Cawahib
sind eine Gruppe kleiner Indianerstämme im brasilianischen Tiefland, wo sie vor allem als
Nahrungsquelle der Jagd nachgingen. Heute leben sie nicht mehr nur von der Jagd, sondern auch
vom Fischfang und dem Anbau von Mais, Bohnen, Maniok und Baumwolle. Haustiere Halten sie nicht
und üben auch kein Handwerk aus.
Die meisten von diesen Stämmen sind durch eingeschleppte Seuchen ausgestorben. nur die
Cawahib überlebten mit einigen hundert Angehörigen. Genau liegen ihre Siedlungsgebiete
zwischen den Bundesstaaten Amazonas und Rondônia. Mit Rindenkanus befahren sie die
Flüsse.
Den Häuptlingen ist es erlaubt mehr als eine Frau zu haben, deshalb heiraten sie oft ein
Schwesternpaar. Bei der Heirat wird wie in vielen Stämmen einer Kusine ersten Grades meist
der Vorzug gegeben.
Chiriguano
sind ein Indianervolk von über 380000 Angehörigen, die in Bolivien, Paraguay
und Argentinien siedeln. Als Hauptprodukte werden Mais, Süßkartoffeln, Baumwolle,
Kürbisse und Tabak angebaut. Die Ämter des Oberhäuptlings und des Dorfoberhaupts
sind erblich.
Einst waren die Chiriguano gefüchtete Kannibalen und Krieger, die nach dem Sieg der
Spanier gegen die Inkas beim Vordringen in dessen ehemaliges Reich alle antreffenden Stämme
unterwarfen.
Mundurukú
(auch Mundrucú, Mundurucu, Monjoroku, Paiquize, Pari, Weidyenye, Caras Pretas)
Sie gehören der Sirionó-Munduruku-Gruppe der Tupi-Guarani-Sprachfamilie an. Sie
selbst nennen sich "Weijényá". Mit ca. 7000 Angehörigen leben sie am oberen
und mittleren Tapajós eines Nebenflusses des Rio Madeira auf einem nordwärts
gelagerten Ausläufer der Mato-Grosso-Hochebene. Hier siedeln sie in 22 Dörfern
östlich des Amazonas und Pará in Brasilien.
Als Hauptnahrung bauen sie Maniok und weitere 20 Pflanzen an, dessen Felder durch Brandrodung
gewonnen werden. Auf Nebenfeldern kultivieren sie noch weitere 16 Nahrungspflanzen. Zudem
sammeln sie Paranüsse und andere Wildpflanzen und ergänzen ihre noch mit Fischfang
und der Jagd. Heute sammeln sie noch Felle und Kautschuk für den Verkauf.
Zwischen dem Ende des 18. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren sie gefürchtete
Kopfjäger und besaßen einen hohen militärischen Organisationsgrad.
Während des 18. Jahrhunderts griffen sie sogar die Städte der Weißen, Santarém
wurde sogar tagelang belagert. Die als "Irokesen von Südamerika" geltenden Mundurukú
leisteten erbitterten Widerstand gegen die Portugiesen, ehe sie 1795 mit ihnen Frieden schlossen.
Unter ihrer Führung einer Gruppe mit Weißen leiteten sie Ausrottungskriege und
Sklavenjagden gegen andere indigene Völker. Gegen Ende des 19. Jahrhundert wurden sie
selbst durch Krankheiten von einst 40000 Angehörigen auf weniger als 10 Prozent
reduziert.
In zwei untereinander heiratende Stammeshälften sind die Mundurukú geteilt und
in Sippen gegliedert. Den Sippenahnen wird bei einem Männerfest, wo Frauen und Kinder
ausgeschlossen sind, gedacht.
Die Dörfer der Mundurukú sind kreisförmig, in dessen Mitte sich ein etwa
hundert Meter langes Männerhaus befindet. In ihm halten sich die organisierten Männer
auf, wo unter Leitung des Häuptlings unter anderem Kriegszüge beschlossen wurden. Diese
dienten vor allem der Erbeutung von Kopftrophäen als rituelle Handlung. Im gesamten
religiösen Leben der Mundurukú standen Fruchtbarkeitszeremonien im Mittelpunkt,
die dem Wachstum der Feldfrüchte und der Vermehrung von Wild und Fisch dienten. Zu den
Schutzgeistern der Tiere nahm der Schamane rituellen Kontakt auf, um sich mit diesem durch
Niederlegen von Tierschädeln zu versöhnen. Als höchster Kulturheros spielte
Karusakaibe die wichtigste Rolle. Bei ihren Zeremonien trugen die Mundurukú großen
Federschmuck, der sie berühmt machte. Heute sind diese Zeremonien Vergangenheit, aber
ihre Körpertätowierung sind noch bekannt. Rituelle Praktiken des einzelnen gewinnen
heute an Bedeutung, dem Christentum stehen sie gleichgültig gegenüber.
Omagua
ein kleiner kaum erforschter Indianerstamm im Dreiländereck von Brasilien, Kolumbien und
Peru. Hauptnahrung ist der Mais, der auf Terrassenfeldern angebaut wird. Lamas, die sie zudem
halten, werden zur Wollverarbeitung verwendet. Häuptlinge herrschen über den Stamm,
der in befestigten Dörfern lebt. Der Stamm der Omagua wanderte nach Westen ab und nahm
eine karibische Sprache an unter der er sich Carijona nennt. Die Zahl der Angehörigen in
Peru schwankte 1976 zwischen 10 und 100 Sprechern. Die Omagua nahe Iquito zählte 1965
noch 630 Menschen.
Sirionó
Ihre Siedlungsgebiete liegen im Regenwald von Ostbolivien, wo sie der Jagd, dem Fischfang
und dem Maisanbau nachgehen. Sie durchstreifen meist zu 50 Personen den Wald als Wildbeuter.
Bekannt wurden die Sirionó durch ihre Langbogen und drei Meter langen Pfeile. Der
mond spielt in ihrer Religion eine wichtige Rolle.
Tupinamba
Einst ein großer Indianerstamm, der heute als ausgestorben gilt. Sie lebten zwischen
der brasilianischen Küste von der Mündung des Amazonas bis nach Sao Paulo. Als
Stamm war er einst gefürchtet, denn er führte Kriege gegen seine Nachbarn. Gefangene
wurden getötet und verspeist. Ihre Hauptnahrung bestand aus Bohnen, Mais, Maniok und
Süßkartoffeln. Die an der Küste wohnten betrieben auch Fischfang. Als
Kannibalen verfolgt, löschten die Portugiesen den Stamm der Tupinamba aus.
Tupinikin
(auch Tupiniquin, Tupinikim, Tupinaki)
deren Angehörige noch etwa 1400 Menschen zählen. Sie leben im Grenzgebiet der beiden
brasilianischen Bundesstaaten Espiritu Santo und Bahia, deren Sprache bereits ausstarb und
sich deshalb dem Portugischem bedienen.
Yuruna
Die unter dem Namen Yuruna bezeichneten Indianer bestehen us mehreren Kleinstämmen mit
einer Gesamtzahl 500 Angehörigen. Die größte Stammesgruppe sind die Asurini.
Ihr Siedlungsgebiet liegt im nördlichen Mato Grosso und Pará. Einige Stämme
des Stammesverbandes betreiben Ackerbau, wo sie vor allem Maniok anbauen. Andere leben vom
Fischfang und der Krokodiljagd. Als Kanus verwendeten diese Gruppen den Einbaum. Aus
Gründer der Sicherheit leben einige Yuruna auf Flussinseln. |