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Wissenschaft - Errungenschaften


 
 

Errungenschaften - Wissenschaft in Ägypten zur Pharaonenzeit


Das Wort "Wissenschaft" sollte besser als die Errungenschaften der Ägypter heißen. Aber da es um wissenschaftliche Erkenntnisse geht, wurde von mir diese Überschrift gewählt.

Als sogenannte Errungenschaften sind der ägyptische Kalender, Mathematik, Landvermessung, Physik, das Bauwesen, die Astronomie, die Heilkunst, Schiffbau, die Edelstein- und Metallverarbeitung, die Glas- und Keramikherstellung sowie das Transportwesen zu nennen.

Der ägyptische Kalender


Auf die Beobachtung von Sonne und Mond - aber auch auf religiöse Vorstellungen - basierte der ägyptische Kalender. Eine enge Beziehung spielte dabei die Zeiteinteilung nach Sonnen- oder Mondjahren. Dazu wurde die Umlaufzeit der Erde um die Sonne und die Umlaufzeit des Mondes um die Erde in eine Beziehung gesetzt. Das Sonnenjahr der Ägypter betrug 365 Tage, bestand aus zwölf Monaten mit je 30 Tagen plus 5 Extratagen, die sogenannten Epagomenen, auf ägyptisch heriu-renpet = die auf dem Jahr. . Je vier Monate bildeten die drei Jahreszeiten, wie Überschwemmung, Aussaat und Ernte. Ein Monat wiederum teilte sich in 3 Dekaden.

Nachteilig an diesem Kalendersystem war, dass die Verschiebung des Kalenderjahres mit dem natürlichen Sonnenlauf nicht korrigiert wurde mit Hilfe eines Schaltjahres. Somit war das Kalenderjahr 6 Stunden kürzer als das Sonnenjahr - das Sonnenjahr begann mit der Nilüberschwemmung. Im Laufe der Zeit verschob das religiöse Ereignis in vier Jahren um einen Tag, in 120 Jahren um einen Monat und hatte nach 1460 Jahren das gesamte Jahr durchlaufen.

Pharao Ptolemainos III. erließ 238 v. Chr. deshalb ein Diskret, um den Kalender wieder an den Nilzyklus anzupassen. Dazu führte er das fehlende Schaltjahr alle vier Jahre ein. Dem nach Julius Cäsar benannte Julianische Kalender übernahm dieses System bis 1582 durch eine Reform der Gregorianische Kalender eingeführt wurde.

Die Jahre in Ägypten wurden nur bis zum Ende einer Regierungszeit eines Pharaos gezählt. Mit einem Thronwechsel begann die Zählung von vorn. Damit ist es schwierig die geschichtlichen Ereignisse nach unserer Zeitrechnung einzuordnen.

DER ÄGYPTISCHE KALENDER
Jahreszeit Monatsname unserer Monat
Achet
Überschwemmung
Thot
Paopi
Hathor
Choinak
Juli/August
August/September
September/Oktober
Oktober/November
Peret
Aussaat
Tybi
Mechir
Phamenoth
Pharmuthi
November/Dezember
Dezember/Januar
Januar/Februar
Februar/März
Schemu
Ernte
Pachon
Payni
Epiphi
Mesore
März/April
April/Mai
Mai/Juni
Juni/Juli



Ägyptische Zahlen


Als Ziffern wurden in Ägypten die Zahlen dagrestellt, nicht wie vielleicht vermuten läßt als Zahlwörter. Ein senkrechter Strich stand für die Zahl ein, neun Striche bedeuteten die Ziffer 9. ähnlich einem Hufeisen sah die Ziffern zehn aus. Dreimal wurde dieses Zeichen für die Zahl dreiß verwendet. Weitere Symbole gab es für die Zahlen 100, 1.000, 10.000, 100.000 und 1.000.000.

Benannt waren die Zahlen wie folgt:
1 = wa, 2 = senuj, 3 = chemet, 4 = jfedu, 5 = dju, 6 = sjsu, 7 = sefechu, 8 = chemenu, 9 = pesedschu, 10 = medschu
20 = dschutj, 30 = maba, 40 = hem, 100 = schenet, 1.000 = cha, 10.000 = dscheba, 100.000 = hefen, 1.000.000 = heh.

Auch Ordinalzahlen konnten die Ägypter darstellen:
der Erste = tepj, 2 bis 9 wurde ein nu angehangen, ab der 10 wurde ein mech der Ordnungszahl vorangestellt. Beispiel: mech-12.


Zeit - Stunden und Tage


Der Sonnengott Amun-Re galt im Mythos als Schöpfer der Zeit, der somit ebenso die Jahre, Monate, Tage, Nächte und Stunden schuf. Die Beobachtung von der Natur war Voraussetzung für die Feststellung sich wiederholenden Naturerscheinungen und Veränderung der Zeit. So unterschieden sie drei Jahreszeiten bei denen sie sich am Pegelstand des Nils orientierten. Siehe ägyptischen Kalender.


