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Völker in Nordwestafrika


 
 

Die Völker in Nordwestafrika

 
Afrika Die Berber sind die älteste heute noch lebende Bevölkerung Nordafrikas. Seit dem 7. Jahrhundert drangen die Araber in dieses Gebiet vor und haben großen Anteil an der hier heute vorkommenden Bevölkerungsschicht. Sowohl die Araber und die Berber sind Angehörige des südlichen Zweiges der europiden Rasse. Im Laufe der Zeit haben sich beide Rassen so vermischt, dass kaum mehr Unterschiede bestehen. Sie sind Staatsangehörige von Mauretanien, Marokko, Algerien, Tunesien und Lybien.

Wie die Nordküste Südamerikas zu Mittelamerika gehört, so wird der Norden Afrikas historisch zum Mittelmeerraum gezählt, da sie mit der geschichtlichen Entwicklung der Mittelmeerkulturen in Zusammenhang steht. Die Phönizier unternahmen bereits im 12. Jahrhundert v. u. Z. Handelsfahrten an die heutigen Küsten von Tunesien und Algerien. Drei weitere Jahrhunderte danach gründeten sie Karthago, das sich in den folgenden Jahrhunderten zu einer Großmacht entwickelte und sogar Kolonien bildete. An der libyschen Küste gründeten im 7. Jahrhundert v. u. Z. die Griechen die Stadt Cyrene, der im Laufe der Zeit weitere Städte folgten. Grund dieser Städtegründungen waren die Handelsinteressen auf die begehrten Waren wie Edelmetalle, Elfenbein, Straußenfedern und Sklaven.

Einige Berber im heutigen Tunesien und östlichen Algerien waren an Karthago tributpflichtig, was sie bei der Zerstörung der Stadt gewog, auf Seiten der Röer eine entscheidende Rolle zu spielen.

Die berberische Bevölkerung der Küste und Gebirgsregion waren damals bereits in Klassen geteilt. So gab bei einigen Berbergruppen ein Großhäuptlings- bzw. Königtum. Die römische Kolonisation war auf die Gründung von Ackerbausiedlungen und von Sklaven bewirtschaftete Landgütern ausgerichtet, um vom furchtbare Hinterland Karthogos zu profitieren. Das heutige Tunesien war einst das Zentrum der Provinz Africa, die zur Kornkammer Roms wurde. In Ostalgerien gründete man zahlreiche Siedlungen - Ackerbaustädte. Romanisiert wurde die berberische Bevölkerung und die Städte, die zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert unserer Zeit entstanden, hatten römische Kultur.

Während der Karthagoer Zeit und der röischen Kolonisation betrieb die berberische Bevölkerung Ackerbau und Viehzucht. Gehalten wurden Pferde, Rinder und Schafe, in der Fruchtbaumzucht kultivierte man Oliven und Feigen und die Felder waren meist bewässerte Terrassenanlagen. In dieser Zeit vermischte sich, die meist nicht aus Nordafrika stammenden Sklaven und Freigelassenen. Die Koloner bildeten eine verhältnismäßig große Gruppe, die teilweise in der heimischen Bevölkerung aufgingen.

Die wirtschaftliche Lage und die ethnischen Verhältnisse veränderten sich kaum als 429 die Wandalen einfielen und bis ins 7. Jahrhundert das Territorium dann im Anschluß unter byzantinische Verwaltung kam. Seit dem 1. Jahrhundert v. u. Z. hielt von Arabien kommend das Kamel Einzug, was sich wegen seinen großen Bedeutung schnell verbreitete. Als erste erkannten die Berber seinen Nutzen und erreichten mit ihm militärische Vorteile. Durch das Kamel kam es zum kriegerischen Nomadentum. Durch die Kontakte zur karthagischen und röischen Kolonisation entwickelte sich in der Küstenregion und im Hinterland eine Klassengesellschaft, die nun durch das Kamel auch am Südrand der Gebirge Einzug hielt. Die bäuerliche Bevölkerung, welche Bewässerungskulturen betrieben, kamen durch die Kamelnomaden in Abhängigkeits- und Tributverhältnisse. Mit der Besiedlung Nordafrikas durch die Araber im 7. Jahrhundert breitete sich der Islam aus. In Tunesien wurde 670 das arabische Kairuan-Militärlager eingerichtet. Die berberische Bevölkerung wurde größtenteils islamisiert. die Zusammensetzung der Bevölkerung änderte sich kaum, da die einwandernden Araber gegenüber der Gesamtbevölkerung nur einen kleinen Teil ausmachte. Hauptsächlich ließen sich die Araber in den Städten nieder, wo sie mit den griechisch-römischen Wissenschaften, Architektur, Technik und Philosophie zutun bekamen. Die arabisch-islamische Kultur blieb weitgehend erhalten.

