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Gesellschaftlicher Lebensbereich


Es gibt verschiedenartige gesellschaftliche Beziehungen zwischen den Menschen einer Bevölkerung, welche ständig wirksam sind. Auf die verwandtschaftlichen Beziehungen war in der Vorklassengemeinschaft das Leben der Gemeinschaft ausgerichtet. Größer als die Einzelfamilien waren Gruppierungen verwandter Personen, wie Clans, Sippen und Großfamilien. Es wurden meist nicht Angehörige innerhalb einer Verwandtschaftsgruppe geheiratet. Seit der Urzeit gehen die Menschen davon aus, dass sie als Gruppe mit Tieren, Pflanzen oder anderen Erscheinungen verwandt sind (Totem )oder leiten ihre Herkunft von mythischen oder historischen Persönlichkeiten ab.

Gesellschaftliche Lebensbereich: Eine Sippe der Urzeit Menschen eines Personenkreises sind oft nahe Verwandte und leben und arbeiten zusammen. Oft leben sie auch verstreut und finden nur zu bestimmten Anlässen, wie Heirats- oder Totenzeremonien, zueinander. Der einzelnen Familie bietet die Verwandtschaftsgruppen Sicherheit in allen Lebenslagen - vor allem in Hinsicht der wirtschaftlichen Unterstützung im ständig bedrohten Leben der Jäger und Sammler, der Bodenbauer mit wenig entwickelten Feldbaumethoden und spezielisierter Viehzüchter. Nur in wenigen Regionen der Erde hat das Auftreten von Menschengruppen eines gemeinsamen Alters oder Geschlechts eine entsprechende Bedeutung. Diese Menschengruppen können Zusammenschlüsse von Altersklassen oder von Junggesellen sein.

Eine Bindung an ein bestimmtes Territorium ist für jede Gemeinschaft typisch. Sammler- und Jägergruppen wie auch nomadisierende Viehzüchter leben in genau abgegrenzten Gebieten, die von anderen Gruppen respektiert werden. Diese Gebiete waren oft so groß, dass sie unterschiedliche natürliche Bedingungen besaßen. Dem Kreislauf der einzelnen Jahreszeiten folgend wurden immer wieder bestimmte Gebiete aufgesucht, um die dort gerade befindlichen Nahrungs- und Rohstoffquellen anzutreffen - bestes Beispiel dafür sind die Prärieindianer, die den Bisonherden nachzogen.

Die Grenzen zwischen den Wirtschaftsräumen wurden bei den Bodenbauern und Viehzüchtern genau eingehalten. Bei den Jäger- und Sammlergemeinschaften wurden in Gebieten mit knappen, aber örtlich, zeitlich und mengenmäßig zuverlässig anfallenden Nahrungsquellen genauso streng die Grenzen eingehalten wie in Territorien mit zuverlässigen Nahrungsquellen. Nur waren das letztgenannte Gruppenterritorium wesentlich kleiner und die Personenzahl der örtlichen Verbände viel größer.

Wenn die Menge des natürlichen Nahrungsanfalls in Raum, Zeit und Menge schwankte, dies konnte in Gebieten mit knappen oder reichlichen Nahrungsanfall passieren, dann entwickelten sich zwar traditionelle Wohn- und Wirtschaftsgebiete der Gruppen, aber wirtschaftlichen Aktionen wurden dann nicht eingehalten - Gebietsüberschreitungen. Mit der wirtschaftlich intensiveren Nutzung eines Gebietes war auch die Konzentration einer Verwandtschaftsgruppe verbunden. Bei sehr unsicheren Lebensbedingungen waren die verwandtschaftlichen Beziehungen meist sehr weiträumig. Bemühungen zur Ausweitung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Macht hatten zur Folge die Herausbildung von Besitzunterschieden. Es entstand privates Eigentum an Grund und Boden der örtlichen verwandschaftlichen Gruppierungen. Unter der Bodenbauerbevölkerung entstand nach der Auflösung des territorialen Zusammenhalts der Verwandschaftsgruppen das Eigentum an Grund und boden der Dorfgemeinschaft als wesentliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Organisationsform. Sobald mehrere territoriale Einheiten eines Stammesverband oder eines Staates unter einer Leitung zusammengefaßt werden, entsteht immer eine wirtschaftlich und gesellschaftlich hervorragende Bevölkerungsschicht.

Das Zusammenleben zwischen Menschen einer Gemeinschaft wird durch eine Führungsschicht geleitet. Innerhalb einer Verwandtschaftsgruppe gibt es ältere und angesehene Personen, die die Anführer der territorialen Gemeinschaft sein können oder zumindest in viele Bereiche des Gruppenlebens in entsprechenden Situationen eingreifen. Bei Gruppen ohne wesentliche Besitzunterschiede kann er als Verwalter der Nahrungs- und Rohstoffe oder Vermittler unter Mitgliedern der Gemeinschaft oder als Sprecher der Gemeinschaft gegenüber anderen Gemeinschaften auftreten. Besondere Fähigkeiten muß er als Autoritätsperson jedoch aufweisen. Einher mit den Besitzunterschieden gehen die Autorität und Leitung auf eine wirtschaftlich mächtige Person über und bleiben oft durch Vererbung im Besitz eines bestimmten Personenkreises. Zeitweilig tritt in der Gemeinschaft wenigen Menschen neben dem Lokalgruppenanführer, der das Gruppenleben sonst koordiniert, auch Spezialisten in Erscheinung, die mehrere kleinere Gemeinschaften bei Gruppenunternehmungen anleiten - bestes Beispiel Gemeinschaftsjagden wie die Bisonjagd.

Das Leben der Gemeinschaft wurde nicht nur von einer Einzelperson gelenkt, sondern Gremien - wie Ältestenrat oder Versammlung erwachsener Männer - fällten kollektive Entscheidungen. Mit der Ausführung getroffener Entscheidungen konnten Altersgruppen als Teil der Gemeinschaft betraut werden. Als die Besitzunterschiede immer größer wurden, bildete sich ein Menschenkreis, der aus mächtigen Personen verschiedener territorialer Gemeinschaften bestand. Ihre Macht reichte über die der territorialen Anführer hinaus und beeinflußte das gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und religiöser Leben größere Gebiete maßgeblich.

Mit der Ausdehnung der Territorien war auch die Leitung und Verwaltung grö,ßerer Bevölkerungsgruppen erforderlich. Dies führte zur Verteilung der Aufgaben auf mehrere, ständig tätige Personen, deren Aufgabenbereich abgegrenzt war.
 



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