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Völker der Turk-Sprachfamilie
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Aserbaidschaner
Die Aserbaidschaner waren einst ein indogermanisches Volk, sind aber heute zu den Turkvölkern
zugehörig. Zudem leben in zwei Provinzen des Iran mehr Aserbaidschaner - mehr als 12 Millionen
Menschen - als in der Aserbaidschanischen Republik - nur etwa 7 Millionen - mit der Hauptstadt Baku.
Weitere Aserbaidschaner leben in Armenien, Georgien, Turkmenien und noch verteilt in der Russischen
Föderation.
Das gesamte heutige Aserbaidschan war im 4. Jahrhundert n. Chr. durch die Armenien, Georgien
und Ostrom komplett christianisiert gewesen. Zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert wurde es durch
arabische Eroberung zwangsislamisiert. Der sunnitische und schiitische Islam sind heute die Religion
der Aserbaidschaner. Seit der türkischen Besetzung vom 16. Jahrhundert an bis 1907 ist das
Aserbaidschanische - Azeri - eine turksprache.
Baschkiren
Seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. bewohnen die Baschkiren ein Territoium im Süden des Urals.
Sie waren einst aus Stämmen der Steppe und nomadisierenden Turkstämmen hervorgegangen. Hier
am angestammten Platz entstand im Rahmen der Russischen Förderation die Republik Baschkirien -
auch Baschkortostan genannt - mit der Hauptstadt Ufa. Zudem wohnen weitere Baschkiren um Orenburg,
Kurgan, Perm, Samara und Saratow. Das Nomadentum als Viehzüchter gaben sie im 19. Jahrhundert
auf, wurden seßhaft und wurden Ackerbauern. Sie wurden sunnitische Muslime, ihre Trachten
besitzen Ornamentmotive und in ihrem Kunsthandwerk sind geometrische Figuren vorherrschend.
Zuerst in mongolischer Herrschaft kamen die baschkiren Gebiete zwischen 1553 und 1557 durch Eroberung
in den Einflussbereich des Zarenreiches.
Als Sprache gehört das Baschkirische zu der kiptschakischen Gruppe der Turksprachen.
Gagausen
In Südosteuropa dort wiederum in südlichen Gebieten Moldawiens und in Distrikten der Ukraine
lebt das kleine Volk der Gagausen, das eine Turksprache spricht. Aus alter Zeit sind sie orthodoxe
Christen. Ihre Lebensweise gleicht die der romanischen Moldawier, die von der Viehzucht, vom Ackerbau
und von Weingärten leben. Ihre Herkunft ist umstritten, manche Gelehrte sehen in ihnen
türkisierte Bulgaren mit christlicher Prägung, andere als Türken mit slawischen
Elementender bulgarischen Kultur.
Jakuten
Die Jakuten gehören zu den Turkvölkern, welches in der Autonomen Republik Jakutia -
welches auch Jakutien genannt wird - im östlichen Sibirien in der Russischen Föderation
lebt. Weitere Jakuten sind in der Amurregion, auf Sachalin, in Magadan und im Territorium Krasnodar
beheimatet. Ihre Gesamtbevölkerungszahl beträgt rund 382.000. In den Wädern in
Jakutien machen sie Jagd auf Pelztiere, betreiben Fischfang und im Eismeer machen sie Jagd aud
Seesäuger. Sich selbst nennen sich die Jakuten Sachalar und die als Jakutsk bekannte
Hauptstadt nennen sie Sacha. Schon seit dem 18. Jahrhundert sind die Jakuten orthodoxe Christen,
die aber bis in die Gegenwart hinein Elemente des Animismus und des Schamanismus bewahrt haben.
Kasachen
Kirgisen
Die Kirgisen sind Angehörige der kiptschaktürkischen Nordwestgruppe der Turksprachen
und sind ein zentralasiatisches Turkvolk. Regional verteilen sie sich auf die Staaten Kirgisistan,
Tadschikistan, der Mongolei und auf die VR China. Kirgisen gibt es etwa 3 Millionen Menschen,
von denen 2,6 Millionen im gleichnamigen Staat Kirgisistan leben. Mit der im Jahre 1991
Unabhängigkeitserklärung wurde Kirgisisch auch Amtssprache. Das Volk der Kirgisen war
im 10. Jahrhundert ein Nomadenvolk, welches zwischen dem Pamir und dem Tienschan lebte. Im
Verlauf der Geschichte beherrschten zuerst Mongolen, Kasachen, Kalmücken und Chinesen
das Volk, später waren es die Russen. Zur Zeit der Sowjetunion existierte die Kirgisische
SSR. Als Schriftsprache verwendet man heute das Kirgisisch mit kyrillischen Alphabet. Der
sunnnitische Islam ist in Kirgisistan die vorherrschende Religion.
Kumyken (veraltet Kumücken)
Die Sprache der Kumyken gehört zur Kiptschakgruppe der westlichen Turksprachen. Das Volk
verteilt sich in der Russischen Föderation, dort wiederum in Dagestan, in Nord-Ossetien
und in der Republik der Tschetschenen und Inguschen. Im Gebiet von Dagestan konzentrieren sie
sich weitgehend im Flaschland und im Vorgebirge. Als Religion dient der sunnitsche Islam.
