Suche  |  Webseite  empfehlen  |  Zu  Favoriten  hinzufügen
Die Völker der Erde auf www.voelker-der-erde.de
 
Sie sind hier:  
Geschichte - Ägypten


 
 

Die Geschichte von Ägypten


Seit etwa 500.000 v. Chr. kamen immer mehr Menschen in das Niltal. In Zeiten erhöhten Niederschlages - wird als Pluvialzeit bezeichnet - siedelten sie auch in der angrenzenden Sahara. Diese Menschen werden kulturell der Altsteinzeit - dem Paläolithikum, einer Zeit von 500.000 bis 6.000 v. Chr. - zugeordnet. Ihre Wirtschaftsform war die des Jägers und Sammelers und ab der mittleren Altsteinzeit wird zwischen wüsten- und nilorientierten Traditionen unterschieden.

Im Zeitraum zwischen 40.000 bis 30.000 v. Chr. trocknet die Wüste allmählich aus, so dass die wüstenorientierten Gruppen stark abnehmen. Transportmittel gab es noch nicht, was dazu führte, das die am Nil lebenden Gruppen lokale Einheiten bildeten. Bei den zahlreichen Gruppen entwickelte sich kulturelle Vielfalt heraus, was die Überlebenschancen wesentlich erhöhte. Ab etwa 30.000 v. Chr. war dies auch notwendig, denn die Umweltbedingungen verschlechterten sich zusehens.

In der Zeit zwischen der Endphase der Altsteinzeit bis zur Herausbildung der vordynastischen Kulturen fehlem dem Ägyptologen für etwa 1.000 Jahre Kenntnisse der Entwicklung. Es ist nicht bekannt, ob in der neolithischen - jungsteinzeitlichen - Phase der Ackerbau auf eine eigenständige Entwicklung basiert oder ob er aus dem Nahen Osten übernommen wurde. Mit der Einführung des Ackerbaus wurde der Mensch seßhaft, was die Grundlage für die Kulturentwicklung gewesen sein könnte.


Die vordynastische Zeit


Um 5500 v. Chr. beginnt die jungsteinzeitliche Periode Ägyptens. Diese wiederum wird in die Niltalkulturen Oberägyptens und in die Deltakulturen Unterägyptens geteilt.


Unterägyptische Kulturen des Nildeltas


Zwischen 5.500 bis 4.700 v. Chr. leben in Unterägypten Menschen der Faijum-A-Kultur. Sie beschäftigten sich mit Ackerbau, hielten Vieh, gingen der Jagd und dem Fischfang nach und waren auch als Sammler tätig. Behausungen sind nicht nachweisbar, deshalb gehen die Wissenschaftler davon aus, dass diese Menschen halbsäßhaft lebten und nur während der Aussaat und der Ernte an einem Ort blieben.

Ähnlich der Faijum-A-Kultur betrieben die Menschen von Merimde Ackerbau und Viehzucht. Vielleicht ist ihre Kulturstufe sogar älter als die Kultur im vorigen Abschnitt? Sie bewohnten halbunterirdische Behausungen, die mit Lehmziegeln gemauert waren. Keins der Häuser besitzt einen größeren Durchmesser als drei Meter. Die Menschen waren zwar früher kleiner, aber für mehr als eine erwachsene Person und ihre Kinder war kein Platz. Vergraben nahe der Behausungen fand man Körbe mit einem Fassungsvermögen von 2 Kubikmetern und Tonkrüge für die Aufbewahrung des Getreides.

Um 4.400 bis 3.500 v. Chr. entwickelte sich die El-Omari-Kultur, die man mit der Merimde vergleichen kann. Sie besaßen ebenso Vieh und bauten halbunterirdische Behausungen. Getreidesilos und zwei Friedhöfe wurden freigelegt. Die Toten wurden mit angewinkelten Beinen, linksseitg liegend, den Kopf nach Süden und das Gesicht nach Westen gerichtet. Also in Richtung der untergehenden Sonne, was Ägyptologen als Jenseitsglaubens deuten. Grabbeigaben gab es kaum.

