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Die Völker der Erde auf www.voelker-der-erde.de
 
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Kulturareal Melanesien
Geschichte und Lebensweise der Völker


 
 

Die Völker der Erde - Das Kulturareal Melanesien

 
Bei den Melanesiern wird die Hauptnahrung durch Bodenbau - genauer mit dem Grabstockbau - erwirtschaftet. In Regenwaldgebieten gilt als Hauptnahrungspflanze der Sumpftaro (Colocasia esculenta), eine begrenzt haltbare Kulturpflanze, die aber das ganze Jahr hindurch angebaut und geerntet werden kann. Durch Brandrodung wird während der trockenen Jahreszeit das Ackerland gewonnen, auf dem allerdings nur ein bis zwei Jahre lang Pflanzen kultiviert werden können. Dann benötigt der Boden eine mehrjährige Regenerierungszeit bevor er wieder zum Anbau von Feldfrüchten Verwendung findet. Das Roden ist Männerarbeit, hingegen die Frauen die Felder bepflanzen, Unkraut beseitigen und die Ernte einbringen. In trockenen Gebieten ist erst durch künstlich angelegte Bewässerungssysteme der Anbau von Taro erst möglich wie beispielsweise auf den Fidschi-Inseln, in Neukaledonien und in Teilen von Neuguinea. Die stärkehaltige Knollennahrung wird durch Bananen, Brotfrüchte, Blattgemüse, Kokosnüsse, Zuckerrohr und weiteren Fruchtarten ergänzt.

Melanesien Die Nahrungsgewinnung in anderen Zweigen als den Bodenbau ist wenig entwickelt. Ebenso ist die Jagd besonders in Ozeanien nur eine kleine Nahrungsergänzung, da große Tiere fehlen. Eine größere Bedeutung der Nahrungsgewinnung besitzt die Sammeltätigkeit von wildwachsenden, vitaminreichen Pflanzenteilen und Insekten. An der Küste ist vielfach die Hauptquelle der Nahrungsbeschaffung der Fischfang mit Hilfe von Angelhaken, Netzen, Fischwehren und -reusen, Pfeil und Bogen, aber auch pflanzliches Fischgift wird in stillen Gewässern eingesetzt. Fisch erwirbt die Bevölkerung in inneren Landesteilen durch Tausch mit Bodenfrüchten.

Wo die Bewässerung des trockenen Bodens keinen Sinn macht, baut man als Hauptnahrung Yams (Dioscorea) - eine Kletterpflanze an. Die Knollen werden einmal jährlich angebaut, reifen in etwa acht Monaten und werden bis zur nächsten Ernte im kommenden Jahr in Vorratshäusern aufbewahrt. Im Hochland von Neuguinea - etwa in 2000 Meter Höhe - ist das Grundnahrungsmittel die anspruchslose Batate oder Süßkartoffel (Ipomoea batatas), die 90 Prozent der Gesamtnahrung ausmacht. Ergänzt wird sie durch Blattgemüse. Im Osten pflanzt man Batate auf gepflegten Beeten an, hingegen im sumpfigen Hochland von Westirian Entwässerungsgräben zwischen den Bataten nötig sind.

Extrem schwierig ist der Anbau von Nutzpflanzen auf der Frederik-Hendrik-Insel - in der Papua-Gruppe, wo ausgedehnte Sumpfgebiete vorherrschen. Auf künstlich angelegten Inseln befinden sich das Wohnhaus sowie die Anbauflächen für Fruchtbäume und Knollenpflanzen.

Im sumpfigen Tiefland großer Flüsse und in Papuagolf bildet das Mark der wildwachsenden Sagopalme (Metroxylon) die Nahrungsgrundlage vieler Menschen, auch wenn sie noch einwenig Bodenbau betreiben. Um das Mark der Sagopalme zu gewinnen, spaltet man den Stamm in Längsrichtung, hackt das Sajo heraus, wäscht es in einem Kokosfasersieb, wobei die Stärke von den Holzbestandteilen getrennt wird. Feucht oder getrocknet ist das Sago über einen längeren Zeitraum haltbar. Die auf der wildwachsenden Sagopalme basierende Ernährung ist krisenfester als der von ungünstiger Witterung abhängige oder Schädlingsbefall bedrohte Anbau der Knollenfrüchte.

Auf den Neuen Hebriden und im Hochland von Neuguinea liefert zudem die Haltung von Schweinen eine weitere Nahrungsicherung.

