AFRIKA
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Ägypten - Pharaonin Hatschepsut
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Nach dem Tod Thutmosis I. im Jahre 1492 v. Chr. bestieg zunächst Thutmosis II. den Thron und machte
als Halbbruder Hatschepsut zu seiner Hauptgemahlin - was in Ägypten zu dieser Zeit typisch war.
Kein Thronfolger, sondern nur eine Tochter ging aus dieser Ehe hervor, weshalb der Thron nach dem Tod des
Pharaos einem unmündigen Sohn namens Thutmosis von einer Nebenfrau zufiel. Als Stiefmutter des jungen
Königsohns übernahm Hatschepsut die Amtsgeschäfte, wollte sich aber mit dieser Rolle nicht
zufrieden geben. Um die Macht zu erlangen, ließ sie sich selbst zur Pharao proklamieren. Thutmosis III.
wurde zwar zum Mitregent, aber ohne Macht.
Als "König von Ober- und Unterägypten" übernahm Hatschepsut die herkömmliche Königstitulatur
mit allen Attributen eines männlichen Pharaos. Auch ließ sie sich auf Reliefs - mit Doppelkrone,
Königsbart, um die Hüften den Schurz tragend, am Gürtel den Tierschwanz hängend und in
rechter Hand die Keule schwingend - darstellen.
Hatschepsut beanspruchte zudem als Tochter von Thutmosis I. und als Hauptgemahlin von Thutmosis II. den Thron.
Für ihre rechtmäßige Regierung warb sie auf Bildern und ließ in Karnak die beiden Obeliske
errichten, wo auf einem der Reichsgott Amun ihre göttliche Herkunft anerkennt.
Sie erhob auch Anspruch als regierender König auf ein Grab im Tal der Könige. Wie im Neuen Reich
üblich, so trennte man das Grab vom Totentempel, den man im Tal von Deir el-Bahari direkt neben dem
von Mentuhotep errichtete.
Hatschepsut gelang es auch, die Unterstützung der Priesterschaft des Amuntempels von Karnak zu sichern.
Unter der Herrschaft von Hatschepsut waren zwei Jahrzehnte lang eine friedliche Zeit. Fünf kleinere
Feldzüge unternahm zwar ihr Mitregent Thutmosis III. nach Nubien, aber die expansive Kriegspolitik ihrer
Vorgänger schwor sie ab und unterhielt stattdessen friedliche Handelsbeziehungen zu den Nachbarstaaten.
Im Vordergrund ihrer Außenpolitik stand wirtschaftlicher und kultureller Austausch. Sie nahm die lange
unterbrochenen Handelsfahrten über das Rote Meer wieder auf und tauschte Handelswaren im beiderseitigen
Interesse.
Die Pharaonin Hatschepsut starb 1458/59 v. Chr. Ob auf natürliche oder gewaltsame Weise ist nicht
bekannt. Sie hatte zu Lebzeiten ihren Mitregenten, Stiefsohn und Neffen Thutmosis III. zwar von der Macht
fern gehalten, ließ ihn aber in offiziellen Inschriften immer mitaufführen. Er zerstörte
nach ihrem Tod ihre Bildnisse und tilgte ihren Namen, ebenso erschien sie nicht in späteren Königslisten
als weiblicher Pharao. |
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