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Brasilianischer Küstensaum und Guarani |
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An der Ostküste Brasiliens leben im Pernambuco-Gebiet Stämme, deren
indianischen Grundsubstanzen durch Vermischung mit Negern und Mestizen fast nicht mehr
erkennbar ist. Zu ihnen gehören die Fulnio, bei denen
sich einige Tier- und Pflanzenrituale erhalten haben. Westlich von ihnen leben die
Pancararú, bei denen es auch noch heute Tiertänze und eine Art Gemeinschaft
mit einer Wildpflanze gibt. Die weiter südlich wohnenden Cariri, die zu den
isolierten Stämme gehören, bilden eine eigene Sprachfamilie und standen kulturell
höher als die Gês und ihre Nachbarn.
Wenn wir uns nun am Küstensaum weiter südlich bewegen, so treffen wir auf
Mitglieder der großen Tupi-Guarani-Sprachgruppe, deren Stämme, wenn sie nicht
vom Ackerbau abgekommen sind, sich mit dem Anbau von Pflanzen beschäftigen. Sie werden
unter den Sammelnamen Tupinamba geführt. Hier saßen einst Mitglieder
der Gês-Gruppe, welche durch die Tupinamba ins Landesinnere vertrieben wurden. Die Gês
waren es, die die kulturell so aufschlußreichen Muschelhaufen hinterlassen haben
und die gewaltsam zahlreiche Elemente der Tupi-Guarani annehmen mußten. Die Guarani
leben heute in Paraguay und Südbrasilien. Sie wanderten damals kurz vor oder nach
dem Kommen der Portugiesen aufgrund religiöser Vorstellungen ostwärts, um ein
gelobtes ihres mythologischen Großvaters des Donnergottes zu erreichen. Sie
siedelten in einem 2.000 Meilen großen Gebiet an der Atlantikküste.
Die Tupinamba lebten in palisadenumgebenen Dörfer mit etwa acht Großhäusern.
In jedem Haus wohnten 200 durch Familienbande verbundene Personen. Sie hatten durch die
Kombination von Ackerbau und Fischerei einen bestimmten Wohlstand erreicht. Sie bauten
zahlreiche Mais- und Maniok-Arten an. Zum fischfang wurden Flöße, Rindenkanus
und Einbäume verwendet. Sie waren Kannibalen und verspeisten ihre Opfer, die sie bei
Kriegszügen gemacht hatten nach religiösen Vorschriften.
An die Tupinamba schloß sich nach Süden hin das Gebiet der Tupinicin an.
An der Grenze beginnt das Gebiet der Guarani, die Nachkommen der Metallleute, die
Juan Diaz de Solis, Entdecker des La Plata, 1513 Gold und Silber zeigten, das dem Fluß
seinen Namen gab. Die Metalle hatten die Guarani bei Raubzügen, welche durch die Chaco
gingen, im Inkareich erbeutet. Die Guarani glaubten mit dem Gold und Silber die Spanier
für sich zu gewinnen und beteiligten sich mit 10.000 Mann an Unternehmungen der Spanier
im Inkareich.
Jedoch wurden sie Opfer der spanischen Ausbeuter und starben dahin. Die Spanier begeisterten
sich aber für die schönen Frauen der Guarani und lebten mit ihnen in Harems mit bis
zu 30 Frauen in der Nähe der 1539 gegründeten Stadt Asunciòn. Die hieraus entstandene
Mestizenbevölkerung rettete das Blut und die Sprache der Guarani. Denn sie bilden heute
die Hauptbevölkerung Paraguays. Die Sprache der Guarani wird heute von 1,6 Millionen
Menschen gesprochen. Andere Teile der Guarani, die am oberen Parana und im
Uruguayflußbecken lebten, wurden von 1608 bis 1767 von Jesuiten missioniert. Nach
Vertreibung der Jesuiten wurden die Missionen von Franziskanern mehr schlecht als recht
geführt und verfielen. Die Indianer verstreuten sich und wurden von räuberischen
Weißen teils vernichtet oder siedelten sich in Dörfern an.
Die Überreste der Guarani der Tupinamba-Gruppe wanderten ins Landesinnere. Ihre Kultur
und Lebensweise entspricht ungefähr der der Tupinamba. Jedes Dorf hat einen
Häuptling, dessen Macht jedoch von der des Schamanen beeinträchtigt war.
Von ihrer Kultur existieren heute nur wenige kulturelle Überbleibsel aus alter Zeit. |
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