|
|
|
Die Völker in Kaukasien |
| |
Die im Kaukasus lebenden Bergvölker sind seit dem Altertum durch ihre Metallverarbeitung
sehr bekannt. Es müssen frühe Kontakte zwischen den Küstengebieten am Schwarzen
Meer und dem Mittelmeerraum gegeben haben. Zum Reich der Urartu gehörten im 1. Jahrtausend
v. u. Z. die Völker des Südkaukasus, dessen Zentrum am Vansee lag. Sie
vermischten sich im 3. Jahrhundert v. u. Z. mit Völkern, die aus dem Westen in
das Territorium eindrangen. Aus ihnen entstand die armenische Bevölkerung, deren Sprache
einen selbstständigen Zweig der indoeuropäischen Sprachfamilie darstellt.
An den geschichtlichen Ereignissen der südrussischen und mittelasiatischen Steppen waren
die Steppengebiete des nördlichen und östlichen Kaukasusvorlandes beteiligt. In den
Kaukasus wanderten zwischen dem 1. Jahrtausend v. u. Z. und dem 1. Jahrhundert u. Z.
iranischsprachige Gruppen, in den folgenden Jahrhunderten beherrschten nomadisierende
Viehzüchter das Gebiet bevor turksprachige Bevölkerungsgruppen dominierten und auch
heute noch anwesend sind.
Gerste, Hirse, Reis, Weizen, Gemüse, Obst und Wein werden in den Tallagen von Armenien
angebaut, deren Kulturen oft künstlich bewässert und mit Radpflügen bearbeitet
werden - mit Sicheln erfolgt dann die Ernte. Almwirtschaft herrscht in den Gebirgslagen vor.
Handwerkliche Tätigkeiten sind die Woll- und Teppichweberei sowie die Filzherstellung.
Als typische Siedlungsform der Armenier gelten an den Berghängen die geschlossenen
Dörfer, deren Steinhäuser ein flaches Dach besitzen, welches höher gelegenen
Gebäuden als Vorplätze dienten. Die offenen Feuerstellen befanden sich direkt unter
Öffnungen im Dach. Als Kleidung trugen die Armenier eine enge, lange und taillierte Tracht
für Männer und Frauen, die ähnlich die der Grusinier ist.
Durch die Jahrhunderte währende Herrschaft der Araber, Mongolen und
Seldschuken gab es kaum armenische Feudalherren, stattdessen gehörte türkischen,
persischen und aserbaidshanischen Grundbesitzern das Flachland, welches von Armeniern gepachtet
wurde. Tagelöhner verdienten ihr Geld in den reichen Klöstern, die der
armenisch-gregorianischen Kirche gehörten, die sich im 5. Jahrhundert von der griechisch-orthodoxen
Kirche getrennt hatte. Das Christentum übernahm mehrfach seit dem 4. Jahrhundert die
Führung für die Selbstständigkeit der Armenier.
Bis ins 19. Jahrhundert hinein lebte der überwiegende Teil der Bergbevölkerung
Armeniens in patriarchalischer Großfamilie, in denen verheiratete Frauen nur wenige Rechte
hatten. Im wirtschaftlichen Leben bekamen sie mit zunehmenden Alter neben dem uneingeschränkt
Autorität genießenden älteren Mann eine wichtige Stellung. Aus mehreren
Großfamilien setzte sich eine Dorfgemeinschaft zusammen, an dessen Spitze ein Dorfältester
stand. Bis ins 19. Jahrhundert existierten diese Dörfer deren Bevölkerung gemeinsam den
Boden nutzten.
In Grusinien gab es schon in antiker Zeit Völkerschaften mit hoher Kulturentwicklung, die in
den letzten Jahrhunderten v. u. Z. in Ostgrusinien das Iberische Reich und im 4. Jahrhundert
u. Z. in Westgrusinien das Reich Lazika entstehen ließen. Vom 11. bis zu Beginn des
13. Jahrhunderts entwickelte sich in Grusinien und anderen Kaukasusgebieten nach der Abhängigkeit
von Persern, Byzantinern und Arabern ein einheitliches Reich, dass unter dem Druck
der Mongolen, der Perser und der Türken zersplitterte und deren Zersplitterung
bis ins 19. Jahrhundert andauerte.
Mit der Oktoberrevolution entstand die grusinische Nation.
Die Grusinier teilen sich in eine Ost- und eine Westgruppe. Zur Westgruppe gehörten die
Völkerschaften und Gruppen der Adscharen, der Gurier, der Imerer, der
Kachetier, der Kartaliner, der Mes'chen, der Pschawen, der Schewsuren
und Tuschinen und zur Ostgruppe die Lasen, die Mingrelier, Swanen und die
Tschanen.
Hirse, Mais, Obst und Wein bauten die Flachlandbewohner in Westgrusinien an und mit einem Holzpflug
wurde das Feld bestellt. Gerste und Weizen waren in Ostgrusinien die wichtigsten Feldfrüchte,
welche mit einem schweren Radpflug bearbeitet wurden. Zudem war auch hier Obst- und Weinanbau typisch.
In vielen Küstenbereichen des Schwarzen Meeres ist die Bienenzucht sehr alt, hingegen die Viehzucht
nur schwach entwickelt ist.
Vorwiegend für den eigenen Bedarf fertigte man Gewebe, Teppiche und Holzgeräte, für den
Verkauf stellte man künstlerische Metallwaren und Töpferwaren her.
|
|
|
|