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Sprachfamilien, Sprachgruppen in Asien/Europa


 
 

Völker der uralischen Sprachfamilie


Die finno-ugrischen Sprachen


Chanten
Die Sprache der Chanten wird dem ob-ugrischen Zweig der finnisch-ugrischen Gruppe und dort wiederum der ural-altaischen Sprachfamilie zugerechnet. Heute leben die in der Russischen Föderationin den autonomen Bezirken Chanti-Mansisk und Jumalo-Neneck mit den Verwaltungsgebieten Tjumen und Tomsk und der Hauptstadt Tjumen. Die Sprachen der Chanten und Mansen ist sprachlich verwandt, weshalb sie manchmal als Ostjaken bezeichnet bzw. unter dem Namen "Ob Kgr" zusammengefasst wurden. Sie waren Anhänger des Animismus und glaubten, dass sie mit Pflanzen und Tieren blutsverwandt sind, bevor sie orthodoxe Christen wurden. Als ehemalige Jäger und Fischer wandten sie sich im 19. Jahrhundert der Zucht von Rindern und Rentieren zu. Die Chanten leben in sehr unterschiedlichen Landschaften in Nordwestsibirien und werden wegen ihrer von voneinander unterscheidbaren Dialekte in eine nördliche, östliche und südliche Gruppe unterteilt.

Esten
Die Esten sind mit den Finnen seit altersher verwandt. Das nach ihnen benannte Land ist das nördlichste des Baltikums. Ihre estnische Sprache gehört zur ostseefinnischen Gruppe der finno-ugrischen Sprachfamilie. In Estland leben neben den Esten vier andere Volksgruppen. Sonst sind sie noch in der Russischen Föderation, in Lettland, in der Ukraine, in Abchasien sowie in Kanada, USA und Schweden anzutreffen. Neben dem Deutschen Orden waren die Dänen, die Schweden und zuletzt die Russen als Landesherren vertreten, bevor Estland 1991 eine selbstständige Republik wieder wurde. Lutheraner sind die Esten mehrheitlich, vertreten sind aber auch Estnisch-Orthodoxe und Katholiken. Mit dem Eintritt in die EU und NATO ist man bestrebt Wohlstand auf der Basis der Freiheit zu schaffen.

Finnen
Die Finnen nennen sich selbst Suomi oder Suomalaiset und ihre Sprache Suomi. Knapp 5 Millionen Finnen wohnen heute neben Schweden und Lappen in Finnland und einige Tausend in der Russischen Föderation, wo ihre Wohnstätten in Gebieten um St. Petersburg, an der karelischen Landenge und an der Südküste des finnischen Meerbusen liegen. Die Finnen in Russland werden werden in zwei Bevölkerungsgruppen - den Savokot und den Eurimeiset - unterteilt. Auch das Finnische oder die finnische Sprache gehört zur finno-ugrischen Sprache, die durch eine Bibelübersetzung im 16. Jahrhundert auch zur Schriftsprache wurde. Die obere Wolga und Oka wird als Urheimat der Finnen angenommen, von wo sie wie alle finno-ugrischen Völker um 2000 v. Chr. an ihre heutigen Wohnsitze wanderten. Die Schweden christianisierten das Land im 13. Jahrhundert, und im 16. Jahrhundert wurde es von dem Luther-Schüer Agricola dem Protestantismus zugeführt. Von 1809 bis zum 6.12.1917 war Finnland unter russischer Herrschaft bevor es frei kam. - Der Tag der Selbstständigkeit ist Nationalfeiertag.

Ischoren
Die Ischoren sind eine karelischer Stamm, deren Sprache der finno-ugrischen Sprachfamilie angehört. Ihre eigentliche Heimat lag zwischen dem Ladogasee und der Newa, bevor das Volk um 1000 n. Chr. in das Einzugsgebiet des Flusses Ischor - ihr heutiger Name - südlich des finnischen Meerbusens zogen. Die Ischoren wurden orthodoxe Christen und übernahmen als Schriftsprache das Russische. Heute leben sie in der Region von St. Petersburg in den Distrikten Lomonossow und Kingisepsk. Ihre Muttersprache beherrschen nur noch wenige, verwenden deshalb das Russische. Sehr geschickte Landwirte, Fischer und Handwerker sind die Ischoren.

Karelier


Komi
Das Volk der Komi, welches der finno-ugrischen Sprachfamilie angehört, teilte sich im Laufe der Geschichte in zwei große Stammesgruppen, die einen in die Komi-Syrjänen (Komi-Mort) und die anderen in die Komi-Permjaken. Beide Gruppen sprechen die gleiche Sprache, aber in unterschiedlichen Dialekten. Sie bewohnen in der Russischen Föderation die Republik Komi im Einzugsgebiet der Petschora im Nordwest-Ural und einen Küstenstreifen des Weißen Meeres. Die Komi-Mort sind Acker- und Waldbauern, während die Permjaken auch um Nowosibirsk, in der Altai-Region und in Kasachstan anzutreffen sind. Ale orthodoxe Christen sind beide Gruppen getauft.

