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Kulturareal Südafrika


 
 

Die Völker in Südafrika

 
Südafrika Mit Südafrika ist nicht das Land in Afrika gemeint, sondern das Kulturareal. Dazu zählen die Gebiete südlich von Angola und Rhodesiens, ebenso das Land Südafrika, Betschuanaland, Swasiland, Basutoland und Südwestafrika. Das Kulturareal Südafrika ist mit seinem heißen, trockenen Gebieten im Westen und seinen relativ kühlen Arealen im Osten trotz alledem zur subtropischen Zone Gesamtafrikas zuzurechnen. Nur das östliche Randgebirge bekommt ausreichenden Niederschlag. Im sogenannten Kapland herrscht Mittelmeerklima. Diesem Klima entsprechen auch die Vegetationszonen. Dem von der Wüste Namib eingenommenen regenlosen Küstenstreifen und dem Berg- und Tafelland folgen die Trockensteppen und Halbwüsten der Kalahari, die sich auf die weitesten Flächen des Betschuanalandes ausdehnen. Im Zentrum der Republik Südafrika sind Dornbuschsavannen und baumarme Grassteppen anzutreffen, die in Richtung Nordosten von lichten Trockenwäldern abgelöst werden. Dichte subtropische Wälder bedecken die Ostküste und im Süden herrschte eine ähnliche Vegetation wie am Mittelmeer.

Etwa 18. Millionen Menschen bevölkern diese Region, von denen ungefähr 12,5 Millionen der Bantu-Sprachfamilie, wie die Südostbantu und Herero. 137.000 werden den Khoisansprachen zugeordnet, wie die Buschmänner, Hottentotten und Bergdama. Die ersten drei genannten Stämme sind negrid und die letzten zwei genannten Gruppen khoisanid.

3,2 Millionen in Südafrika lebende Menschen sind Weiße und 1,7 Millionen sind Buren, also Nachkommen der im 17. und 18. Jahrhundert eingewanderten Niederländer, deren Sprache das Afrikaans ist - eine sogenannte niederländische Tochtersprache. Gesprochen wird sie auch von 1,56 Millionen Buren-Hottentotten-Mischlingen. In großen Teilen von Transvaal, Oranjefreistaat und in Kapland ließen sich die Buren nieder. In Industrierevieren Transvaals, Natals und Kaplands siedelten sich 1,3 Millionen Weiße englischer Herkunft an.

Die Amtssprache in der Republik Südafrika sind Afrikaans und Englisch. Auch mehr als 30.000 Deutsche leben in der Republik Südafrika und Südwestafrika. Zwischen 1860 und 1900 kamen nach Südafrika 490.000 Inder, die hier als sogenannte Kontraktarbeiter einer Tätigkeit nachgingen, deren Nachkommen heute vor allem in Natal heimisch sind. In Kapstadt leben etwa 65.000 Malaien.

Die älteste Bevölkerungsgruppe in Südafrika sind die kleinwüchsigen, auch noch heute hier lebenden, Buschmänner, deren Körpergröße etwas höher ist als die der Pygmäen. Im 10. Jahrhundert war die nördlichste Ausbreitung dieser khoisaniden Sammler- und Jägerbevölkerung mit dunkelgelber Hautfarbe der Sambesi. Aus dem größten Teil Südostafrikas wurden die Buschmänner durch vorrückende Bantustämme abgedrängt, so das sie in die Steppen der Kalahari eine neue Heimat finden mußten. Heute leben sie auch noch in Savannen und Waldgebieten Südangolas. In den Trockensavannen und -steppen Südafrikas jagen sie zahlreiche Tiere. Je nach den Gegebenheiten ihrer Umwelt richtet sich der Schwerpunkt ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit. Gruppen, die vor allem der Jagd nachgehen, können im Laufe eines Jahres mit dem Wechsel der Umwelt auch zur Sammelwirtschaft übergehen und umgekehrt. Die Jagdmethoden sind auch verschieden: So finden Gemeinschaftsjagd einzelner Gruppen genauso statt wie die Einzeljagd. Mit dem Abdrängen in die Kalahari verlor die Vereinigung zu größßeren Jägergemeinschaften, die gemeinsam die Jagd auf Großwild unternahmen, an Bedeutung. Einzel- und Hetzjagd bis zu zwei Tagen wurden typisch. Die Sammeltätigkeit richtet sich vor allem auf Zwiebel- und Knollengewächse, die in hölzernen Mörsern zerstampft werden. Wichtigste Jagdgeräte sind Pfeil und Bogen mit Steinspitze, Wurfkeulen, Schlingen und Trittfallen. Um sich besser an die Tiere heranschleichen zu können, verwenden die Buschmänner Jagdmasken aus Tierfellen. In Straußeneischalen bewahrten sie das Wasser auf. Wichigstes Arbeitsgerät der Frauen sind zugespitzte Stöcker, mit denen sie Knollen und Wurzeln ausgraben können. Gegen Witterungseinflüsse schützen sich die Buschmänner mit aus Zweigen geflochtenen halbrunden Windschirmen - zwei gegenüber aufstellte Windschirme ließen eine Kuppelhütte entstehen. Eine Gruppe aus wenigen Frauen, Männern und Kindern bilden die kleinste wirtschaftliche Einheit, die bis auf 200 Personen ansteigen kann, aber meist viel weniger sind. Ein Jagd- und Sammelgebiet einer Gruppe wird von anderen Gruppen in ihren Grenzen respektiert. Als wertvollster Besitz wird in diesen Trockengebieten die Nähe zu einer Wasserstelle angesehen. Bei größßeren Jagdzügen vereinigter Gruppen sind die Territorien einzelner Gruppen aufgehoben.
Die Vorfahren und die heutigen Buschmänner sind die Initiatoren großartiger Felsbilder, auf denen sie ihre Geschichte und den Kampf gegen die vorrückenden Bantustämme so realistisch darstellen, dass sogar die Kampftechnik und die Waffen exakt zu sehen sind.


Bildquellen:
English: Physical map of SAR, parameters are equal to South Africa location map.svg
Datum 9. März 2011
Quelle: Eigenes Werk
Urheber: Urutseg
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