|
|
|
Die indoeuropäische Sprachfamilie und ihre Völker
Albanisch
Albaner
(auch Skipetaren, Arnauten, Arbanasi)
Es gab schon in der Antike im Kaukasus Albaner, die aber mit den heutigen Albanern nichts zu tun
haben. Ihre Herkunft nach werden sie als die Nachkommen der indogermanischen Illyrer angesehen.
Die Sprache der Albaner bildet einen eigenständigen Zweig der indoeuropäischen
Sprachfamilie. Ein richtiges Albanisch gibt es nicht, denn das heute gesprochene Albanisch
besteht aus 90 Prozent aus Lehnwörtern aus anderen Sprachen. Dies deutet auf eine Jahrtausend
lange Fremdherrschaft hin. So war es auch. Erst prägten die Römer die Kultur des Landes,
dann die Byzantiner, Serben, Bulgaren, Normannen, Venezianer, moderne Italiener, aber vor allem
die Türken.
1912 wurde Albanien selbstständig. In Albanien gibt es zwei große Dialektgruppen: im
Norden die Gegen (das Gegische ist die Bezeichnung ihrer Dialektes) und im Süden die Tosken.
Einwohner hat das Land etwa 3,1 Millionen Albaner, ca. 1,35 Millionen Albaner leben in den heutigen
Ländern des Balkans. Religiös sind die Albaner 70 Prozent Muslime, 20 Prozent
Albanisch-Orthodoxe und der Rest Angehörige der römisch-katholischen Kirche.
Griechisch
Griechen
Germanische Völker
Dänen
Die Dänen sprechen eine nordgermanische Sprache. In ihrer Kultur können sie auf eine
1200 Jahre währende Geschichte blicken. Dänemark war zeitweilig ein großes
Staatswesen, dem der Süden Schweden bis 1658, Norwegen bis 1814, Schleswig-Holstein bis 1864
und Island bis 1944 angehörte.
Die Außengebiete Grönland und Färöer gehören heute noch zu Dänemark,
besitzen allerdings einen autonomen Status. Neben Dänisch wird in Grönland noch Englisch
und Inuit gesprochen, auf den Färöern die eigene nordgermanische Sprache Färöisch.
Kurzzeitig konnte Dänemark unter der Führung von Knut dem Großen England erobern.
Die dänischen Landwirte sind in unserer Zeit die erfolgreichsten in ganz Europa.
Heute bilden 5,3 Millionen Dänen 85 Prozent der Gesamtbevölkerung ihres Landes, von denen
die meisten der evangelisch-lutherischen Kirche angehören.
Deutsche
Zum Volk der Deutschen gehören die Stämme der Alemannen, Baiern, Franken, Sachsen und
Thüringer. Schon im frühen Mittelalter besaßen sie eine gemeinsame Sprache, aber
erst im Hochmittelalter wurde aus ihnen eine Nation. Zu Beginn der Neuzeit entstand eine deutsche
Hochsprache, welche die Dialektunterschiede überwand.
Als sogenannte Volksdeutsche werden die Nachfahren deutscher Siedler bezeichnet, die einst von
osteuropäischen Herrschern
Franken
Friesen
Die Friesen bilden schon immer eine eigene Völkerschaft und gehören keinem der großen
Stämme wie Franken, Hessen usw. an. Auch haben sie eine eigene westgermanische Sprache. In zwei
Staaten sind die Friesen ansässig. Im Nordwesten von Niedersachsen leben die Ostfriesen und im
Nordwesten von Schleswig-Holstein die Nordfriesen. Dazu gehören noch die vorgelagerten
niederländisch-deutschen Inseln. Außer in der BRD leben in den Niederlanden in der Provinz
Friesland noch die Westfriesen. In dieser Region ist neben dem Niederländisch noch Friesisch
offizielle Amtssprache. Die Friesen allgemein waren und sind auch heute noch erfahrene Seeleute wie
auch Deichbauer.
Goten
Auch die Goten sind ein nordgermanischer Volksstamm, der im 1. Jahrhundert n. Chr. aus
Süd-Schweden in südliche Richtung aufbrach und sich im osteuropäischen Raum in
zwei Gruppen spaltete: in die Ost- und Westgoten. Die Westgoten wanderten in das untere Weichselgebiet
bevor sie im 2. Jahrhundert sich westlich des Dnjestr und im Karpatengebiet niederließen.