Unter den islamischen Berbergruppen entwickelten sich einige politische Bewegungen, so dass verschiedene Teile Nordafrikas in die Unabhängigkeit vom arabischen Kalifat die Folge war. Grundlage ihrer Weltanschauung wurde die Lehre Mohammeds und bestimmte Gebote des Korans, wie die Gleichheit der Gläubigen und Einfachheit der Lebensführung. Es bildeten sich auch verschiedene Orden und Bruderschaften, deren Mitglieder durch wirtschaftliche und politische Interessen verbunden waren.

Arabische Beduinengruppen siedelten sich im 11. Jahrhundert in Nordafrika an. Es handelte sich dabei um etwa 200.000 bis 300.000 Personen der Hilal- und Sulaimstämme, die die einheimische Bevölkerung teilweise unterwarfen. Es bildete sich eine neue feudale Herrenschicht. Sprachlich wurden viele Berbergruppen arabisiert, anschließend vermischten sie sich mit Einwanderern. Drei Staaten konnten sich nach kurzlebigen Staatsgründungen, deren Ausgangspunkt meist die Unterdrückung der Bevölkerung durch eine herrschende Klasse vorausging, etablieren. In ihrer Ausdehnung entsprachen sie den heutigen Staaten Algerien, Marokko und Tunesien.

Algerien, Libyen und Tunesien kamen im 16. Jahrhundert unter türkische Herrschaft, was sich aber nicht auf die verstärkte Einwanderung von Türken auswirkte, denn ihre Anzahl blieb gering. Fast nur vom türkischen Sultan mit Regierungsgewalt betraute Familien, einige Lehensherren und kleine Gruppen von Stadtbewohnern kamen ins Land.

Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert wanderten in Nordafrika spanische Juden und Morisken ein, die während der Reconquista vertrieben wurden und sich nun in Algerien, Marokko Tunesien ansiedelten, wo sie ein einflußreiches wirtschaftliches Bevölkerungsschicht wurden.

Mundartlich hat sich das Arabische - auch mit berberischen Worten durchsetzt - sehr verändert, honnte sich aber in ganz Nordafrika als Verständigungsmittel ausbreiten. Einige berberische Sprachen besitzen einen solch unterschiedlichen Wortschatz, dass sich einige Träger dieser Sprachen nur im Arabischen verständfigen können. Beraber wird heute eine Bevölkerungsgruppe bezeichnet, die durch Vermischung der Araber mit den Berbern entstand. Die in Hochebenen, Gebirgsgegenden und Steppen lebenden Bewohner, Nomaden und Ackerbauern sind in eine große Anzahl von Stämmen verteilt, deren Gliederung kaum möglich ist, da jeder, der sie nach bestimmten Kriterien zuordnen will von unterschiedlichen Gesichtspunkten ausgeht (Sprache, Dialekt, Wirtschaftsform, Bekenntnis zu einer Lehre etc.). Die historischen Veränderungen brachten Bevölkerungsvermischungen und führten zur Auslösung und Neubildung politischer Verbände aber auch zum Wechsel der Wirtschaftsführung.

Die Bevölkerung Nordafrikas ißt als Hauptnahrung Breigerichte aus Weizen, Gerste oder Maismehl. Gebackene Fladen mit zahlreichen Früchten wie Aprikosen, Datteln und Feigen bringen Abwechslung in die nordafrikanische Küche. Eine besondere Delikatesse ist das bekannte Kuskus - eine zu Kugeln geformte Breispeise, die mit Hammelfleisch oder einer Gemüsessuppe gereicht wird.

Sehr vielfältig - durch äußere Einflüsse hergerufen - ist die Kleidung der Nordafrikaner. In den Städten werden zunehmend europäische Kleidungsstücke getragen. Zur traditionellen bäuerlichen Kleidung gehören ein Hemd unter dem kurze Hosen oder Pumphosen getragen werden. Der Kaftan stammt aus türkischer Zeit, der auch von Frauen angezogen wird, aber in Tunis und Algerien ein seltenes Kleidungsstück geworden ist. Weitverbreitet ist die Gallabiya - ein weites langes Gewand - über dem ein aus Baumwolle meist mit Kapuze versehener Mantel - der Burnus - gezogen wird. Die Frauen tragen ein aus einem langen Schal bestehendes Wickelgewand.

Sehr ähnlich ist die Inneneinrichtung der Häuser. Bei Reichen sind die Häuser mit Teppichen ausgelegt, mit Sitzkissen ausgestattet und besitzen als Ruhemöbel einen Diwan. Die ärmere bäuerliche Bevölkerung verwenden für Mattenzum Auslegen und einfache hölzerne Schemel. Schalen und Töpfe gehören zum Hausrat für die Zubereitung der Speisen genauso wie Wasserkrüge. Das Mobiliar in den Städten entspricht dem in Europa typischen.

Als Mohammedaner feiern die arabische und berberische Bevölkerung die Feste des Islams. Zahlreiche Ortschaften begehen auch Feste eines lokalen islamischen Heiligen. Aus vorislamischer Zeit sind auch Festlichkeiten, die mit der Feldbestllung und der Ernte zusammenhängen, erhalten geblieben.
 
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