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Die Völker der Mongolei |
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Die Viehzucht ist bei den Mongolen die vorherrschende Wirtschaftsform. Als
typischste Vertreter sind zum Beispiel die Chalcha - Ostmongolen -
anzusehen. Ihre Weideplätze wechseln sie 2- bis 4mal jährlich. Im Sommer
liegen sie an Seen und Flüssen und im Winter im Schutz der Südhänge
der Gebirge. Wichtigstes Herdentier ist das Schaf, als Lasttier dient das ausdauernde
und anspruchslose Kamel und das Reittier ist das Pferd. Hauptnahrungsmittel sind im
Sommer Milch, Käse und Butter; im Winter Fleisch. Importiert wurde Getreide.
Beeren, Grassamen und Zwiebeln wurden gesammelt. Stutenmilch - Kumys - ist das
beliebeste Getränk, aber auch der sogenannte Ziegel- oder Plattentee, der mit
Milch, Salz und Hammelfett bereitet wird.
Die Jagd wurde vor allem von den nördlichen Gruppen unternommen, ebenso der
Handel mit Pelzen. Lieblingsbeschäftigung der mongolischen Feudalherren war
die Treibjagd. Der Anbau von Hirse auf bewässerten Feldern hat alte Tradition;
die Chinesen und andere mittelasiatische Völker übernahmen diese
Feldfrucht. Westmongolische Völker - also die Bewohner der Oasen im Gobi-Gebiet,
Gruppen im Selenga-Gebiet und am Unterlauf des Orchon - sind als Bodenbauern
tätig.
Als transportable Behausung der asiatischer Nomadenviehzüchter diente die
filzgedeckte Jurte. Auf zweirädrigen Wagen wurde die aus mehreren Scherengattern
errichtete Unterkunft von Ochsen oder Yaks transportiert. Gegenüber des Eingangs
war der Platz des Hausherrn und seiner Gäste, die Frauen hielten sich rechts
davon auf. Die linke Seite der Jurte war der Platz für allerlei Gerätschaften.
Herde, die mit Dung befeuert wurden, dienten zum Heizen und Kochen. Ein an einem
Dreifuß hängender eiserner Kochkessel, hölzerne Mörser, Lederbeutel
für die Vorräte, hölzerne Truhen, Filzteppiche und Schlaffelle waren die
traditionellen einrichtungsgegenstände einer Jurte.
Die Männer bekleideten sich charakteristisch mit einem Kittel - dem sogenannten Deel
- aus Baumwolle, im Winter wurde dieses Kleidungsstück aus Wolle, welches mit Lammfell
gefüttert war, getragen, dazu Felle und Fell- bzw. Filzmützen. Stiefel mit
aufgebogener Spitze bildeten das Schuhwerk. Jacke, Hose, bunter Oberhose und einem
Ärmelkleid mit Woll- oder Seidengürtel war die traditionelle Kleidung der
Frauen. Dazu kam noch Schmuck aus Silber oder Halbedelsteinen.
Vor dem Auftreten von Tschinggis-Chan waren die mongolischen Stämmen aus
vaterrechtlichen Sippen zusammengesetzt. Sippen mit großen Viehbestand nahmen eine
Vorrangstellung ein. Tschinggis-Chan baute eine straffe militärische Organisation
auf, die das ganze mongolische Volk erfaßte. Die entstandenen Verwaltungseinheiten
wurden von Gefolgsleuten Tschinggis-Chans besetzt - die Anführer der militärischen
Verbände erhielten Land und das dazugehörige Vieh zur Verwaltung und natürlich
auch zur Nutzung. Bestehende Rechtsanschauungen wurden auf Verlangen Tschinggis-Chans
gesammelt und entsprechend der gesellschaftlichen Situation in die Gesetzessammlung - der
Jasa - angepaßt, die auch nach dem Tod des legendären Anführers das Leben
der Mongolen bestimmte. Schwere Strafen waren für Vergehen gegen das Eigentum
festgelegt, ebenso erhielt die Frau eine selbständige und angesehene Stellung in der
Familie.
Zur Zeit der Mandschu-Dynastie erlangte der Feudalismus eine hohe Entwicklung. Dem Adel
und zahlreichen Klöstern gehörte das Land.
Ab 1260 kam der Südtibet unter den Einflußbereich des Buddhismus. Eine zweite
Missionierungswelle folgte 1585 unter der der Lamaismus Einzug hielt - die Sekte der
Gelbmützen, der noch heute offizielle Religion der Mongolei ist. In fast 750
Klöstern lebten zu Beginn des 20. Jahrhunderts etwa 100.000 Mongolen.
Vor der Lamaisierung gehörte zu den religiösen Vorstellungen die Verehrung
von Heroen oder Ahnen der Himmelregionen. Als verehrbare Naturerscheinungen galten Sonne,
Mond, Berge und Flüsse. Ein Kult war der des hä,uslichen Herdes, dem man Opfer
brachte. Das religiöse Leben wurde von Schamanen geleitet, die Kulthandlungen und
Heilbehandlungen durchführten, ebenso Verbindung mit dem Jenseits aufnahmen oder
die Zukunft aus angebrannten Schulterknochen von Schafen deuteten. Weiterhin versuchten
sie das Wetter zu beeinflussen. Der Schamane erbte seine Funktion. Eine wichtige Stellung
hatte der Oberschamane - beki, biki - und der Fürst, der Chan.
Die Viehzucht nimmt heute noch in der Mongolei eine wichtige Rolle in der Wirtschaft ein.
Gemeineigentum ist das Vieh und je arbeitsfähigen Mitglied erhält eine
sogenannte Wirtschaft eine entsprechende Anzahl an Vieh. Die nomadisierenden
Viehzüchter bilden Gruppen von zwei bis fünf bzw. sechs bis zwölf Personen,
entscheidend wie groß eine Gruppe ist, sind die Weidebedingungen.
Die Felder für Gerste, Hirse, Weizen oder auch Hafer unter künstlicher
Bewässerung werden immer zahlreicher. Und seit der mongolischen Revolution von 1921
entstand Bergbau-, Leicht- und Nahrungsmittelindustrie, ebenso wurde das Land
verkehrstechnisch erschlossen. In den wachsenden Städten sind Zentren
wissenschaftlichen und kulturellen Lebens entstanden. |
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