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Die Völker in Somaliland |
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Im Norden von Somaliland ist es sehr trocken - besteht aus Trockensteppe und felsigen
Gebirge, deshalb besteht die Vegetation aus niedrogen Sträuchern und Gräsern.
Das Landesinnere ist eine mit Gras- und Buschwerk bewachsene Hochebene mit mehr
Niederschlägen. Der Süden besitzt eine dichte Vegetationsdecke mit
savannenähnlichen Grasfluren. Nur in den Flußtälern und einigen Gegenden
im Süden ist ohne Bewässerung der Anbau von Kulturpflanzen möglich.
Das Kulturareal Somaliland besteht aus Somalia, Ostäthiopien und Nordostkenia. Bewohnt
ist dieses Areal vom Somalivolk, von denen 97 Prozent in Somalia leben. Das Volk der
Somali gehört zur äthiopischen Rasse.
Ägypter, Griechen, Phöniziern und Römer war bereits
die Küste der Somalihalbinsel bekannt. Das Land Punt der Ägypterkönnte hier
liegen. An der Nordküste entstanden im 7. Jahrhundert unter arabischen Einfluß
islamische Sultanate. Die Handelsplätze Barawa, Merka, Magadischu wurden Anfang des
10. Jahrhunderts gegründet. Zu dieser Zeit siedelten die Somali im Norden und
im Süden die Galla und bantusprachige Stä;mme. Nordsomali war vom 13. bis 16.
Jahrhundert unter der Vorherrschaft des Staates Adal - Zeila, und bedrohte bereits zu dieser
Zeit die Unabhängigkeit Äthiopiens. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts eroberten die
Türken die Nordküste, Während die Portugiesen die Ostküste
für sich in Anspruch annahmen. Araber aus Oman vertrieben im 17. Jahrhundert die
Portugiesen. Unter dem Einflußbereich des Sultans von Sansibar stand ein Teil
der Küste im 19. Jahrhundert. Kolonialmächte nahmen Teile von Somali in ihren
Besitz: Frankreich 1862 bis 1883, England 1884 und Italien 1889. Seit dem ist Somaliland
politisch getrennt. Unter «Mahdi» - dem Mulla Hadj Muhammed ibn Abdullah Hasan -
erhoben sich die Stämme der inneren Somalihalbinsel zwischen 1899 und 1920 und erhielten
1960 den britischen und italienischen Teil von Somaliland zurück, erhielten ihre
Unabhängigkeit und schlossen sich zusammen.
75 Prozent des Somalivolkes gehören zu den freien Somali, als Hirtennomaden im Norden
Kamele, Rinder, Schafe und Ziegen züchten, im Süden sind seltener Kamele anzutreffen,
dafür aber mehr Rinder. Pferde und Kamele sind besonders unter den Hirtennomaden
geschätzt. Die patriarchalische Großfamilie bildet die wichtigste gesellschaftliche
Einheit. Die Ehe ist patrilokal - die Frau zieht zum Mann, Mädchen heiraten zwischen 15
und 17, Männer mit 20. Großfamilien, die ihre Geschichte auf den gleichen gemeinsamen
Ahnen zurückführen, bilden einen Verband, mehrere Verbände einen Stamm.
Die einzelnen Gruppen besaßen einen unterschiedlichen Rang. Nicht alle waren Besitzer des
Weidelandes. Stämme mit schlechtem Weideland oder nach Dürreperioden - meist im Norden
des Somalilandes - stellten sich gerne unter die Oberhoheit anderer Stämme mit fruchtbaren
Gebieten, um deren Land ebenfalls nutzen zu können. Dies stärkte wiederum die Macht
der Stämme mit Land von fruchtbaren Boden.
Halbnomaden und Bauernstämme - die Mais, Hirse, Bataten, und Bohnen anbauen - haben ihre
Wohnstätten an den Flüssen Uebi Scebeli und Giuba. Von den Bodenbau betreibenden
Stämmen gehören einige den bantusprachigen Negriden wie die Waboni an, die in
Abhängigkeit von den Somali standen und zu Arbeitsleistungen und Abgaben verpflichtet
waren. Wie in anderen Teilen Afrikas leben auch im Somaliland Gruppen, die einer früheren
Jägerbevölkerung angehören, deren gesellschaftliches Leben einen niederen Rang
einnimmt. Für die Somali müssen auch einige Gruppen unangenehme Arbeiten
verrichten, allerdings haben die religiös-mythischen Vorstellungen dieser Menschen eine
vorrangige Rolle. Sie sind die ältesten Bewohner des Landes, stehen somit in einem
besonderen Verhältnis an mythisch-geistigen Kräften und müssen aus diesem
Anlass heraus eine Reihe von Zeremonien zelebrieren, die der Sicherung der Existenz der neuen
Herren dienen. Auf den vorgelagerten Inseln leben Gruppen von Fischern und
Schildkrötenfängern, deren Kulturgeschichte von hohem Interesse ist. Anthopologisch
Verwandt sind diese Gruppen mit indischen und indonesischen Bevölkerungsgruppen.
Die Behausung der Somali sind aus einem Stangengerüst gebaute und mit großen
Lederstücken belegte runde Hütten. Einfarbig gestreifter Stoff bildet die Nationaltracht.
Ein breites Tuch tragen die Männer um ihren Körper geschlungen, wobei das gleiche Tuch
oder ein zweites um die Schulter gelegt wird. Ein breites Tuch um den Oberkörper gewickelt
und einen weiten Rock tragen die Frauen als Bekleidung. Vor allen bei den seßhaften Gruppen
haben sich Töpferei und Holz- und Lederverabeitung entwickelt. Verschiedene Techniken der
Lederverarbeitung besitzen auch die Somali-Nomaden. Von Südarabien ausgehend entstanden
die Städte mit meist arabischer Architektur. Die Somali sind meistens Islamen.
Besonders im Küstengebiet hat die ursprüngliche gesellschaftliche Organisation in den
letzten Jahrzehnten an Bedeutung verloren. Mit Erreichung der Unabhängigkeit sind auch die
meisten Abhängigkeiten verlorengegangen. Schulunterricht findet in Arabisch, englisch oder
Italienisch statt. Industrielle Unternehmungen haben sich besonders in den Küstenstädten
entwickelt, dazu gehören unter anderen Bahnbau und Bergwerk. |
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