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Die Völker in Vorderindien |
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In Indien haben sich bereits im Altpaläolithikum Menschen angesiedelt. Im
Jungpaläolithikum um etwa 10.000 Jahre v. u. Z. begangen sie sich als Jäger
und Sammler über ganz Indien auszubreiten. Schon in dieser Zeit verwendeten sie sogenannte
mikrolithische Klingenwerkzeuge und bemalten die Höhlenwände mit Büffeln, Elefanten
und Jägern, wozu sie rotes Ocker benutzten.
In der neolithischen Zeit entwickelte sich zuerst im Nordosten Indiens in den Hochländern des
Irans und in Belutschistans der Bodenbau. Im 4. Jahrtausend v. u. Z. sind erste
Bäuernvölker nachzuweisen, die Körnerfrüchte anbauten, Rinder und teilweise
auch Pferde hielten und bereits Töpferei betrieben. Ab dem Ende des 4. Jahrtausends
v. u. Z. benutzte man im indischen Nordwesten Kupfer für die Herstellung von
Gerätschaften und Waffen.
Im Industal entstand um 2500 v. u. Z. die erste Hochkultur, die der Induskultur.
Voraussetzung für die Entfaltung war das weite Voranstreiten des Bodenbaus und der Viehzucht, so
das in der Blütezeit dieser Kultur große Städte wie Mohendscho Daro und Harappa -
die in den 20 Jahren des 20. Jahrhunderts freigelegt wurden - entstehen konnten. Vor Entdeckung dieser
Städte war man immer der Annahme gewesen, das erst ein Jahrtausend später Indoarier in
Indien eingedrungen sind. Die Bevölkerung beider genannter Städte gehörten
verschiedenen Rassen an. So war der überwiegende Teil Angehörige des mediterraniden Typs,
einige sind Bevölkerungen mit mongoliden Zügen zuzurechnen und eine Minderheit haben mit
der neolithischen Bevölkerung starke Ähnlichkeit aufzuweisen. Trotz alledem glauben die
meisten Anthropologen, dass Bevölkerungsteile in das Industal einwanderten. In ihrer Ausdehnung
erstreckte sich die Induskultur vom Arabischen Meer bis in die Vorberge des Himalaja. Sich ausbreitende
Bodenbauern und Viehzüchter erlag schließlich zwischen 1500 und 1200 v. u. Z. die
Induskultur.
Die Arier, die der indoeuropäischen Sprachfamilie angehören, waren diese Eindringlinge,
die aus dem Iran her in den Nordwesten von Indien einfielen und die Induskultur gewaltsam beendeten.
Archäologische Funde hätten dies nicht zweifelsfrei beweisen können, aber die
Arier haben in ihren Veden - einer mündlich überlieferten religiösen Literatur, in der
Rigveda [älteste Hymnensammlung], dies bewahrt. In der Rigveda wird von einem Überfall auf
feste Städte mit dunkelhäutigen Menschen erzählt.
In vorarischer Zeit sind im Nordosten Indiens spätneolithische Bodenbauern eingewandert, die in
anthropologischer wie auch sprachlicher Hinsicht bis heute Kontakte mit Hinterindien erkennen lassen.
Die Stammesgruppen gehören der austroasiatischen Sprachfamilie an und sprechen Munda-Sprachen,
die der Mon-Khmer-Sprache nahe steht. Schon in früher Zeit haben die Völker, die
Munda-Sprachen sprechen, Bewässerungsreisanbau betrieben.
Bis in die letzten Jahrhunderte vor Christi lebten im Süden von Indien Menschen einer gering
entwickelten neolithischen Kultur, die durch Brandrodungsfeldbau ihre Nahrung beschafften und als
Werkzeug ein sogenanntes Walzenbeil verwendeten.
In Südindien entwickelte sich im letzten Jahrtausend vor Christi eine eisenzeitliche Kultur,
die sich in ihrer größten Ausdehnung über fast das ganze südliche Indien und
den Dekan erstreckte. Die Herkunft dieser Kultur ist unbekannt. Ihre Großsteingräber und
megalithischen Bauten wollte man mit den Drawidas in Verbindung bringen, aber auch deren Herkunft
ist nicht gesichert. Iran-Nordwestindien könnte ihre einstige Heimat gewesen sein, dies
zumindest ist eine Annahme. In diesem Bereich leben heute noch die drawidisch-sprechenden
Brahui.
Die Indoarier breiteten sich vor allem während der Vedischen Zeit zwischen 1200 und 600 vor
Christi über Nordindien aus. Größere Völker entwickelten sich in Nordindien.
So auch entsteht zwischen 700 und 550 vor Christi die Brahmanas - eine Priester-Gesellschaft, deren
Handlungen auf Opfer und Pflichten der Priester beruht. Das Wissen um Religion und ihrer Rituale der
Brahmanen erreicht im 6. Jahrhundert v. u. Z. großen Einfluß in allen Bereichen
des Lebens. In diese Zeit fällt auch die Entstehung des indischen Kastenwesens, welches auf die
vier Kasten der Indoarier in vedischer Zeit basiert. Die vier indischen Kasten
sind:
1. Brahmanen - Priester
2. Kschatriyas - Krieger
3. Vaischyas - Bauern, Handwerker und Händler und die
4. Sudras - unterworfene Bevölkerung.
Der Buddhismus hemmte während seiner Entfaltung die Kastenbildung wie auch der ebenfalls im
6. Jahrhundert v. u. Z. sich ausbreitende Dschainismus - auch eine Religion, die sich
gegen die Priester und die Kastenbildung arrangierte.
Die jüngeren Veden - die sogenannten Upanischaden - und die Volksepen der Mahabharata und
Ramayana, die später geschrieben worden, berichten über die ältesten indischen
Staaten aus dieser Zeit...
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