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Die Völker in Sibirien |
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Im engeren Sinne teilt sich Sibirien in: Westsibirische Tiefland, das
Nordsibirische Tiefland, das Mittelsibirische Bergland und das Südsibirische Gebirge.
Die Fläche ist nicht eindeutig definiert - politisch, geographisch...
Horizontal gliedert sich Sibirien grob in sieben Teilregionen: Westsibirisches Tiefland,
Nordsibirisches Tiefland, Mittelsibirisches Bergland, Südsibirische Gebirge,
Mitteljakutische Niederung, Ostsibirisches Tiefland und Ostsibirisches Bergland.
Entlang der großen Flussläufe wanderte der Mensch in Sibirien bereits im
Jungpaläolithikum. Bei diesen Wanderungen erreichte der Mensch - den Tieren folgend -
über die Beringstraße - Beringia - den nordamerikanischen Kontinent. Tundra
und Taiga sind dagegen im Neolithikum menschenleer, der Mensch siedeln in Flusstälern
und der Meeresküste. Jagd, Fischfang und das Einsammeln von Beeren und Wurzeln bieten
ein ausreichendes Nahrungsangebot. Im Winter drangen die Jäger auf Schneeschuhen in
die Taiga vor und vrachten das erlegte Wild auf kleinen Schlitten zu den Siedlungen oder
fingen Fische an aufgehackten Eislöchern. Einen ausgezeichneten Schutz gegen die Kälte
boten die halbunterirdischen aus Baumstämmen erbauten und mit erde bedeckten
Behausungen. In der Mitte des Erdhauses befand sich die Feuerstelle, über dessen
Rauchabzug man über einen Steigbalken in das Innere gelangte. Die Verwendung von
Töpferwaren läßt vermuten, das die Menschen dieser Zeit relativ seßhaft
waren.
Im Amurgebiet begann der Mensch bereits im Neolithikum die Spezialisierung auf Fischfang.
Lachs bildete die Grundlage für die Seßhaftigkeit. Wo reichlich Hunde mit Fisch
gefüttert werden konnten, entwickelte sich die Fortbewegung und der Transport mit
Hundeschlitten. Bei den Meeresjäger im arktischen Küstenbereich hatte sich eine
ähnliche Lebensweise herausgebildet. Nicht nur dem Fisch wurde nachgestellt, sondern
man betrieb Jagd auch auf Robben und Walrosse, die im Frühjahr am Eisrand, im Sommer
mit einem fellbespannten Boot, dem Kajak, und im Winter an dem Atemlöchern mit Harpune
erlegt wurden. Außer Nahrung lieferten die erlegten Säugetiere auch die Rohstoffe
für Kleidung, Geräte und für Transportmittel. Mit Tran als Brennmaterial
wurden Ton- oder Specksteinlampen für Beleuchtung und Heizung betrieben.
In den Randlagen im Norden und Osten von Sibirien haben sich bei einigen Völkern die
neolithischen Lebensformen bis in die Gegenwart gehalten. Besonders in der Sprache, aber
auch in anthropologischen Hinsicht und in ihrer Wirtschaftsführung unterscheiden sie
sich von anderen Völkern. Schon im 19. Jahrhundert nannte man die zahlenmäßig
geringe Bevölkerung am Rande Sibiriens als sogenannte Paläoasiaten - gleichbedeutend
mit alte Bevölkerung. Mit ihnen verwandt Nordostpaläoasiaten, wie die Itelmenen,
Korjaken und Tschuktschen. Auf Sachalin zählen die Niwchen und im
Amur-Mündungsgebiet die Jukagiren außerdem zu den Paläoasiaten. Nahe
verwandt mit den Küsten-Tschuktschen sind die Eskimo auf der Tschuktschen-Halbinsel und
auf der Wrangel-Insel, ebenso die außerhalb Sibiriens wohnenden Alëuten.
Als der Mensch mit der Aufnahme der Rentierzucht begann, wurde er auch der Bezwinger der Taiga.
Für die ewenkischen oder tungusischen Stämme war dies die Voraussetzung für die
Ausbreitung über die riesigen Gebiete in Ostsibirien. Die Ewenken - früher
als Tungusen bezeichnet - richteten ähnlich wie die Prärie-Indianer in Nordamerika sich
auf die Beweglichkeit ein. Das konische Stangenzelt mit Birkenrinden- oder Rentierfellbedeckung
war ihre Behausung. Eine leichte, kniefreie Kleidung war besonders für den Einsatz auf
Schneeschuhen angepaßt.
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Im Lenagebiet auf dem Territorium Sibiriens lebt eine zweite große turksprachige
BeVölkerung - die Jakuten. Von den um ihn wohnenden Ewenken und Jukagiren
unterscheiden sie sich erheblich in ihrer Lebensweise und Kultur. Sie betrieben Rinderzucht,
hielten ihre Tiere in Ställen und bereiten das Heu selbst zu. In ihrer Ernährung
spielte auch Milchprodukte eine wesentliche Rolle. Die Jakuten ritten auf Pferden und im Norden
kam das Ren als Zugtier zum Einsatz. Im Handwerk waren die Töpferei, die Eisenverarbeitung
und die Silberschmuckfertigung hoch entwickelt. Deutliche Besitzunterschiede bestanden vor allem
beim vieh und in den Weidengebieten. Einst sind die Jakuten in kleinen Gruppen entlang der Lena
gewandert und erreichten dabei ihre heutigen Wohnsitze. In ihrer religiösen Weltanschauung
besitzen sie zahlreiche und eine rangmäß abgestufte Götterwelt. Kulturell und
sprachlich beeinflußten die Jakuten eine Reihe umwohnende Gruppen, so beispielsweise die
Dolganen. |
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