Mathematik und Landvermessung


Meist denkt man, das die Griechen als erste in der Lage waren eine Wissenschaft auf der Grundlage abstrakten Denkens zu entwickeln. Auch die altägyptische Kultur hatte in ihrem 3000 Jahre langen Bestehen ein umfangreiches naturwissenschaftliches Wissen erlangt. Ohne Zuhilfenahme von Maschinen wurden ihre architektonischen Meisterwerke errichtet - erworbene Erfahrung spielte dazu eine wesentliche Rolle. Grundlegende Algebra- und Geometriekenntnisse waren notwendig, um solche großen Leistungen realisieren zu können.

Erfahrung, die jahrelang - sogar jahrhundertlang erworben worden war, war auch die Grundlage für ein gut funktionierendes Wirtschaftssystem. Dies basierte wiederum auf eine sich entwickelnde Mathematik, die die Möglichkeit bot, umfangreiche Berechnungen zu ermöglichen. Die vier Grundrechenarten, Addition, Substraktion, Multiplikation und Division waren den Ägyptern genauso vertraut wie Gleichungen mit einer Unbekannten.

Auskunft über dieses Wissen geben uns vier Papyrusrollen und einige weitere Dokumente, die im Britischen Museum in London lagern. Der bedeutendste Beleg ist der Papyrus Rhind, eine Abschrift älterer Texte, die ein Schreiber mit dem Namen Ahmose um 1660 v. Chr. neu aufschrieb. Geometrische Oberflächenberechnungen und 84 Bruchrechnungen mit dem Zähler 1 oder 2 sind in diesem Papyrus enthalten.

Wie in vielen Kulturen so kannten auch die Ägypter Tributzahlungen und eine Umverteilung von Gütern, ebenso mußten gewaltigen Bauvorhaben realisiert werden. Dazu hatte die altägyptische Wirtschaft ein ausgereiftes System von genauesten Messmethoden entwickelt. Dazu waren Längen-, Oberflächen-, Volumen- und Zeitbestimmungsmethoden entwickelt worden, mit denen die entsprechenden Berechnungen ausgeführt werden konnten.

Für die Längenberechnungen war die Elle von einer Länge von 52,3 cm (eine durchschnittliche Länge zwischen Ellenbogen und der Spitze des ausgestreckten Mittelfingers) Grundlängenmaß.

Anfang des 3. Jahrtausends v. Chr. entwickelte sich zudem die Unterteilung in Hand- und Fingerbreite.

Dabei entsprach der Handbreite 1/7 Elle, der Fingerbreite 1/28 Elle,
zudem gab es auch
das Vielfache einer Elle, wie den Nebiu = 1 1/2 Ellen, den Het eine Maßeinheit von 100 Ellen
sowie den Iteru - einer Länge von 20.000 Ellen, was etwa 10,5 km entspricht
und für große Entfernungen angewendet wurde.



Angewandte Physik


Wissenschaftliche Forschungen betrieben die Ä,gypter noch nicht, aber ihre technischen Errungenschaften waren technische Hilfsmittel, die zum Einsatz kamen, wenn in der Praxis Probleme auftraten, die Technik verlangten. Die Mathematik war die Grundlage, so zeigen Papyri und Ostrakas, für die Berechnung von Flächen und Körpern. Für den Bedarf an Baumaterial kam die Mengenrechnung zum Einsatz und die Umrechnung eines Wertes fand bei der Bezahlung für Naturalien Anwendung.
Durch Beobachtung wurde die Veränderung der Gestirne festgestellt. So wurde auch der Lauf der Sonne festgestellt, auf diese Beobachtungen hin, entwickelte sich der Kalender. Selbst das ein Jahr um ein viertel Tag zu kurz war, konnten die Ägypter berechnen. Beim Bau der Pyramiden verstanden es die Baumeister, die Mechanik und Arbeitskraft geschickt einzusetzen.
Die Anwendung der Hebelwirkung fand in vielen Bereichen Einsatz, so beispielsweise beim Positionieren von Steinblöcken oder als Tragarm für Wasserschöpfer. Auch Waagen kannten bereits die Ägypter wie in zahlreichen Darstellungen in Grabmalereien festgehalten wurde. Riemen beispielsweise dienten zur Fortbewegung eines Schiffes, ebenso kannten sie auch schon das Segel.
Beim Transport schwerer Lasten über Land verwendete man weder Zugtier noch Wagen, im Sand sanken diese Hilfsmittel viel zu tief ein. Menschenkraft unter Zuhilfenahme von hölzernen Schlitten und Rollen kamen hier zum Einsatz. Um die Reibungskraft zu verringern, benetzte man während des Transports sie mit Wasser. Steinwippen war ein weiteres Transportmittel für Steinblöcke, die wie Schlitten gezogen wurden. War der Bestimmungsort erreicht, hebelte man den Block dann noch in richtige Position. Ein weiteres Hilfsmittel war die Rampe. Beim Bau der Pyramiden spielte sie eine entscheidende Rolle. Um die nächsthöhere Terrasse zu erreichen wurde an Ort und Stelle eine entsprechende Rampe errichtet. Als Baumateril verwendete luftgetrocknete Nilschlammziegel, die beliebiger Größe und Zahl hergestellt werden konnte. Wuchs die Pyramide um eine weitere Steinblockschicht, so wurden immer neue Ziegellagen aufgeschichtet bis die notwendige Höhe erreicht war.