Auf allen Inseln in Ozeanien werden die Speisen im Erdofen - einer Erdgrube - zu bereitet. Auf ausgelegten Blättern werden schichtweise Speisen und erhitzte Steine und Blätter aufgetürmt und zum Abschluß mit Erde verschlossen. Nach mehreren Stunden ist das Fleisch und die Knollenfrüchte gedünstet, aber auch über offenem Feuer und in Bambusrohren werden die Speisen getröstet. Den Melanesiern ist auch das Konservieren von Nahrungsmitteln bekannt. Beispielsweise werden Samen verschiedener Fruchtbäume für die Aufbewahrung getrocknet. Andere Gewürze außer Salz, welches aus Meereswasser oder Pflanzenasche gewonnen wird, kennt die Bevölkerung dieser Inselwelt nicht. Die Milch junger Kokosnüsse oder Wasser sind die typischen Getränke der Melanesier. Auf den Inseln hat sich das Rauchen stark verbreitet.

In Siedlungen mit Frauenhäusern, den sogenannten Familienhäusern, und Männer- oder Junggesellenhäusern, in denen die unverheirateten Männer wohnen - ist ein sogenanntes Haufendorf - leben die Melanesier. Alle wichtigen öffentlichen Angelegenheiten werden hier beraten und Feste gefeiert, weshalb sie auch als Versammlungshäuser dienen. Etwa 25 Meter hoch und 150 Meter lang, was eine bautechnische und künstlerische Höchstleistung für die Neuguinea und im Papuagolf darstellt, werden die größten dieser Gemeinschaftshäuser. Um Wohn- und Vorratshäuser vor Angriffen, wilden Tieren oder Überschwemmungen zu schützen, stellt man sie auf Pfähle, die oft Wasser stehen, was eine noch größere Sicherheit darstellt. In Kriegszeiten lebten vor allem in Neuguinea die Menschen auf Baumhäusern. Die eckigen oder runden Behausungen hatten meist nur aus einem Raum und waren aus Holz, Bambus, Bast und Blätter für das Dach erbaut.

Der geringe Hausrat beschränkte sich auf Schlafgestelle und Hocker, für die Nahrungszubereitung aus Schabern, Schüsseln und Schöpfkellen, für den Transport und Aufbewahrung geflochtene oder geknüpfte Tragbehälter aus pflanzlichen Materialien und aus Vorratsgefäßen aus Holz oder Ton. Auf Melanesien war das von Frauen ausgeführte Töpfern eine charakteristische Tätigkeit.

Weitgehend überflüssig bis auf das kühlere Neuseeland war die Kleidung. Die Männer trugen eine zwischen die Beine durchgeführte aus Rindenbast bestehende Binde, hingegen die Frauen einen Grasschurz oder ein Rindenbaströckchen trugen - der Oberkörper blieb bei beiden Geschlechtern frei. Heute werden Kleidungsstücke mit europäischen Schnitten angelegt.

Mit großem handwerklichen Können fertigen die Melanesier aus Muscheln, Schnecken, Holz, Schildpatt, Bast, Federn und anderen Gegenständen ihre Schmückstücke an. Die Körperbemalung ist meist von magisch-religiösen Vorstellungen geprägt, die die außerordentlichen Situationen des Lebens zum Ausdruck bringen wie beispielsweise Trauer, festliche Anlässe oder Krieg.

Wegen zahlreichen Fehden zwischen benachbarter Gruppen war das Tragen von Waffen unabdingbar. Frauenraub, Kopfjagden oder die Annahme, das Unglück oder Mißgeschick die Ursache eines bösen Zaubers einer anderen Person waren, gaben Anlaß zur Blutrache. Der Frieden war meist von kurzer Dauer. Die Waffen der Melanesier waren neben Pfeil und Bogen, auch Keulen, Lanzen und Speere. Melanesien wies die größte Vielfalt von Waffenarten auf - Pfeile konnten auch vergiftet sein.

Im küstennahen Bereich war der Einbaum - ein ausgehöhlter Baumstamm - typisch. Für die Küstenschifffahrt und Reisen über das Meer waren mit Segeln ausgestattete sogenannte Auslegerboote die beste Beförderungsmöglichkeit. Sie hatten zur größeren Sicherheit auf einer - seltener auf beiden Seiten - einen Schwimmbalken, der durch Querstangen mit dem Bootskörper verbunden war.

Auf den südlichen Salomonen waren Plankenboote - sogenannte Mon-Boote - mit hochgezogenen Bug und Heck - allerdings ohne Ausleger - verbreitet, die mit Perlmuttscheibchen verziert waren. Die hohe Kunst des Bootsbaus ging mit der Kolonnisation verloren.

 
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