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Kulturareal Zenralanden


 
 

Die Zentralanden - Inka, Nasca, Chavin

 
Zwischen zwei mächtigen Kordillerenketten - in den Staaten Peru, in gebirgigen Teilen von Ekuador und Bolivien, den Norden Chiles und den Nordwesten Argentiniens - liegt ein kühles steppenartiges und 3.000 bis 5.000 m hohes Plateau, welches das zentrale Andengebiet ausmacht. Es wird von schneebedeckten Gipfeln der Anden überragt und von tiefen Schluchten zerschnitten, in denen die aus den Kordilleren kommenden Flüsse fruchtbares Land anschwemmten. Durch die unterschiedlichen Höhenlagen sind zahlreiche Kulturpflanzen heimisch geworden. In einiger Höhe werden vorzugsweise Kartoffeln und Quinoa, eine körnertragende Meldeart, die diesen Regionen angepaßt waren, angebaut und in tieferliegenden Gebieten vorwiegend Mais. Die hohe Produktivität der indianischen Wirtschaft beruhte auf intensive landwirtschaftliche Techniken, wie Terrassenbeete, Bewässerungskanäle und systematische Düngung. Hierfür war die Zusammenarbeit größerer Gemeinschaften erforderlich. Ferner gelang es den Hochlandindianern wildlebende Tiere zu Haustieren (Lama, Alpaka) umzuwandeln. Die Bewohner der Anden waren es, die verschiedene entwickelte Metalltechniken erfanden. Erwähnenswert in dieser Hinsicht ist der Bronzeguß der in dieser Region lebenden Indianer.

Der Küstenstreifen im Westen des Hochgebirges ist wüstenhaft trocken, weil hier nur einmal in mehreren Jahren Niederschlag fällt. Sich in diesem Landstrich anzusiedeln, war nur möglich, da es eine Anzahl kleiner Flüsse gab, die aus den Westkordilleren herabkamen. Siedlungen und die dazugehörigen Felder waren deshalb nur in intensiv genutzten Tälern des Wüstenlandes zu finden.

Nördlich des Golfes von Guayaquil ändert sich die Landschaft. An der Küste von Ekuador regnet es reichlich und deshalb ist dieses Gebiet bewaldet, was das Vordringen der Hochlandindianer in eine natürliche Umwelt eine Grenze setzte. Nur wenige Bewohner aus dem Gebirge konnten hier sich auf Dauer halten und Austauschbeziehungen zu den Indianern des Tieflandes waren nur flüchtig.

In den zentralen Andengebieten entsprechen die Phasen des historischen Ablaufs denen des nördlichen Mittelamerikas. Umfangreiches Material konnten die Archäologen im mittleren Andengebiet bergen. Ich möchte mich deshalb auf die wichtigsten gesicherten Erkenntnisse beschränken. Alle Fundplätze konnten nur in wenigen Fällen Völkergruppen zugeordnet werden.
 
ZEITTAFEL
Jägerische Frühzeit
6566 ± 250 Jahre v. u. Z. In den Zentralanden werden vereinzelte Funde aus der Pampa de los Fósiles an der Nordküste sowie im Bolivianischen Hochland und in Ekuador gemacht. Anhaltspunkt für ihre zeitliche Einordnung lieferte organische Substanz aus den Höhlen von Lauricocha im nördlichen Hochland von Peru. Jüngere Funde sind Reste von Siedlungsplätzen einer altertümlichen Kultur an der Küste, für die eine kombinierte Kultur aus Fischerei, Sammeln und Bodenbau die materielle Grundlage bildete. Sie bauten Kürbisse, Chilepfeffer, Bohnen und Baumwolle in feuchteren Talniederungen an. Es wurden aber auch eßbare Wildfrüchte gefunden.
Kultur der Maispflanze
vor 1400 v. u. Z. Im zentralen Andengebiet ist nach D. Collier mit dem Maisanbau vor dieser Zeit nicht zu rechnen. Die Einführung geht wahrscheinlich auf nördlichen Einfluß zurück.
Kunststil - Stil von Chavin
im 8. Jahrhundert v. u.  Z. Aufkommen eines ersten weitverbreiteten Kunststils, der nach dem alten Kultzentrum und Wallfahrtsort Chavin de Huantar im nördlichen Hochland bezeichnet wird. Dieser Kunststil ist mit der La-Venta-Kunst im mittelamerikanischen Raum verglichen worden und hat nicht nur formale Ähnlichkeit, sondern hat nach neueren Untersuchungen der Kulturpflanzenforschung eine gewisse Grundlage geliefert. Wahrscheinlich stand im Mittelpunkt des Kultes Jaguar- und Pumagottheiten, da diese an den Darstellungen häufig gezeigt worden. Man pflanzte in dieser Zeit neben den schon bekannten Nutzpflanzen Warzenkürbis und süßen Maniok an. Auch künstliche Bewässerung könnte schon eine Rolle gespielt haben.
Klassische Kulturen
1 - 8 Jahrhundert u. Z. In Südamerika hat die Metallverarbeitung (Gold) ein beträchtliches Alter erreicht, für die aus dieser Zeit Funde vorliegen. Künstliche Bewässerung und der Anbau von Kulturpflanzen auf Terrassen sind sicher aus früher Zeit der vorklassischen Ära bekannt. Neben den bekannten Kulturpflanzen wurde auch die Quinoa angebaut. Lama, Alpaka und Meerschweinchen wurden als Haustiere nutzbar gemacht. Schmuckstücke aus Kupfer und Kupfer-Gold-Legierungen zeugen von hohem Wissen in der Metalltechnik. Moche oder Mochica, Nazca, Recuay und Tiahuanaco kann man als die Zentren der klassischen Kulturen ansehen, die die wichtigsten Fundplätze sind. In diesen Zeitraum fällt die Entwicklung intensiver landwirtschaftlicher Techniken, die Entwicklung großer Wohnsiedlungen und die Einführung neuer Kulturpflanzen, wie die Kartoffel, Ananas, Batate und Papaya.
Nachklassische Kultur
ab 800 u. Z. In die nachklassische Zeit fällt das bekannte Kultzentrum von Tiahuanaco im Hochland von Bolivien, welches einer Kultur den Namen gegeben hat. Über große Teile der Küste und des Hochlandes muß diese Kultur verbreitet gewesen sein und hat die kulturelle Entwicklung des gesamten Raumes maßgeblich beeinflußt. Bekannt aus dieser Zeit ist das sogenannte «Sonnentor» von Tiahuanaco, gehauen aus einem großen Monolithen und das auf Keramik und Textilien häufig wiederkehrende Bild einer Gottheit und ihres Gefolges. In erster Linie kommen die Aymará (Aimará) in Frage, die diese Kultur wahrscheinlich geschaffen haben. In diese Zeit gehört die Erfindung der Bronze. Der Zeitraum, welcher zwischen 1200 und der Ausweitung des Inkareiches liegt, wird als die «Zeit der kleinen Königreiche» bezeichnet. Zu ihnen gehören das Reich der Chimu im Gebiet der alten Mochekultur und der Staat von Chincha im Süden, die die bedeutendsten Fürstentümer im Küstenbereich waren.
 
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