|
|
|
Die Völker in Korea |
| |
Körperlich sind die Koreaner den nordchinesischen Typ ähnlich.
Ihre Sprache ist Koreanisch, die in sechs Dialekte zerfällt. Korea besitzt eine
eigene Buchstabenschrift seit 1443, jedoch wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts
Chinesisch als Schriftsprache verwendet - man schrieb Koreanisch mit chinesischen
Schriftzeichen. Heute konnte sich das koreanische Alphabet durchsetzen.
Auf der Halbinsel Korea gingen die ersten Siedler der Jagd nach und betrieben
Fischfang. Später wurde entlang der Flüsse und der Küsten auch
Kulturpflanzen kultiviert. Verbindungen in ihrer Kultur weisen nach dem
nordchinesisch-ostsibirischen Raum und zum Yayoi-Neolithikum in Japan.
Tunguso-mandschurisch-sprachige Völkergruppen drangen in den Ostteil Koreas,
im 3. bis 2. Jahrhundert v. u. Z. wanderten Chinesen ein. Nach der
Abhängigkeit vom Chinesischen Reiches in der Han-Zeit entstanden drei
koreanische Feudalreiche vom 4. bis 6. Jahrhundert u. Z. in Erscheinung und
kämpften um die Vormachtstellung. In diese Auseinandersetzungen mischten sich
immer wieder China und Fürst aus Japan ein bis sich Japaner im Südwesten
Koreas niederließen. Gleichzeitig übersiedelten koreanische und chinesische
Handwerker, Künstler, Gelehrte und Beamte nach Japan über und nahmen
tiefgreifenden und langanhaltenden Einfluß auf die kulturelle Entwicklung
Japans. Unter dem Reich Silla zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert kam es zur ersten
Einigung in Korea. Als das Reich zerfallen war, kam es im 10. und 11. Jahrhundert
zu engeren Kontakten zur Sung-Dynastie, die von Sung-Dynastie 960 bis 1279 bestand,
und eine friedlichen Entwicklung Koreas bis zur Blüte der Kultur vollzog sich.
Die Herrschaft der Mongolen - bestand von 1231 bis 1356 - unterbrach diese Entwicklung.
Erst ab 1392 bis 1592 - während der Yi-, Li- und Ri-Dynastie - kam es erneut
zur Entfaltung der Wirtschaft. Grund dafür war ein durch Bodenreform erreichter
wirtschaftlicher Aufschwung. Bedeutendste Periode war das 15. Jahrhundert, in der
auch die koreanische Buchstabenschrift erfunden und der buddhistische Klerus
entmachtet wurde. Mit der Trennung von Kirche und Staat vollzogen sich auch der
Konfuzianismus Grundlage des Beamtenstaates.
Die folgenden Jahrhunderte war geprägt von einer Zeit unter verschiedenen
Fremdherrschaften - 1592 bis 1623 Japan; 1627 bis 1894 Mandschu. Von 1905 bis 1910
kam Korea unter japanisches Protektorat (= Schutzherrschaft) und wurde japanisches
Territorium. Nach dem 2. Weltkrieg erhielt Korea die Selbständigkeit. Bis heute
ist die Halbinsel aber immer noch in zwei Staaten geteilt.
Südkorea ist heute noch Agrarstaat mit Großgrundbesitz, während
Nordkorea Volksdemokratische Republik wurde. Die traditionelle koreanische
Lebensweise ist heute meist Vergangenheit oder im Schwinden begriffen.
In Korea ist Grundlage der Nahrungswirtschaft der Pflanzenanbau. Im Norden wird
vorwiegend Hirse und im Süden Reis - Trocken- und Naßreis - angebaut.
Auch kultiviert werden Gerste, Hafer, Roggen, Weizen, Mais sowie Gemüse und
Obst. Fruchtwechsel ermöglicht mehrere Ernten im Jahr. Im Norden wurde früher
der Brandrodungsfeldbau betrieben.
Hund, Huhn, Rind und Schwein sind die herkömmlichen Haustiere der Koreaner.
