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Die Völker der Pyrenäenhalbinsel |
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Im Südwesten Europas liegen die Länder Portugal und Spanien. Anthropologisch,
kulturell und gesellschaftlich sind die Völker der Pyrenäenhalbinsel nahe verwandt,
ausgeschlossen der Basken
Die Iberer sind die älteste Bevölkerung dieses Teils Europas. Die Basken
werden als ihre Reste angesehen. Seit dem 11. Jahrhundert v. u. Z. siedelten
Phönizier an der südlichen Küste. Später kamen die Karthager,
deren Einfluß aber gering war. Nachhaltig war aber der Einfall der Kelten aus dem
Norden im 1. Jahrtausend v. u. Z. Es entstanden sogenannte Keltiberer - also eine
Mischung der Bevölkerung. Noch tiefgreifender wurde aber der Einfluß Roms - mit der
Romanisierung (Es fand eine Übernahme der römischen Sprache und Zivilisation durch
die eroberten Völker statt - zusätzlich entstand Sklaverei, Entwicklung des Bergbaus,
Handel, Landwirtschaft und Städtegründungen.) auf die iberischen und
keltisch-iberischen Stämme. Nur der äußerste Norden blieb von der Romanisierung
verschont. Der nächste Einfall von Völkern wurde durch die Völkerwanderung
ausgelöst, wonach Sueben, Wandalen und Westgoten auf der
Pyrenäenhalbinsel erschienen. Islamische Araber strömten im 8. Jahrhundert aus
Afrika auf die Halbinsel, was kulturell und sprachlich Änderungen brachte. Die
Pyrenäenhalbinsel stand auf einmal unter arabisch-berberischer - maurischer - Herrschaft
ausgenommen die Pyrenäen und Berggebiete Asturiens. Ökonomischer und kultureller
Aufschwung war die Folge.
Von Asturien aus begann im 8. Jahrhundert die Wiedereroberung, die Reconquista, die ihren
Höhepunkt im 11./13. Jahrhundert erreichte und ihren Abschluß mit der Eroberung
Granadas im Jahre 1492 fand. Die drei wichtigsten Völker der Pyrenäenhalbinsel
entstanden und Königsreiche wie Kastilien-Léon, Aragon, Navarra und Portugal.
Resultierend daraus war, dass sich die Sprache und Kultur nun unterschiedlich entwickelte.
Auf dem Territorium Portugals entstand das portugiesische Volk, das Landesinnere kam unter
den Einfluß von Kastilien-Léon und wurde das Stammland der Spanier und Kastilier
und in Aragon im Nordosten wurde das Volk der Katalanen heimisch. Mit der Vereinigung Kastiliens
mit Aragon im Jahre 1479 und der Angliederung Navarras 1512 entstand ein einheitlicher spanischer
Staat. Spanier und Katalanen besaßen solche Unterschiede, dass es nicht gelang beide
Völker miteinander zu verschmelzen.
Nach Eroberung Granadas durch Spanien 1492 begann der religiöse Fanatismus der Kirche,
dass die Verfolgung und Massenaustreibung anders Gläbiger wie Juden und Mauren zur Folge
hatte. Die spanischen Juden, die mn hebräisch Sephardim oder Spaniolen nennt und
maßgeblich an den Aufschwung und der Blüte der Kultur und Wirtschaft hatten,
fanden in den Niederlanden, Nordafrika und in den östlichen Mittelmeerländern, im
Herrschaftsbereich des Osmanischen Reiches, eine neue Heimat, wo sie auch heute noch
ansässig sind. Die Mauren, die 1492 durch die katholische Kirche aus Spanien vertrieben
wurden und die Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts in Nordafrika Aufnahme fanden,
werden Morisken genannt.
Auf keltische Lusitaner und germanische Sueben führen die Spanier
ihre Herkunft zurück. Französische und normannische Einflüsse werden auf die
Zeit des ersten Grafen von Portugal, Heinrich von Burgund (1093 - 1112) zurückgeführt.
