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Die Völker in Westafrika |
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Schon früh haben sich in einigen Gebieten des Sudans Ober-Guineas größere Völker
gebildet. Bei der Kolonnisierung wurden die Einheit der ethnische Gruppen kaum berücksichtigt,
was die Bildung größerer Gruppen aber nur kurzfristig aufhalten konnte.
Dem ehemaligen Mali-Reich werden die Mande oder Mandingo zugerechnet, die verwandten
Gruppen der Bambara, Malinke und Dyula. Ihre Heimat sind die Savannengebiete
von Senegal, Gambia, Guinea, Mali und Elfenbeinküste. Eng mit den Mande verwandt, sind die
Soninke, die der genannten Völker oder zwischen ihnen verstreut leben. Die Mande und
letztgenanntes Volk sind in ihrer Wirtschaftsführung sogenannte Savannenbauern.
Die Haussa oder Hausa sind im Sudan das zahlenmäßig größte Volk, die
auch Nordnigeria und Südniger bewohnen. Auch sie sind vorwiegend Savannenbauern, die allerdings
in den Städten als Handwerker oder Hädler arbeiten. Unbedeutend ist ihre Viehzucht. Schon
während der mittelalterlichen Staatenbildungen gab es bei den Haussa Formen der Klassengesellschaft.
Die Stämme im südlichen Tschad wie die Kotoko, Mandara, Massa und Musgu
sind sprachlich mit den Hassa verwandt. Ebenso Stämme in Zentral- und Ostnigeria.
Südwestlich des Tschad und auf dem Territorium des ehemaligen Staates Kanem-Bornu leben die
Kanuri, die ebenfalls dem Savannenanbau nachgehen und Großviehzucht betreiben. Im
Gebiet des 1897 vernichtenden Bagirmireiches und am Unterlauf des Schariflusses ist die Heimat der
Bagirmi - einem Savannenbauernvolk - der mit den Sara, die im Süden des Tschads
leben, verwandt sind. Die Frauen der Sara tragen sogenannte Lippenscheiben, die schon bei jungen
Mädchen angelegt werden, was das Volk berühmt machte. Dazu werden die Lippen durchbohrt
und durch Einlegen immer größerer Scheiben erweitert. Wegen ihrer Lippenscheiben verschonte
man die Sara vom Sklavenhandel.
In Obervolta und Nordghana sind die Bewohner der ehemaligen Mossistaaten - die Mossi oder Mosi
beheimatet, die genauso Savannenbauern sind. Ethnisch gesehen, sind sie einer gruppe zugeordnet, die
mehrere Millionen umfassen und völkerkundlich der mosi-Grusi-Gruppe zugerechnet werden. Zu diesen
Stämmen zählen auch die Barba, die Bobo, die Grusi, die Gurma, die
Lobi, die Senufo und weitere Stämme. Ihre Sprachen gehören zur Semibantugruppe,
mit denen sie eine entsprechende Einheit bilden.
Sprachlich mit den Guineavölkern verwandt, sind die Nupe am unteren Niger im gleichnamigen
Staat, die ebenfalls Savannenbauern sind.
Savannenbauern und Viehzüchter sind die über den gesamten Sudan verstreuten Gruppen der
Fulbe (Fellata, Ful, Fulani, Pular), die verwandt sind mit den Tukulör vom Senegal.
Bei Wanderungen siedelten sie sich in 5 großen Zentren an: Im Hinterland des Senegal siedeln sich
die Fulbe und Tukulör im ehemaligen Staat Futa-Toro, in Zentralguinea, in Mali, in Nordnigeria,
in Südniger, in Ostnigeria und in Zentralkamerun.
An der Küste von Guinea siedeln vor allem Waldbauern, die gleichzeitig auch die Träger meist
gleichnamiger Reiche sind wie die Akanvölker - zu ihnen gehört das Volk der Aschanit,
die Bini und die Yoruba. Die Verschmelzung und Zusammenführung bei der Bildung und
Entwicklung neuer Nationen ist auch bei den Ewe in Togo, Südostghana und Süddahomey, bei
den Ibo in Südostnigeria, bei den Songhai am mittleren Niger und den Wolof am
Senegal weit entwickelt. Welche wirtschaftlichen Schwerpunkte bei der Entwicklung von Nationen entstehen,
wie sich die Bevölkerung bei Neuansiedlungen vermischt, welche Verwaltungs- und bildungspolitischen
Maßnahmen notwendig sind, läßt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen.
In Sudan und Oberguinea gibt es Stämme mit kulturellen und sprachlichen Gemeinsamkeiten aus denen
sich Gruppen mit größeren Einheiten bildeten. In den Savannengebieten im Zentralsudan sind
es die Mosi-Grusi-Stämme wie die Dschukun oder Djunkun, und Tiv in Ostnigeria, die
Bamileke und die Bamum in Zentralkamerun und die Gbaya und die Banda in der ZAR.
Mit den Mande sprachlich verwandt sind die Stämme des Waldlandes von Oberguinea wie die Dan, die
Kpelle, die Mende und die Susu. die semibantusprachigen Stämme wie die
Bulam, die Kissi und die Temne sowie die guineasprachigen Bakwe, die Kran
und die Kru. Ihre Heimat sind die Staaten Guinea, Elfenbeinküste, Liberia und Sierra Leone.
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