Im Küstenbereich besitzt der Fischfang große Bedeutung. Rind- und
Schweinefleisch, Fisch und Gem&uumL;se wird zu den Hauptnahrungsmitteln Reis und
Hirse gegessen. Getränke aus der Ginsengwurzel und aus gekochten Reiswasser
sind typisch. Milch spielt keine bedeutende Rolle, aus Reis und Weizen versteht man
alkoholische Getränke herzustellen. Die Jagd nach Wildtieren wie Tigern nahe
der Ortschaften wurde von Berufsjägern durchgeführt, was aber keine
geachtete Stellung darstellte.
Der Grundriß der Städte Koreas ist denen der Chinesen ähnlich,
in ländlichen Gegenden siedelt die Bevölkerung in sogenannten
Straßendörfern. Das typische Haus in Korea besteht aus Holz, Stein oder
Lehm und ist mit Stroh, Baumrinde oder Ziegeln gedeckt. Es ist nur einstöckig,
besteht aber aus mehreren Räumen. Oft besitzt das Wohnhaus Nebengebäude
und ist von Bambuszaun oder Lehmziegelmauern umgeben. In dürftigen Hütten
leben die armen Menschen. Beheizt wird das Haus durch Känale im Fußboden,
das stabilere Haus spendet im Winter Wärme und schützt im Sommer vor
Ungeziefer. Der Boden wird mit matten bedeckt und dient auch als Nachtlager und zum
Sitzen. Der Koreaner besitzt in ländlichen Gegenden keine Sitzmöbel,
der Hausrat gleicht den der Chinesen.
Traditionell kleidete sich der Koreaner im Schnitt der Zeit der chinesischen
Ming-Dynastie - 1368 bis 1644. Wattierte Kleidung kommt im Winter zum Einsatz.
Ein spitzer Hut aus Öpapier schützte früher vor Regen und der
Wetterschutzmantel bestand aus Stroh, Schilf oder Gras. Verheiratete Männer
trugen früher als Kleidung einen schwarzlackierten Hut aus Bambus oder
Roßhaar mit breitem Rand unter dem ein Kopfnetztuch oder eine Unterhaube
saß, dass unter dem Kinn zusammengebunden wurde. Aus Stroh geflochtene
Schuhe oder Holzschuhe mit hohem Absatz war die typische Fußbekleidung.
. Das Volk trug weiße Kleidung aus Baumwolle oder Leinwand, dem Adel und den
Beamten waren farbige Kleider aus Brokat, Seide und Pelzen vorbehalten, die reich
mit Schmuck besetzt waren. Handwerk und künstlerische Erzeugnisse besitzen
den über Jahrhunderte währenden chinesischen Einfluß.
Neben den modernen Transportmittel werden immer noch der zweirädrige
Ochsenkarren verwendet. Der Gebrauch der Sänfte ist Vergangenheit. Pony und Esel
sind Reit- und Tragetier, Währen das Pferd und der Ochse Lasttiere sind. Als
traditionelleWasserfahrzeuge sind neben Boot, Floß auch die sogenannte
koreanische Dschunke zu nennen. Letzteres Fahrzeug gibt es in verschiedenen Formen
mit Mattensegeln.
Die Gesellschaft war in Schichten geteilt wie in den Adel, niedere Beamte, Gelehrte,
Kaufleute, Bauern und in Personen, die wenig geachtete Arbeiten ausführten.
Ähnlich wie die Chinesen wurde Recht gesprochen. Ab 1910 galt die japanische
Rechtsordnung.
Im 4. Jahrhundert wurde der Buddhismus zur offiziellen Religion erklärt, aber
die ursprünglichen Glaubensvorstellungen der Koreaner blieben trotz
alledem lebendig. Verehrt wurden Tiere, wie Tiger und Schlange, und Naturerscheinungen,
aber auch der Glaube an Götter, Geister und Dämonen spielte eine große
Rolle. Auch chinesischer Ahnenkult prägte die religiöse Haltung der
Koreaner. Ebenso hatte der Schamanismus seine Bedeutung. Die Schamanen waren
hauptsächlich Frauen, die sich teilweise zu bedeutenden Organisationen
zusammengeschlossen hatten. Die Behandlung von Kranken, die Wahrsagerei und der
Versuch Naturgewalten abzuwenden, waren ihre vordringlichsten Aufgaben. |
|
|
|