Die Ostgoten wanderten östlich des Dnjestr in der Südrussischen Steppe, in dem sie 350 das
Ostgoten-Reich gründeten. Dieses überlebte aber nicht lange, da 375 es von den Hunnen
unterworfen wurde.
Engländer
Flamen
(auch Vlamen, Flemings Flamands)
Die Flamen sind die in Belgien Niederländisch sprechenden Staatsbürger. Bei der Teilung
der Vereinigten Niederlande kam der nördliche Landesteil zu Belgien. Deshalb besteht auch
Brüssel zu einem Teil aus Flamen und zum anderen Teil aus Wallonen. Belgien hat 5,8 Millionen
Flamen und 3,3 Millionen Wallonen als Staatsbürger. Flämisch oder Vlaams ist in Belgien
die zweite Amtssprache neben dem Französischen, das zuvor immer die wichtigere Amtssprache
war.
Niederländer
Die Niederländer gehören zum westgermanischen Sprachzweig der indoeuropäischen
Sprachfamilie. Man spricht auch oft von Holland. Wer im engeren Sinne von Holland spricht, meint
aber meist nicht die zwei Provinzen Nord- und Südholland, sondern eigentlich das gesamte
Königreich der Niederlande.
Beide genannte Provinzen machen allerdings das reichste und dichteste besiedelte Gebiet des
Staates aus. Dabei hat das Land noch weitere Provinzen Drenthe, Flevoland, Friesland, Gelderland,
Groningen, Limburg, Nord-Brabant, Overijssel, Utrecht und Zeeland und die Überseegebiete
Niederländische Antillen und Aruba. Das Königreich der Niederlande hat etwa 16,1 Millionen
Bewohner - von denen etwa 15 Millionen die Landessprache sprechen - mit allen Niederländern
in Belgien - wo das Niederländische Flämisch genannt wird, Nordfrankreich, Norddeutschland,
in den USA und Australien insgesamt ca. 22,5 Millionen Sprecher. In der Niederlande wohnen noch die
geflohenen Molukker und knapp 200000 Surinamesen.
Norweger
Der überwiegende Teil der Norweger besitzt den Evangelisch-Lutherischen Glauben, welches auch
die Staatskirche des Landes ist. Ende des Mittelalters nach der Reformation um ca. 1600 führte
man, da Norwegen mit Schweden und Dänemark vereint waren, das Dänische als Rechts-, Schul-
und Kirchensprache ein. Dadurch kamen viele Wörter und Sprachwendungen aus dem Dänischen
zur norwegischen Sprache hinzu.
Norwegen kam 1814 zu Schweden und konnte sich 1905 friedlich wieder trennen und einen selbstständigen
Staat gründen. Auch die Sprache sollte bereinigt werden, weshalb zwei norwegische Sprachen
entstanden. Eine der Sprachen wurde das auf die norwegische Stadtsprache beruhende Bokmål,
auch als Riksm&raing;l bezeichnet, und die andere das Landsm˚l, auch Nynorsk (Neunorwegisch)
genannt, die Ivar Aasen aus der älteren Mundartssprache entwickelte. Seit 1907 sind beide
Sprachen gesetzlich gleichberechtigt.
Norwegische Königreich ist von der Oberfläche her ein langgestrecktes Land. Die Insel
Spitzbergen und weitere im Norden gelegene Inseln gehören noch zu Norwegen.
Für die Norweger bildet der Fischfang die Lebensgrundlage ebenso die Erdöl- und
Erdgasförderung. Nur wenig Bedeutung hat die Landwirtschaft.
Schweden
Schwedisch bildet mit dem Dänischen den ostnordischen Zweig der nordgermanischen Sprachfamilie.
Die Heimat der Goten ist Schweden. Zur Zeit der großen Völkerwanderungen gründeten
sie in Italien das Reich der Ostengoten und in Spanien das Reich der Westgoten. Im Laufe der Geschichte
gingen beide Reiche unter. Aus den Ahnen der heutigen Schweden entstand aus den Schweden im Norden
und den Gauten im Süden das Volk der Svear. Die Waräger zogen während des 9. bis 11.
Jahrhundert nach Osten, wo sie das altrussische Reich gründeten. Nachdem das Christentum im 11.
