andauerte, endete schließlich die Ära der Adelsherrschaft.


Die Schrift, Literatur und Malerei in der Heian-Zeit


Während der Heian-Zeit löste sich die Kultur von der einstigen Kultur nach chinesichem Vorbilde in eine eigene. Das Medium des literarischen Ausdrucks in Prosa und Vers war die chinesische Sprache, die nun durch einfache Elemente der chinesischen Kanji-Zeichen zwei Silbenalphabete entstehen ließ. Die eine war das sogenannte Kana, die die komplizierte chinesische Begriffsschrift durch eine einfache phonetische Umschrift japanischer Laute ersetzte. Die chinesischen Schriftzeichen hatten weiterhin Bestand, mischten sich aber mit der neuen Schrift. In offiziellen Dokumenten und Schriften der Höflinge blieben aber die Kanji-Zeichen weiterhin erhalten. Das Kana wurde die Schrift der Frauen und in der japanischen Literatur angewendet, weil sie ein flüssigeres Schreiben erlaubte. Es entstanden Abenteuererzählungen in Prosa und Versform - die größten Meisterwerke der Literatur in der Heian-Periode schrieben zwei Frauen: Sei Shonagon und Murasaki Shikibu. Die bedeutendsten Malereien jener Periode entstanden auf erzählenden Bildrollen, den sogenannten Emakimono.


Feudalzeit - Von der Aristokratie am Kaiserhof zur Entwicklung des lokalen Militäradels


8 Jahrhunderte lang herrschte in Japan die Feudalzeit. Es begann im 12. Jahrhundert mit der Kamakura-Periode von 1185 bis 1333, setzte sich mit Muromachi-Zeit fort von 1333 bis 1568, ging in der Momoyama-Periode weiter von 1568 bis 1600 und endete mit der Edo-Zeit von 1600 bis 1868. Die Zeiten wurden nach den Städten der Machtzentren benannt. Die verschiedenen Perioden entwickelten sich langsam und waren geprägt vom Aufstieg und Fall einer Militärregierung, die dann einer Neuorientierung in Richtung Westen die Amtsgeschäfte weitergab.

Der japanische Feudalismus war ein schrittweiser Übergang der Macht von einer zivilen Aristokratie des Kaiserhofes zum gebietsweisen Militäradel. Die zentralen Regierungsorgane waren finanziell vom kleinen Landadel abhängig, der seine lokalen Verwaltungstätigkeiten vernachlässigte, damit zersplitterte die Machtstruktur und der Militäradel kam an die Macht.


Religionen


Einbezogen in ein Ganzes sind in Japan auch die Glaubensvorstellungen. Die verschiedenen Religionen existieren nebeneinander, schließen sich aber einander nicht aus. Eine Person ob Mann oder Frau können Götter unterschiedlicher Religionen anbeten - ohne damit irgend einen Konflikt zu bekommen. Wenn man früh in einem buddhistischen Tempel ein Gebet spricht und abends ein schintoistisches (Schintoismus = japanische Religion zur Verehrung von Naturkräften) Opfer bringt, wird sich niemand aufregen. Selbst in religiösen Stätten sind Götter anderer Glaubensrichtungen zu finden. Auch ein Priester einer Religion kann in seinen Zeremonien Elemente anderer Religionen zelebrieren und deren Elemente vermischen. Damit möchten sie die unterschiedlichen und wertvollen Komponenten, ohne ihren Ursprung und ihre Herkunft in Frage zustellen, nutzen. Vergleichbar ist das mit der Natur, wo es auch Gegensätze wie Tag und Nacht, Regen und Sonnenschein, Pflanze und Tier, Himmel und Erde, Wasser und Luft gibt. Hier bilden sie den Kreislauf des Lebens. Würde eins fehlen wäre die Natur im Ungleichgewicht - statt Harmonie, gäbe es Chaos.


Bildquellen:
Quelle File: Japan location map with side map of the Ryukyu Islands.svg, (Chumwa)
AVHRR Land Cover
SRTM Data, ETOPO1
Urheber Alexrk2
Datum: März 2011
Genehmigung: Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe
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