Pyramiden und Astronomie


In der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends waren die astronomischen Kenntnisse der Ägypter nicht größer als die von Naturvölkern. So ein hohes Niveau wie es die Sumerer und Babylonier hatten, erreichten die Ägypter bis zur Perserzeit in keiner Epoche. Ab den Persern zwischen 501 bis 401 v. Chr. änderte sich diese situation. Im Alten Reich bereits hatten sie zwar die Gestirne in Sternbilder eingeteilt, aber von dieser Einteilung ist heute nichts mehr bekannt. Die sogenannten 36 Dekansterne, wo ein Stern für zehn aufeinander folgende Tage stand, erhielten große Bedeutung. Diese 36 Sterne standen für demnach für alle Tage im Jahr und dienten der Einteilung der Stunden in der Nacht. Sie wurden als "Die, die keine Ermüdung kennen" bezeichnet, anders als die sogenannten Zirkumpolarsterne, "die keinen Untergang kennen" benannt. Für den verstorbenen Pharao hatten letztgenannte große Bedeutung, dennb er wollte sich unter sie mischen, um unvergänglich zu bleiben.

Schon die Ägypter kannten neben dem Sternbild des Großen Bären das Sternbild des Orions, das schon zur Pyramidenzeit mit Osiris in Zusammenhang gebracht wurde. Dargestellt wurde das Sternbild des Orions durch einen in einer Barke stehenden Mannes, der seinen Kopf rückwärts gewendet hatte und ein Zepter in der rechten Hand hielt. Im Neuen Reich wurde seine Schwestergemahlin Isis mit Sothis=Sirius gleichgesetzt, die dem Bruder immer folgte.

Schatzsucher vermuteten, dass die Cheopspyramide zahlreiche Schätze bergen solle, aber bis heute wurden keine neuen Grabkammern gefunden, geschweige noch Schätze.

Es gibt die These, dass die Anordnung der Pyramiden des Alten Reiches das Abbild des Sternbildes Orions sein soll. Dies ist jedoch falsch, sie entspricht einer seitenverkehrten Anordnung.


Medizin und Heilkunst


Wesentlich größere Bedeutung als die Astronomie, die von den Babyloniern und Sumerern wissenschaftlich betrieben wurde, erreichte die Heilkunst. Griechische Naturwissenschaftler und Philosophen, die das alte Ägypten besuchten, lernten bereits von den ägyptischen Ärzten. Am Königshof des Alten Reiches gab es schon spezialisierte Fachleute, welche ausschließlich die Augen, Zähne bzw. die inneren Organe behandelten. In Nachschlagewerken hielten die Ärzte bereits Krankheiten fest, machten Angaben zur Diagnose und Behandlungsmethoden sowie konnten Heilungsprognosen abgeben. Magie und zauber fehlten fast gänzlich in der Heilkunst, nur wenn Ursachen nicht geklärt werden konnten, wurden Leiden Dämonen zugeschrieben, die man dann mit Zaubersprüchen und Amuletten zu vertreiben versuchte.
Ägyptische Ärzte kannten das Herz als Zentrum des Blutkreislaufes und wußten, dass der Plus mit ihm in Zusammenhang stand. Sie fertigten bereits Gelenk- und Zahnprothesen und führten sogar Gehirnoperationen durch. Es gab jedoch auch medizinische Bereiche, die kaum entwickelt waren.
Zur Schmerzbekämpfung kannten die Ägypter Drogen und halluzinogene Substanzen die zur therapeutischen Maßnahmen gereicht wurden und solche die Visionen herbeiführten. Diese Visionen wurden dann als göttliche Eingebungen interpretiert. Aber auch bei Traum- und Orakeldeutungen fanden Opiate aus pflanzlichen Substanzen und tierischen Sekreten ihre Anwendung.


Edelsteine, Metalle und Metallverarbeitung


Hier wird die Herstellung von Schmuck dargestellt
 
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