Jahrhundert Schweden erreichte und von 1397 bis 1523 unter dänischer Hoheit stand, entwickelte
sich das Land zu einer nordeuropäischen Großmacht im gesamten Ostseeraum. Teile des
baltischen Raumes wie auch Finnland standen lange Zeit unter schwedischer Herrschaft. Danach folgte
eine lange Friedensperiode bevor zahlreiche Schweden es nach Amerika trieb.
Heute leben in Schweden 9 Millionen Einwohner, von denen mehr als 91 Prozent die schwedische Sprache
sprechen.
Keltische Völker
Bretonen
(auch Bretagner, Bretons)
Die Bretonen gelten als Nachfolger der aus dem Cornwell von den Angelsachsen vertriebenen Kelten.
In der Bretagne fanden sie im 5. und 6. Jahrhundert eine Zuflucht, wo sie bis 1532 ein
selbstständiges Herzogtum besaßen. Bis 1790 konnten sie noch weitgehende
Selbstbestimmung behalten.
Von den ca. 1,25 Millionen Bretonen sprechen heute noch 850000 Personen das sogenannte
Festlandskeltisch und sie haben auch bis heute ihr traditionelles Brauchtum bewahren
können.
Es gab zwischen 1941 und 1944 und nochmals 1966 große Bestrebungen für ihre
Selbstbestimmung, aber diese waren erfolglos.
Waliser
(auch Welshmen)
Die Waliser sind die Bewohner der Halbinsel Wales in Großbritanien, ein Landesteil
von England, der schon seit dem 1. Jahrtausend die Heimat der Kelten ist. Erst seit 1277
gehört Wales zu England. Zuvor war es zu Frankreich gehörend. Der englische
Thronfolger führt erst seit 1284 auch den Titel "Prince of Wales".
Als Viehzüchter sind die Waliser in den Berg- und Hügelländern tätig.
Im Norden und Süden arbeiten sie vor allem in der Industrie.
In Wales sprechen mehr als eine halbe Millionen Waliser neben dem Englischen auch die
keltische Sprache - das sogenannte Welsh oder Kymrisch.
Romanische Völker
Franzosen
Die Franzosen sind das größte romanisch sprechende Volk Westeuropas mit 90
Millionen Sprechern weltweit und in Frankreich mit etwa 59 Millionen Personen, die etwa
94 Prozent der Gesamtbevölkerung Frankreichs ausmachen. Ihre westromanische Sprache
gehört der indoeuropäischen Sprachfamilie an. Neben der Hochsprache sprechen
die Franzosen auch einige Dialekte wie das Normannisch, Champanisch, Pikarisch, Wallonisch
- um nur einige zu nennen. In 44 Staaten ist Französisch die offizielle Amtssprache,
davon 21 in Afrika. In sieben Staaten in Europa wird Französisch ausschließlich
oder in bestimmten Regionen gesprochen. Sieht man der Franzosen ethnische Herkunft sind
sie eigentlich ein Mischvolk - bestehend aus Kelten, Römern, Franken, keltischen
Briten, Alemannen, Westgoten, Normannen und Burgundern. In der Antike gaben die Gallier
dem Land seinen Namen und zur Zeit des Mittelalters die Franken.
Korsen
Spanier
Slawische Völker
S ü d s l a w i s c h e V ö l k e r
Bulgaren
Das Land Bulgarien hat den Namen nach einem turksprachigen Reitervolk, obwohl die
Bulgaren ein slawisches Volk sind. Das turksprachige Volk drang im 7. Jahrhundert in
das Land südlich der Donau ein und unterwarf die zuvor eingewanderten slawischen
Stämme. Über mehrere Generationen hatten die Bulgaren einst ein mächtiges
Reich gegründet und waren eine ernste Bedrohung für Ostrom. Während
dieser Zeit wurde unter Führung der bulgarischen Herrscherschicht die slawischen
Stämme zu einer Nation vereint. Die Eindringlinge nahmen nun die slawische Sprache
und Kultur an und wurden 865 auch noch Christen, die dann im Volk aufgingen. Der
slawische Staat fiel 1393 in den Herrschaftsbereich des osmanischen Reiches. Mithilfe
der Russen konnte die Bulgaren 1878 wieder ihre Selbstständigkeit erringen.
