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Die Völker in der Zentralen Sahara |
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In der zentralen Sahara - in Oasen und in einigen Täler der Gebirge, in denen
Steppencharakter vorherrscht, und im Innern der Sahara leben zwei Völker - die
Tuareg und die Tibbu oder Teda.
Sich selbst nennen die Tuareg «Imoschag». In die zentrale
Sahara und in das mittlere Nigergebiet sind vor vielen Jahrhunderten die Tuareg
in mehreren Wellen aus dem Norden eingewandert. Die hier lebenden Völker wurden
unterworfen und in Abhängigkeit gebracht. Viele Bräuche wie auch die
Sprache der Berber bewahren sich die Tuareg allerdings. Das vorwiegend europide
Aussehen der Menschen weist auch anthropologisch in nördliche Richtung.
Als Hirtennomaden züchten sie Kamele, Ziegen und Schafe. Auch Landwirtschaft
betreiben sie in den Oasen, wo sie Getreide anbauen und Fruchtbäume
anpflanzen.
Indigogefärbte Kleidung sind für die Tuareg charakeristisch. Die
Männer tragen lange Hemden mit weiten, kurzen ärmeln. Nicht die Frauen
haben das Gesicht verschleiert, sondern die Männer tragen vor dem Gesicht ein
blaues oder schwarzes Tuch.
Ihre Behausungen sind meist groszlig;e Lederzelte. Die Lederverarbeitung, welche
Aufgabe der Frauen ist, ist hoch entwickelt und dient als gewerbliche Tätigkeit.
Kulturgeschichtlich ist von großer Interesse die alte Tifinagh-Schrift
der Tuareg, die einst unter der berberischen Bevölkerung viel weiter
verbreitet war - heute allerdings nur noch im Air-Gebiet erhalten blieb.
Gesellschaftlich stehen Sultane an der Spitze der 6 Stämme, deren Titel einst
erblich war, heute aber von den Oberhäuptern vornehmer Familienverbände
gewählt werden.
Der Karawanenhandel, der ihnen einst hohe Gewinne einbrachte, ging durch die koloniale
Aufteilung Afrikas weitestgehend verloren. Die Tributverhältnisse der sogenannten
Hörigen sind durch Abwanderung dieser Völker in heutiger Zeit gelöst.
Etwa auf eine Millionen Menschen werden die Tuareg heute geschätzt.
Im Gebirgsland von Tibesti bis zu den Oasen von Fessan - alles Gebiete im Osten der
zentralen Sahara - siedeln die Tibbu oder Teda.
Die Tibbu entstanden aus verschiedenen Gruppen aus Libyen und aus eingewanderten
Gruppen negrider Bevölkerung. Jedoch ist die Ethnogenese noch nicht eindeutig
geklärt.
Je nach örtlichen Begebenheiten kultivieren die Tibbu Weizen, pflanzen
in Oasen Fruchtbäume an und halten Kleinvieh - die Bodenstruktur bestimmt die
vorrangige Wirtschaftstätigkeit.
Ein Großteil der Tibbu sind Nomaden oder Halbnomaden - sie betreiben zudem
Schafzucht. Ihre Behausungen richten sich ebenso nach den geographischen
Verhältnissen. Einige Gruppen bauen mit Blättern gedeckte Steinhäuser,
andere leben in Höhlenwohnungen und wieder andere Gruppen errichten Hütten aus
kurzen Baumstämmen und zweigen.
Eine große Rolle bei den Tibbu spielt die Jagd - eine sehr wichtige Rolle,
sogar eine Jägerkaste existiert.
Welche gesellschaftliche Organisation bei den Tibbu besteht, ist wahrscheinlich
abhängig von wo die Gruppe herkam - ist aber bis heute weitgehend unbekannt.
Der Islam ist ihre heutige Religion. |
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