10 Kilometerer nordwestlich von El-Omari treffen wir auf die Maadi-Kultur. Dieser jungsteinzeitliche Fundort weist Handelsbeziehungen nach Oberägypten und Südpalästina auf. Auch konnte die Verwendung von Kupfer belegt werden. Das läßt auf eine Verhüttung von Metall schließen. Der Abbau, die Verhüttung und Herstellung von Kupferwerkzeugen setzt spezielles Wissen und Fertigkeiten voraus, das darauf schließen läß,t, dass in Maadi ein Gesellschaftstyp mit beginnender Arbeitsteilung zu dieser Zeit schon erreicht war.


Oberägyptische Kulturen des Niltals


Von der Badarikultur sind Funde in Oberägypten gefunden worden, die zwischen 5500 und 4000 v. Chr. von El-Matmar bis El-Oaw existierte. Die Menschen dieser Kultur hatten bereits eine halbseßhafte Lebensweise und lebten wahrscheinlich in Zelten. Als Grabbeigaben beförderten Archäologen Reste von Lebensmitteln, Gefäße und Löffel aus Elfenbein, Kämme und Ton- und Elfenbeinfiguren von Menschen und Tieren zutage. Ihre Kultur muß bereits Handelsbeziehungen in andere Regionen unterhalten haben, so zumindest deuten Funde aus Türkis vom Sinai und Kupfer und Holz aus Syrien hin.

Der Badarikultur folgte die sogenannte Negade-I-Kultur, die auch als Amratien bezeichnet wird, und bis 3500 v. Chr. ihren Einfluss hinterlassen hat. Bedeutende Fundorte dieser Kulturstufe sind Hierakonpolis und Negade.

Ihr folgte die Negade-II-Kultur (3500 bis 3200 v. Chr.), auch als Gerzéen bezeichnet, deren kultureller Fortschritt eine bemerkenswerte Beschleunigung nahm. Es verstärkte sich die Arbeitsteilung und Spezialisierung in den einzelnen Arbeitsbereichen. Dazu entwickelten nahezu parallel die Statusunterschiede. Die auf einen Ort konzentrierten Kulturen paßten sich durch die Handelsbeziehungen überregional an. In der Negade-II-Kultur fertigte man größere Kupfergeräte an und verarbeitete neben Gold, Silber auch kostbare Steine wie Lapislazuli, der vermutlich über Händler aus Afghanistan kam. Gefäße wurden zunehmend aus harten Gesteinen hergestellt, die Keramikgefäße erhielten ein rotes Dekor auf hellem Untergrund und Schminkpaletten bekamen die Form von Tieren. Alle diese Arbeiten wurden von Spezialisten gefertigt, ebenso die ausgegrabenen rechteckigen Lehmziegelhäuser. In der Gesellschaft zeichnet sich eine immer stärkere Schichtung ab, so beispielsweise ist dies zunehmend bei den Grabbeigaben erkennbar, auch bestanden die Gräber der Fürsten aus gemauerten Grabkammern, die teilweise bereits bemalt waren.

Die Negade-II-Kultur breitete sich um 3300 v. Chr. auch in Unterägypten aus, verdrängte die Maadikultur oder verschmolz mit ihr. Etwa 100 Jahre später beginnt die Negade-III-Kultur und beschert ganz Ägypten eine einheitliche kulturelle Entwicklung.

Zeittafel der Kulturen der vorgeschichtlichen Zeit - um 5500 bis 3200 v. Chr.
KULTUREN IN... ZEIT KULTUR
Unterägypten 5500 - 4700
v. Chr.
Faijum A
5300 - 4200
v. Chr.
Merimde
4400 - 3500
v. Chr.
El-Omari
4000 - 3300
v. Chr.
Maadi
Oberägypten 5500 - 4000
v. Chr.
Badari
4000 - 3500
v. Chr.
Negade I
3500 - 3200
v. Chr.
Negade II


Die protodynastische Zeit


Die ägyptischen Dynastien entstehen.


Die 0. Dynastie


Weiter geht's mit den Themen: .
 
Afrika-Info-Box


Ägypten-Info-Box



Copyright © - All rights reserved


Werbung