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Die Maya


 
 

Die Maya


Chichen Itza Die Maya lebten und leben auch noch heute in Mittelamerika. Ihre Sprach gehört zur Maya-Quiché-Zoque-Sprachfamilie, die in Mittelamerika ziemlich weit verbreitet ist. Zwei Sprachzweige, die Maya-Sprachen und Quiché-Sprachen, die sich wiederum beide in mehrere Gruppen gliedern, sind vor allem in Mexiko heimisch. Beide beinflußten noch eine dritte Gruppe, die erst genannten sehr nahe stehen, den Zweig der Zoque-Sprachen. Alle drei zusammen - in der Sprachwissenschaft umstritten - bilden heute die zweitgrößte Sprachfamilie, nach den Ketchua in Sü:damerika, in ganz Amerika. Vor allem in Mexiko und Guatemala ist diese von etwa 4,5 Millionen Sprechern verbreitete Sprache anzutreffen.

Wortbildend an Wortstamm



Die als sogenannte Tiefland-Maya bekannten Teil sind vor allem Wald- oder Buschlandbauern, die Hochkulturzüge wie die soziale Schichtung aufweisen. Ein Teil dieser Maya arbeiten auf Feldern von Nichtindianern. Allgemein gesehen ist ihre Abhängigkeit vom Weltmarkt geprägt. In ihrem Leben gibt es Tendenzen, die zum einen von Sichzurückziehen bis vom Wunsch geprägt sind, ein unabhängigiges Leben im Wald führen zu können.

Schon zu Kolonialzeiten unterhielten dagegen die sogenannten Hochland-Maya enge Handelsbeziehungen zu Händlern und Handwerkern nichtindianischer Herkunft, was dazu führte, das sich diese Maya mit diesen Familien gründeten.

Um vor allem Mais anzubauen, betreiben die Tiefland-Maya Brandrodungsfeldbau. Zweitrangig erfolgt der Anbau von Bohnen, Kürbisse, Yams, Süßkartoffeln und Erdnüssen. daneben kultivieren sie noch einige Obstbäume. Mais, Bohnen und Kürbisse werden von den Hochland-Maya als Grundnahrungsmittel angebaut. Daneben beschäftigen sie sich noch mit der Weberei und Töpferkunst. In der Gestaltung ihrer Webarbeiten finden sich Ornamentikelemente spanischer Herkunft wieder.

So haben sich auch im Hochland noch mehr als 150 verschiedene Dorf- und Regionaltrachten erhalten, deren Träger mit dem Tragen vor allem ihre soziale Position demonstrieren. Im Tiefland sind die Maya weitgehend verwandtschaftlich gruppiert, während im Hochland Selbstverwaltungseinrichtungen in den Dörfern eine Rolle spielen. Bei diesen handelt es sich um Überreste der Selbstverwaltungseinrichtungen aus der spanischen Kolonialzeit. Aber auch Bruderschaften, deren Kult sich lokalen Heiligen widmet und für den sogenannte Patronatsfeste veranstaltet werden, konnten sich teilweise halten. Diese Organisationsformen haben vor allem den Sinn, die Macht in nur wenigen Händen zu konzentrieren.

Tikal Die Maya sind meist Katholiken, aber ihr Christentum ist von unzähligen Geistern durchsetzt. Zahllose Geister beseelen noch die Natur, so ist bei den Bauern der Anbau des Maises vom Wohlwollen verschiedener, mächtiger Götter abhängig. Auch befragen sie das mit dem Maya-Kalender zusammenhängende Orakel nach dem Ausgang der Ernte. Im Glauben der Maya an eine Abfolge von Weltzeitaltern verwurzelt, die auch immer mit einer globalen Katastrophe endeten. Ähnlich wie Wovoka, ein Paviotso-Indianer in Nordamerika, der in seinen Visionen die Rückkehr der getöteten Krieger sah und riesige Büfelherden wieder die Prärien bevölkern würden, so hofften die verzweifelten Maya an eine messianische Erscheinung, um nicht mehr an Christus beten zu müssen.

Drei verschiedene Phasen der voreuropäischen Maya-Geschichte werden heute unterschieden:

1. Izapa-Kultur bildet den Mittelpunkt der im Hochland von Guatemala für die vorklassische Zeit
2. klassische Phase von ca. 200 bis 900 n. Chr., deren Schwerpunkt sich in das nördlich
    vorgelagerte Tiefland verlagerte.
3. nachklassische Zeit, in der die Maya noch weiter auf die Halbinsel Yucatán verlagerte.
    In der letzten Phase drangen nach Zentralmexiko die europäischen Eroberer ein.



Von der Halbinsel Yucatán unternahmen die Maya 1847 einen Aufstand, der in die Geschichte unter den Namen "Guerra de castas" einging. In dessen Folge bis 1850 überlebende Maya in die Waldgebiete flohen und neue Kleinstaaten gründeten. Der letzte dieser behauptete sich bis 1915 gegen die mexikanische Armee. Letztmalig spielten die Maya eine wichtige Rolle zur Zeit der mexikanischen Revolution 1950 als die Halbinsel Yucatán die Unabhägigkeit erreichen wollte. Ab dem 20. Jahrhundert ist die Geschichte der Maya, die in ihrem Kerngebiet die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen, kaum noch von der Geschichte Mittelamerikas zu trennen.
 
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