Tataren
Ein Mischvolk mit mongolischem Ursprung sind die Tataren, die im Laufe ihrer Geschichte eine
Turksprache annahmen und zur kiptschakischen Gruppe der westlichen Turksprachen gerechnet
wird.
Türken
Als Türken - Türkler, Turks - werden die Bewohner der Türkei verstanden, nicht
aber die vielen Turkvölker in Asien. 50 Millionen von 70 Millionen sind in der Türkei
Türken. Das osmanische Türkisch ist die Amtssprache der Türkeitürken. Es
handelt sich dabei um das sogenannte Kemal Atatürk, welches von allen arabischen
Lehnwörtern gereinigte Nationalsprache. Als Buchstaben werden nicht die arabischen, sondern
lateinischen verwendet.
Weitere Türken leben in den Balkanländern, im Mittleren Osten, auf Zypern, in
Übersee und vor allem in Westeuropa, davon alleine mehr als 2 Millionen in
Deutschland.
Der Aufstieg zur Großmacht begann im 11. Jahrhundert als der türkische Stamm der
Seldschuken bis nach Anatolien seine Macht ausweitete und ein Sultanat gründete. Dieses
gab es bis 1308. Die verwandten Osmanen folgten den Seldschuken, die ganz Kleinasien
einschließlich Konstantinopel eroberten und bis auf den Balkan vordrangen. Unterworfen
waren Nordafrika, der Nahe Oste, Mittelmeerinseln, Jemen, die nördliche Küste am
Schwarzen Meer und zahlreiche Balkanstaaten. 1683 wurde Wien von der türkischen Belagerung
befreit. Dies war die Wende durch die Habsburger und dies leitete auch den Niedergang der
osmanischen Macht ein. Mit dem verlorenen 1. Weltkrieg wurde nicht nur der Sultan abgesetzt,
sondern wurden auch alle außerhalb von Kleinasien besetzten Gebiete verloren.
Mit Kemal Atatürk kam für die Türkei ein totaler Umbruch, er erfolgte eine
Modernisierung und Nationalisierung, ebenso erfolgte die Trennung zwischen Staat und Kirche.
Heute möchte die Türkei Mitglied der EU werden.
Turkmenen
Der oghusischen Gruppe der westlichen Turksprachen wird die Sprache der Turkmenen zugerechnet.
Erst im 15. Jahrhundert fand die sunnitischen Turkmenen die nationale Einheit. Dies passierte
als sich die Oghusen, die Kiptschaken und verschiedene andere Stämme mit Gruppen der Region
zusammenschlossen. im vor allem wüstenreiche Land ist die Landwirtschaft Hauptgrundlage.
In Asien zählt die Geburtenrate der Turkmenen als die höchste des 20. Jahrhunderts.
Fast 3,9 Millionen Turkmenen leben in der Republik Turkmenien, weitere 500.000 in den Staaten
Tadschikistan, Usbekistan, Afghanistan, in der Türkei und im Kaukasus in der Russischen
Föderation.
Usbeken
Die Usbeken, deren Sprache der karlukischen Gruppe der westlichen Turksprachen angehörigt,
sind ein türkisch sprechendes Mischvolk aus Mongolen, Türken und Iranern. Etwa 18
Usbeken leben in Usbekistan, 2 Millionen weitere verteilen sich auf die Staaten Afghanistan,
Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan, Turkmenien und ein weiterer Teil, die eine nationale
Minderheit bilden, sind in der VR China beheimatet. Usbeg Khan, der von 1313 bis 1341 lebte,
war es, der zu seinen Lebzeiten mehrere Teilvölker zu einer Nation zusammenschloss. Zu
seinen Ehren gab sich der Völkerbund seinen Namen.
Uiguren
Die Uiguren leben zum größten Teil - ca. 6 Millionen Menschen, damit eines der
größten Turkvölker in Zentral-Asien - in der VR China. Wenige sind nur in
Kasachstan, Kirgisistan und Turkmenen beheimatet. Linguistisch gehört ihre Sprache das
Uigurische zur karlukischen Gruppe der westlichen Turksprachen.
Aus ihrer alten Schrift, die aus Palästina stammte, entwickelte sich erst die mongolische
dann die mandschurische Schrift heraus. Nach 1949 entwickelte man in China aus der Basis der
lateinischen Schrift, die parallel zur arabischen verwendet wird.
Ihre Urheimat der Uiguren war früher südlich des Baikalsees und östlich des
Balkasch-Sees. Von hier wanderte das Nomadenvolk allmählich von Nordturkestan zum heutigen
Ostturkestan. In China bilden sie heute eine bedeutende Minderheit, die im Uigurischen Autonomen
Gebiet Xinjiang lebt.
Die Uiguren sind geschickte Handwerker, haben eine reichhaltige Folklore und ein umfangreiches
Wissen in der Bewässerungstechnik.
Nicht nur die Religion wechselten die Uiguren mehrmals vom Schamanismus, Christentum, Buddhismus,
Islam und nun heute zum sunnitischen Muslime, auch die Fremdherrschaften wechseltne und das Volk
mußte diese erdulden.
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