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Kulturareal Skandinavien


 
 

Die Völker in Skandinavien

 
Skandinavien liegt im Norden von Europa. Hier siedelten sich Völker verschiedener Sprachfamilien an. Die Norweger, Schweden, Dänen, Färöer und Isländer. - alle nordgermanisch - gehören zur indoeuropäischen Sprachfamilie, hingegen die Lappen und Finnen der finno-ugrischen Gruppe der uralischen Familie zugehörig sind. Die Finnen haben kulturell und anthropologisch mehr Gemeinsamkeiten mit den germanischen Völkern Skandinaviens als zu den Lappen. In mehreren Wellen verließen germanische Gruppen Skandinavien vor unserer Zeit, so zum Beispiel die Kimbern und Teutonen Jütland. Maßgeblich waren die Jüten und Angeln an der angelsächsischen Besiedlung Englands beteiligt. Zur Zeit des Zerfalls der Urgesellschaft in Nordeuropa im 8. bis 11. Jahrhundert verließen germanische Bewohner Skandinavien, um auf Raubzüge oder als Kaufleute oder Räuber in vielen Teilen Europas wirksam zu werden. Als Normannen und Wikinger - Osteuropäer nannten sie Waräger - waren sie in England, Frankreich, Spanien, Süditalien sogar bis Byzanz auf Raubzügen unterwegs. Um 1000 erreichten norwegische Wikinger Island und Grönland und entdeckten anschlußend die Küste von Nordamerika.

Die Lappen leben im äußersten Norden Europas. Sie selbst nennen sich Sameh. Diese ethnographisch interessante Gruppe ist über die Länder Norwegen, Schweden, Finnland und angrenzenden Baltenstaaten verteilt.

Die Norweger haben aus dem Südwesten Schwedens - vielleicht auch aus Jütland - herkommend ihr Land besiedelt. Sie zogen auf ihren Weg nach Norden entlang der Küste - vorbei an den Fjorden - und drängten dabei die finno-ugrische Urbevölkerung zurück. Mehrere kleine Königsreiche gab es zur Mitte des 9. Jahrhunderts, Harald Hårfagr strebte seit 872 deren Vereinigung an. Ein Teil der Norweger entzog sich diesen Bestrebungen einer Zentralisation und siedelte sich in Island - später auch in Grönland an. Die heidnischen Bräuche konnten trotz durchgeführter Christianisierung im Jahre 1000 lange Zeit nicht verdrängt werden. Selbst noch im 19. Jahrhundert war die Verehrung von Fakse und Hernos weiterhin üblich. Zur Verehrung opferte man einen einzelnen Bauernhof. Die traditionellen Kulturgüter haben manche bis ins 20. Jahrhundert hinein bewahrt. 96 Prozent der Bevölkerung sind Norweger.

Seit der staatlichen Einigung der germanischen Bevölkerung Mittelschwedens im 9. Jahrhundert formierte sich das schwedische Volk. Die Schweden breiteten sich seit dem 12. Jahrhundert in Gebieten finno-ugrischer Völker in den Nordgebieten Südwestfinnlands und Nordwestestlands aus. Wegen der späten Verkehrserschließung Schwedens entwickelten sich landschaftlich unterschiedliche ethnographische Besonderheiten - die Nordschweden leben überwiegend in Einzelsiedlungen, hingegen die Mittel- und Südschweden in Dorfschaften leben. In ganz Skandinavien ist der Baustoff Holz. Lange Zeit haben sich in Schweden alte Traditionen und Volkstrachten auf dem Land erhalten. Das schwedische Volk lebt zur Mehrheit in Schweden, eine Minderheit in West- und Südfinnland und wieder andere wanderten nach Nordamerika aus.

Im 1. Jahrhundert unserer Zeit kamen aus Südost gelegenen Gebieten finnische Bevölkerungsgruppen und siedelten sich in Ost-Skandinavien an. Im 10./11. Jahrhundert entstand durch Verschmelzung mit den Varsinaissuomalaiset aus dem Westen und den Hämälaiset - Tavasten - aus dem zentralen Finnland und den Kareliern aus dem Osten das Volk der Finnen. Sich selbst nennen die Finnen «Suomalaisetraquo;. Das große Nationalepos Kalewala erzählt über die Kultur und Lebensweise der Finnen aus dieser Zeit. Vom 12. bis 19. Jahrhundert stand Finnland unter schwedischer Fremdherrschaft, was deutliche Spuren in der finnischen Kultur hinterließ. Landwirtschaft gibt es nur nahe der Küste. Viehzucht und Fischfang - vor allem nach Lachs - sind weit verbreitet. Einst waren die Dänen - auch Dannen genannt - im südlichen Schweden beheimatet. Anschließend breiteten sie sich über die dänischen Inseln und Jütland aus. Ihre Südgrenze an der Eider in Schleswig erreichten sie im 6. Jahrhundert. Die Dänen kamen im 8./9. Jahrhundert zur Klassengesellschaft und formierten sich zum dänischen Volk. Das Volk der Jüten ging in den Dänen auf. Jedoch ihr traditionelles Kulturgut blieb auf dem Lande teilweise erhalten. Die meisten Dänen leben in Dänemark - eine Minderheit in Schleswig-Holstein.

Auf die Färöer-Inseln, die heute zu Dänemark gehören, wanderten im 9. Jahrhundert Norweger ein. Ihre Nachkommen leben heute noch vom Fischfang und von der Viehzucht. Verfaßte nordische Sagen und Heldenlieder in altertümlicher färöischer Sprache konnten sich bis ins 20. Jahrhundert durch mündliche Überlieferung erhalten.

Die Isländer haben eine alte germanische Sprache. Wenige irische und schottische Mönche siedelten bereits im 8. Jahrhundert auf Island, ehe 874 norwegische Auswanderer hier anlangten. Auf der einsamen, rauhen Insel im Nordwesten Europas sollen 20 bis 30.000 Menschen angekommen sein. Zur Zeit der Landnahme verfiel gerade die norwegische Urgesellschaft. Siedlungsform auf Island wurden der Einzelhof und sogenannte Haupthöfe - Goden - die vor Einführung des Christentums um 1000 bereits religiöse Funktionen ausübten. Im 10. Jahrhundert beriet man in Landgemeinden auf dem sogenannten Thing - 930 erste Einberufung der gesamtisländischen Allthings - ihre Angelegenheiten. Die altgermanischen Heldenlieder und Sagadichtung - Edda - wurden ab dem 13. Jahrhundert aufgezeichnet. Trotz der jahrhundertelange Fremdherrschaft durch die Dänen konnte sich bis in heutige Zeit, leider allerdings nur teilweise, altes Brauchtum, Nationaltrachten und Volkslieder erhalten. Die alten aus Erde und Stein und mit Grastorf bedeckten Häuser sind heute durch Holzhäuser ersetzt worden.
 
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