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Die Entwicklung der Sprache |
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Ein System von Symbolen aus sichtbaren Formen - Schrift- und Zeichensprache -
und hörbaren Tönen - Sprache - und deren Bedeutung auf andere Dinge verweist, ist die
Sprache. Wer diese Zeichen oder Töne von sich gibt oder sie empfängt, weiß
was sie bedeuten. Das Wort oder die Zeichen besitzen keine Ähnlichkeit mit dem Ding oder
Wesen.
Auch Tiere reagieren auf sicht- oder hörbare Zeichen, obwohl sie keine Sprache sprechen.
Eine Tierart besitzt sogar unterschiedliche Geräusche für zum Beispiel verschiedene
Raubtiere, andere Tierarten antworten auf entsprechende Weise, wenn sie diese Rufe hören.
Sie können aber nicht begreifen, dass ihre Rufe und Körperhaltungen einen unsichtbaren
Gegner bezeichnet, erst in der Gegenwart des natürlichen Feindes geben sie entsprechende
Signale.
Die menschliche Sprache ist das, was uns von allen anderen Säugetieren unterscheidet.
Sie entwickelte sich im Laufe unserer Evolution - in einem sehr frühen Stadium der
Menschheitsentwicklung, so zumindest ist die Ansicht der Wissenschaftler. Grund für diese
Annahme sind zwei Belege: Zum einen das Hirnvolumen unserer Vorfahren und die Form der
Steinwerkzeuge.
Das Gehirn des Homoniden hat sich während der letzten zwei Millionen Jahre fortwährend
vergrößert. Archäologen können zwar in alten Schädeln kein Gehirn mehr
finden, aber seine Windungen hinterlassen an der Schädelinnenseite ihre Spuren. Ein
Innenabguß der Form des Cortex gibt einen gewissen Aufschluß. Der Cortex des
Australopithecinen ist dem des Schimpansen sehr ähnlich. Bereits der früheste
Habilinen-Schädel mit einem Alter von etwa 1,8 Millionen Jahren besitzt Merkmale, die nur
im menschlichen Schädel zu finden sind - besonders in der Region des Sprachzentrums.
Wann sich die Sprache von den Geräuschen der anderen Menschenaffen absetzte,
konnte noch nicht geklärt werden. Das größer werdende Gehirn könnte die
Folge der Entwicklung der Sprache sein.
Einige Fachleute sind der Ansicht, dass die Herstellung der Steinwerkzeuge eine Organisation
unerläßlich machte und deshalb für die frühen Homoniden die Sprache
unentbehrlich wurde. Andere Experten äßerten die Meinung, dass die Steinwerkzeuge der
Oldowai-Periode keine höhere Planung und technische Fertigkeiten aufweisen als heutige
Schimpansen. Die Faustkeile des Acheuléen, die zwischen 1,5 Millionen und 150.000 Jahren
entstanden sind, besitzen Abmessungen, die auf geistige Vorstellungen des Endproduktes hinweisen,
was nur mit Hilfe der realisiert werden kann. Die afrikanischen Faustkeile
entsprechen in ihren Abmessungen etwa denen, die in Asien und Europa entdeckt worden -
unterschiedlich ist nur die Form. Vielleicht konnte der Homonid Faustkeile nur in entsprechender
Größe und Form herstellen, was physische Grenzen aufzeigen würde.
Grundlage für das Verlassen Afrikas und die Ausbreitung in gemäßigten Gebieten
der anderen Erdteile sollen die Fähigkeiten des Menschen - wie das Aufsuchen
wettergeschützter Stellen, das Feuermachen sowie der Fleischverzerr - gewesen sein.
Diese einst für sicher gehaltenen Fakten vergangener archäologischer Ausgrabungen
sind heute höchst fraglich..
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Literatur:
Menschen der Urzeit - Die Frühgeschichte der Menschheit von den Anfängen
bis zur Bronzezeit, Karl Müller Verlag GmbH, Köln 2004 |
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