Aber auch maurischer und afrikanischer Einfluß ist in den Genen der Portugiesen
zu finden. Im 13. Jahrhundert führte die günstige Lage Portugals zum Meer das Land
zur Seefahrt und im 15. Jahrhundert zur Auswanderung vieler Portugiesen aus dem portugiesischen
Kolonialreich nach Brasilien. Mit der Unabhängigkeit Brasiliens 1822 blieb Portugisisch
zwar die Sprache, aber kulturell ließen die Kontakte nach. Mit Italienern, Deutschen,
Negern und Portugiesen entwickelte sich in Brasilien eine eigenständige Volkskultur.
Die Galicier stehen sprachlich und kulturell den Spaniern nahe. Ihre heimat ist die
nordwestspanische Landschaft Galicien. Sueben sollen zur Zeit der Völkerwanderung
an der Formierung dieses Volkes wesentlich beteiligt gewesen sein.
Die Basken leben in den Pyrenäen und zum Teil auf französischem Gebiet.
Wahrscheinlich sind sie die Nachkommen vorindoeuropäischer Iberer, deren Heimat
einmal die ganze Pyrenäenhalbinsel war. Sich selbst bezeichnen die Basken als
Euskaldunak. Sie konnten bis heute ihre alte eigentümliche Tradition bewahren.
Die Basken besitzen aus vorrömischer Zeit ein sogenanntes vigesimales
Zahlensystem - ein Zwanzigersystem, und auch eine vorrömische Zeitrechnung, die nicht
nach römischen Namen benannt sind. Sie sind freie Bauern auf eigenem Landbesitz oder
gehen dem Fischfang nach oder sind Seeleute. In ihrer Gesellschaftsordnung haben sich
mutterrechtliche Züge und landwirtschaftliche Geräte bis in die Neuzeit erhalten.
Eine Nationaltracht gibt es nicht, aber die Männer tragen barettartige, flache, runde
und farbige Mützen.
Der größte Teil der Pyrenäenhalbinsel wird von den Spaniern bewohnt.
Nicht vergessen sollte man die Spanier, die maßgeblich bei der Entstehung der
lateinamerikanischen Völker beitrugen. Ende des 15. Jahrhunderts gründeten sie das
spanische Kolonialreich in der Neuen Welt, verbreiten ihre Sprache und Kultur sowie ihre
Lebensformen und Anschauungen. Von Mexiko bis Feuerland spricht man Spanisch, innerhalb dieses
Kulturraumes entstand eine spanisch-indianische und spanisch-afrikanische Mischbevölkerung.
Ab der Erringung der Unabhängigkeit spricht man aber nicht mehr von Spaniern,
sondern von Argentiniern, Chilenen, Mexikanern... Volkstrachten sind in Spanien zahlreich
erhalten geblieben. Landschaftlich sind sie sehr unterschiedlich. Die Männer tragen
Rockhemd, schwarze Weste, Stoffgürtel und schwarze Hose. Die unter den Hüten
getragenen Kopftücher könnten auf maurische Sitte zurückgehen. Die Frauentrachten
variieren auch vielfach. Zur Tracht gehört das Haar und Brust bedeckende Spitzentuch,
die Mantilla, die zu festlichen Anlässen getragen werden. Spanische Tänze werden
heute noch gepflegt, Andalusien gilt als Wiege der spanischen Tänze wie Bolero, Jota,
Fandango, Seguidilla... Die Corrida, der Stierkampf, gilt als spanische Leidenschaft.
Aragonien, Katalonien und Valencia - alles östliche Landschaften in Spanien - und die
Balearen, Andorra und die südfranzösische Landschaft Rousillon sind die Heimat
der Katalonen. Nahe dem Provenzalischen ist die Sprache der Katalonen, die seit
1953 zweite Amtssprache in Spanien ist. Alle Versuche der Katalonen eine eigene
politische Autonomie zu erlangen, sind in Spanien bisher fehlgeschlagen. Ihre Volkstrachten
konnten sie weitgehend erhalten, die aus schwarzer Samtjacke mit geschlitzten Ärmeln
und schwarzer Samthose bestehen, unter der weiße Leinenhosen sitzen. Ein Seidentuch
ist um den Kopf gehüllt und eine rote breite Binde mit Taschen umschlingt den Leib -
die sogenannte Faja. |
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