Heute leben in Bulgarien ca. 8 millionen Menschen von denen ca. 83 Prozent Bulgaren
sind.
Mazedonier
Mazedonien war zur Zeit von Tito Teilrepublik von Jugoslawien bevor nach dem Tod Titos
Jugoslawien zerfiel und die Republik Mazedonien entstand. Nachbarländer sind
Serbien, Bulgarien, Griechenland und Albanien. Mit letztgenannten Land gibt es bis in
heutige Tage hinein Grenzprobleme.
Amtssprache des Landes sind neben Mazedonisch auch Albanisch und die Sprachen der
Minderheiten. Das Land war über Jahrhunderte lang Teil vom Osmanischen Reich.
Mazedonien hieß auch Vardar-Mazedonien - nach dem gleichnamigen Fluss.
Mehr als 64 Prozent der über 2 Millionen Einwohner zählenden Republik sind
Mazedonier, der Rest sind hauptsächlich Albaner, aber auch Türken, Roma,
Serben, Bosniaken, Walachen und andere Minderheiten. Religiös gehört die
Mehrheit der Bevölkerung der Mazedonisch-Orthodoxen Kirche an, aber auch etwa
ein Drittel sind Muslime und eine Minderheit Katholiken.
Serbokroaten
Slowenen
Sie gehören der südslawischen Gruppe der indogermanischen Sprachfamilie an.
1991 gründete sich die Republik Slovenija, deren Grenze von den Staaten Italien,
Ungarn, Kroatien und Österreich umgeben sind. 1918 erhielt das Land erstmals die
Selbstständigkeit als es durch den Versailler Vertrag vom Bundesland Krain - zum
Kaiserreich Österreich gehörend, Untersteiermark und ...
W e s t s l a w i s c h e V ö l k e r
Polen
Slowaken
Sie sind Westslawen, deren Sprache zur westslawischen Gruppe der indogermanischen
Sprachfamilie gehört. Die Slowakei ist ihre Heimat, die im Jahre 1993 erst ihre
politische Selbststhändigkeit erlangte. Zum Großmährischen Reich kamen
die Slowaken im 9. Jahrhundert. Als Oberungarn gehörten sie dann zwischen 1021 und
1918 zum Königreich Ungarn. Eine zwangsweise Vereinigung mit den Tschechen erfolgte
nach nach dem 1. Weltkrieg, bevor sie nach dem Nationalsozialismus wieder von Prag aus
regiert worden. In einer Volksabstimmung nach dem Ende des Warschauer Pakts entschieden
sie sich von den Tschechen zu lösen und wieder in der Slowakei zu leben. Neben anderen
Volksgruppen leben heute im Land 4,9 millionen Slowaken. Sie wohnen aber auch Serbien,
Ungarn, Polen und in der Ukraine. Weil sie mit politischen Lage unzufrieden waren, wandern
zahlreiche Slowaken nach Amerika aus. In den USA leben mehr als eine halbe Millionen.
Religiös gibt es in der Slowakei drei große Kirchen - die römischkatholische,
griechisch-katholische Unionskirche wie auch zahlreiche Anhänger mit dem protestantischen
Glauben verwurzelt sind.
Sorben
(auch Wenden)
Ein westslawischer Stamm sind die als Restgruppe der Elbslawen bekannten Sorben. Die
Angehörigen dieser Minderheit leben im Osten der Bundesrepublik Deutschland. Ihr
Hauptsiedlungsgebiet ist die Lausitz, wo sie meist assimiliert und meist zweisprachig in
169 Gemeinden leben.
Die Sorben werden in zwei Dialektgruppen unterteilt. In der Niederlausitz um Cottbus herum
leben ca. 20000 Sorben, deren Sprache dem Polnischem ähnelt und in der Oberlausitz um
Bautzen etwa 40000 Sorben, deren Sprache dem Tschechischem sehr ähnlich klingt.
1884, als ihr Lebensraum bis in die Region um Wittenberg reichte, lebten etwa 164000
Sorben. Ihre Zahl sank durch zwangsweise oder freiwillige Assimilisation um etwa 100000.
Die auf polnischer Seite lebenden Sorben sind voll und ganz in den Polen aufgegangen, andere
wanderten in die USA aus.
Tschechen
O s t s l a w i s c h e V ö l k e r
Belorussen
Russen
Ukrainer
|
|
|
|