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Kulturareal Madagaskar


 
 

Die Völker in Madagaskar

 
Madagaskar Die Madagassen teilen sich anthropologisch in zwei größere Gruppen. Im Westen siedeln die dunkelhäutigen Sakalawen, deren Herkunft bis heute nicht geklärt ist, und im Innern und östlichen Teil siedeln die Nachkommen von Einwanderern, die in großen Gruppen und in mehreren Wellen von Indonesien nach Madagaskar kamen. Es handelt sich dabei um die Völker der Merina, der Betsileo und der Betsimisaraka. Einige Wissenschaftler meinen die Sakalawen sind mit afrikanischen Negriden verwandt, andere sehen eine Verwandtschaft mit altindischen Bevölkerungsgruppen.

Im Westen der Insel leben noch Reste der Vazimba. Dieses Sammler-, Jäger- und Fischervolk, wo einige Gruppen auch Reis anbauen, ist weitgehend unerforscht. Ebenfalls eine Sammler- und Jägerbevölkerung sind die Kimos - auch Quimo, die ähnlich den Buschmännern oder Pygmäen sein sollen. Alle Bewohner Madagaskars sprechen Malagasy - eine Sprache der indonesischen Sprachgruppe, außer einige Gruppen der Vazimba-Gruppe.

Im 13. Jahrhundert errichteten die Merina - Nachkommen der letzten Einwanderer - im Hochland der Insel einen Staat der sich im 16. und 17. Jahrhundert zum zentralen Feudalstaat entwickelte. Auch in anderen Teilen der Insel entstanden kleine Staaten, von denen einige vom Merina-Staat einverleibt wurden. Der Staat war in mehrere Klassen geteilt. Der obere Adel - der sogenannte Andriana-Adel - besaß größere Grundstücke, die von der bäuerlichen Bevölkerung in Frondiensten gebaut werden mußte. Die Howa waren die persönlich freien, aber die steuerpflichtigen Bauern. Sie lebten in Dorfgemeinschaften, die sich selbst verwalteten. Die Dorfgemeinschaften besaßen Nutzungsrecht für alle bewässerten Felder, die auf die einzelnen Familien verteilt waren, und das gesamte Umland. Die Dorfgemeinschaft war kollektiv für die Steuereinnahmen verantwortlich und hatten großes Interesse, das niemand das Dorf verlaßt. Die unterste Klasse waren die Sklaven.

Madagaskar stand von 1885 bis 1960 unter der Herrschaft der Franzosen.
Aus verkehrsgünstigen Dörfern entwickelten sich kleinere und größere Städte, jedoch leben die meisten - etwa 85 Prozent - der Madagassen auf dem Land und blieben in der Kolonialzeit der Dorfgemeinschaft erhalten. Im 19. Jahrhundert wurden aber durch eine Reform der Agrargesetzgebung das Land einer Familie als Besitz übergeben. Wer das Land verkaufen wollte, mußte es an Angehörige des Staates und nicht an Einwanderer oder Ausländer verkaufen. Folge dieser Maßnahmen waren große Gruppen landloser Bauern und Pächter. Durch Aufhebung der Sklaverei vergrößerte sich die Gruppe der Pächter.

Die Agrarstruktur veränderte sich in einigen Gegenden durch die Einführung von Exportkulturen und die Errichtung großer Plantagebetriebe, wo zahlreiche Arbeiter einer Beschäftigung nachgehen. Die wichtigste Nahrungspflanze - Wirtschaftsgrundlage - der Madagassen ist der Reis, der auf bewässerten Feldern angebaut wird. Zudem werden Bataten, Maniok und Bohnen kultiviert. Bedeutungsvoll sind auch verschiedene Arten von Obstbäumen. Für die seit langer Zeit bekannte Seidenraupenzucht werden Maulbeerbäume angepflanzt. Nomadem und Halbnomaden sind einige Bevölkerungsgruppen Madagaskars. Die Insel kennt wegen des Fehlens der Tsetsefliege keine Tierseuchen.

In verschiedenartigen Behausungen wohnen die Madagassen. Das Giebeldachhaus überwiegt auf dem Großteil der Insel - meist wird es aus Stein und Holz gebaut. Pfahlbausiedlungen sind an der Küste anzutreffen. Tongefäße, hölzerne Gefäße, Schalen, Mörser zum Reisenthülsen, Lampen sind einige Dinge des Hausrates.

Lendentuch und Umhang sind typische Kleidungsstücke. Rindestoffe und kunstvoll verzierte Raphiagewebe dienen zur Ausschmückung der Wohnräume. Mattenflechterei, Rindstoffherstellung, Weberei, Seidenweberei, Kunstschmiede- und Schmiedehandwerk sind in hoch entwickelt.


Bildquelle:
Beschreibung English: Physical map of Madagascar, parameters equal to Madagascar location map.svg.
Datum: 13. Februar 2011
Quelle: Eigenes Werk
Urheber Urutseg
Lizenz: Public domainPublic domainfalsefalse
Ich, der Urheberrechtsinhaber dieses Werkes, veröffentliche es als gemeinfrei.
Dies gilt weltweit.

 
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