Lappen
Die Lappen gelten in Europa als das Volk, welches am nördlichsten, meist nördlich des Polarkreises lebt. Ihre wolga-finnische Sprache wird der finno-ugrischen Sprachgruppe zugerechnet. Jedoch ist ihre auch saamisch genannte Sprache in so viele verschiedene Dialektgruppen aufgeteilt, dass sie sich selbst nicht mehr verständigen können. Der Lebensraum der Lappen ist auf vier Staaten verteilt, so leben sie in Norwegen, Schweden, Finnland und auf der Halbinsel Kola der Russischen Föderation. Die Lappen sind Rentierzüchter, jedoch dient das Ren auch als Fleisch- und Felllieferant und ist zusätzlich noch Transportmittel. Weitere Nahrung erhält man durch die Jagd und den Fischfang. Das Orthodoxe Christentum und der Protestantismus sind ihre Religionen.
Weitere Bezeichnungen für die Lappen sind: Lopjanut, Saamen, Sameh und Samit.

Mansen
Die Sprache der Mansen, das sogenannte Mansische wird der ob-ugrischen Gruppe der ugrisch-altaiischen Sprachfamilie zugerechnet. Als kleine Volksgruppe leben sie in der Russischen Föderation im nordöstlichen Uralgebiet. Einst - im 14. Jahrhundert - wanderten sie aus West-Sibirien in diese Gebiete westlich des Urals ein. Als ehemalige Jäger und Fischer betreiben sie heute Rentierzucht. 1582 kamen sie in russische Herrschaft, wurden missioniert und neben dem orthodoxen Christentum sind noch Elemente des Schamanismus zu erkennen. Ein Bärenkult war bis Ende des 19. Jahrhunderts verbreitet. Die auch als Ostjaken, Gogulichi, Mansi, Vogulen und Wogulen bezeichneten Mansen leben heute im Chanisch-Mansischen Autonomen Kreis des Tjumen-Gebietes mit der Hauptstadt Chanti-Mansisk. Ihre Lebensweise hat sich denen der Chanten und Russen angepaßt.

Mari
Die Mari-Sprache wird zur wolga-finnischen Gruppe der finno-ugrischen Sprachgruppe. Das Volk der Mari, die auch Marizen, Tscheremissen genannt werden, leben in der Russischen Föderation, in Tatarstan, Baschkortostan, Udmurtien, aber häuptsächlich in der für sie eingerichteten Republik Mari El. Ihre Kultur und Religion wurde aber seit Jahrhunderten von der der Russen wesentlich beeinflusst. So übernahmen sie von ihnen die Schrift und das orthodoxe Christentum, sind aber auch ncoh teilweise Anhänger des Animismus.
Drei Gruppen der Mari werden heute unterschieden:

- Bergmari, die am Oberlauf der Wolga leben
- Waldmari, in den Waldgebieten der Wolganiederungen und
- Ostmari, in einigen Republiken östlich der Wolga ihre Heimat haben.

Mordwinen
Die Mordwinen sind ein Volk vom finnisch-permischen Zweig der finno-ugrischen Sprachfamilie, der früher im Norden von Saratow auf beiden Seiten an der mittleren Wolga lebte. Im 13. Jahrhundert kamen die Mordwinen in die Herrschaft der Mongolen, ab 1558 in die der Russen. Viel Aufstände folgten, bevor sie unterworfen und christianisiert wurden. Die Sprache dieser orthodoxen Christen, das Mordwinische, besteht aus zwei Dialekten, dem Ersja und dem Mokscha. Für den Ersja-Dialekt wurde eine eigene Schriftsprache entwickelt. Häuptsächlich leben die mehr als eine Millionen zählenden Mordwinen vom Ackerbau und einwenig von Viehzucht. Nur ein geringer Teil der Bevölkerung ist in der Autonomen Mordwinischen Republik neben Russen und Tataren beheimatet. In Baschkirien, in Tatarstan, in Sibirien und in Mittelasien hat sich die Mehrheit der Mordwinen niedergelassen. Die Elektrotechnik ist der Hauptindustriezweig, in dem sie einer Arbeit nachgehen.

Udmurten
Die Udmurten bewohnen im Gebiet zwischen Kasan und Perm eine eingerichtete Udmurtische Republik mit Hauptstadt Ischewsk im Osten des großen Wolgabogens in der Russischen Föderation. Weitere Udmurten sind in Baschkortostan, Mari und Tatarstan beheimatet. Die Sprache des Udmurtischen gehört zur permischen Gruppe der finno-ugrischen Sprachen. Lange Zeit standen sie unter der Herrschaft der Wolga-, Kama- und Kasan-Tataren bevor sie 1558 Teil des Russischen Reiches wurden. Heutige Lebensgrundlage basiert auf die Landschaft, ihre Religion ist das orthodoxe Christentum.

Ungarn




Die Lenzen-Sprachen


Lenzen


Nganassanen


Selkupen
Die Sprache des Selkupischen gehört zur samojedischen Gruppe der uralo-altaischen Sprachgruppe mit kyrillischen Buchstaben. Schon im 17. Jahrhundert kamen sie unter russische Herrschaft. Bekannt wurden sie auch unter den Namen Ostjak-Samojeden, Selkup, Sölkup, Tschumyl-Kup. Ihre Heimat liegt im Flusstal des Ob und seiner Nebenflüsse und im Gebiet von Tomsk. Die Jagd,Fischfang und Rentierzucht sind ihre Haupterwerbsquellen. Als Anhänger des orthodoxen Christentums haben sie sich ihre Glaubensvorstellungen bewahrt.

 
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